Autor Thema: Regelfragen  (Gelesen 1506 mal)

Sebastian

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Regelfragen
« am: 20. August 2015, 18:36:24 »
Ich mache hier mal einen Thread zu allgemeinen Regelfragen auf, weil ich das Gefühl habe, dass ich noch öfter auf Hilfe angewiesen sein werde  ;). Erst mal vorneweg: Grundsätzlich mag ich 13th Age und finde die Regeln verständlich. Es ist das erste D20-Regelwerk, dass ich mir selbst anschaffen und wirklich lesen und spielen wollte. Andere Ableger sind mir zu "rulesheavy".

Nun zu meiner ersten Frage:

Fähigkeiten:

Ich finde die Kategorien Fähigkeiten, Merkmale, Talente usw. relativ verwirrend. Das hätte man einheitlicher machen können. Während der Charaktererschaffung bekommt man eine Fähigkeit (Menschen zwei). Welche Fähigkeiten? Nur allgemeine? Zählen da die Volksspezifischen Merkmale dazu? Bekommt man automatisch alle Klassenmerkmale?

Ich finde das deshalb so verwirrend, weil ich mir vorgefertigte Charaktere von der Pelgrane-Seite gezogen habe, und ich da die Charaktererschaffung, was Anzahl der Fähigkeiten angeht, nicht wirklich nachvollziehen kann.

Dazu noch eine Frage: Bekommt man alle volksspezifischen Merkmale? Elfen haben da ja zum Beispiel zwei. Und erhält man automatisch die Boni aus dem Abenteurer-Rang dazu oder muss man die extra dazukaufen?

Fragen über Fragen ... schon mal danke für eure Hilfe!

Scimi

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Re: Regelfragen
« Antwort #1 am: 20. August 2015, 19:43:35 »
Regelfragen sind eine gute Idee. Im 13th Age-Grundregelwerk steht zwar alles irgendwo drin, aber das Spiel wurde für ein D&D-Publikum geschrieben und wer da mit den Konventionen der ganzen Editionen nicht so vertraut ist, hat es ein wenig schwerer. Ich komme auch jicht von D&D, kann das also gut nachvollziehen.  ;D

Zu deinen Fragen:
1) Merkmale und Talente sind fast dasselbe. Merkmale sind Sonderregeln, die jeder Vertreter einer Charakterklasse hat, z.B. kann jeder Kleriker heilen und jeder Barbar wüten.
Talente sind eine Möglichkeit, den Charakter grundsätzlich in eine Richtung zu spezialisieren, z.B. ist ein Waldläufer mit Tiergefährte und Fernkampf ein ganz anderer Charakter als ein Waldläufer, der sich auf beidhändiges Nahkämpfen verlegt hat.
Man könnte auch sagen, Merkmale sind Talente, die man automatisch geschenkt bekommt.

2) Fähigkeiten (Feats im Englischen) waren bei D&D 3 eine Neuerung. Es waren kleine Boni für spezielle Situationen und es gab eine Million davon. Damit zu arbeiten war sehr unübersichtlich und es gab teilweise wahnwitzige Kombinationen, die zu extremen Vorteilen führen konnten.
Bei 13th Age hat man es sich leichter gemacht und die meisten Fähigkeiten direkt an Kräfte, Talente und Merkmale gebunden. Das sind diese Abenteurer/Held/Episch-Boni, die praktisch überall dranstehen. Nur die allgemeinen Fähigkeiten sind noch ein Überbleibsel des früheren Systems.

Das ist gut für die Übersicht - wenn du den Feuerball total gut findest, musst du keine endlosen Fähigkeitslisten nach etwas durchforsten, was den Feuerball verbessert, sondern findest direkt beim Zauber eine Fähigkeit, um ihn aufzupimpen. Und es ist gut für die Spielbalance - eine Feuerball-Fähigkeit verbessert nur den Feuerball und ich muss keine Angst haben, dass es da vielleicht irgendeine Wechselwirkung mit einem der hunderten von anderen Spielelementen gibt, die übersehen wurde und unerwünschte Folgen hat.

Fähigkeiten bei 13A sind einfach - du kannst so viele aussuchen, wie dein Charakter Level hat und Menschen haben immer genau eine mehr. Dabei kannst du jede Fähigkeit deines Volks, deiner Klasse und aus der allgemeinen Liste im grünen Kapitel wählen.
Die einzige Einschränkung sind die Ränge: Du kannst nur Fähigkeiten deines oder eines niedrigeren Rangs kaufen (Stufe 1-4 Abenteurer, 5-7 Held, 8-10 episch) und wenn es für dasselbe Merkmal, Talent oder dieselbe Kraft Fähigkeiten niedrigeren Ranges gibt, musst du die zuerst kaufen, bevor du an die höheren Ränge herandarfst. Nur wenn die Fähigkeiten der verschiedenen Ränge garnicht aufeinander aufbauen, kann der SL da eine Ausnahme machen.

Am besten spielt ihr erstmal mit Anfangscharakteren ohne Fähigkeiten los. Dann werdet ihr schnell merken, was euch an euren Charakteren gut gefällt und da steckt ihr dann die erste Abenteurer-Fähigkeit rein. Und ab Stufel 5 könnt ihr dann entscheiden, ob ihr weiter in die Breite gehen oder bereits verbesserte Kräfte weiter mit Heldenfähigkeiten upgraden wollt.

3) Die Charaktere auf der Pelgrane-Seite sind oft Stufe 2, das hat für Demorunden auf Cons den Vorteil, dass sie etwas mehr TP haben und dass Begegnungen mit einer größeren Auswahl an Monstern möglich sind. Ansonsten kann man im Englischen auch gut Features (Merkmale) und Feats (Fähigkeiten) verwechseln. Vielleicht hat sich da aber auch wer vertan? Um welchen Charakter geht es denn?

4) Noch einmal: Merkmale, egal ob von Klassen oder Völkern bekommt man automatisch. Manche haben mehr, manche weniger. Die Boni für die Ränge sind Fähigkeiten, die du auswählen musst.


Ich hoffe, das hilft ein wenig weiter. Wenn es weitere Fragen gibt - nur zu, ich versuche, alles zu beantworten. Es wäre allerdings super, wenn die Regelfragen (und natürlich die passenden Antworten) irgendwie fortlaufend nummeriert würden. Wenn hier später andere Leute eine Frage finden, die sie sich selbst schon gestellt haben, finden sie schnell ihre Antwort. Also, was ist Frage 5) ?  :D

Sebastian

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Re: Regelfragen
« Antwort #2 am: 22. August 2015, 20:13:02 »
Danke für die ausführliche Antwort. Finde es ein wenig schade, dass das so nicht aus dem Text hervorgeht. Da muss man sich schon mit den diversen D20-Varianten auskennen, um durchzusteigen. Eigentlich schade, ich hatte auf ein einsteigerfreundliches D20-Spiel gehofft. Dass die einzelnen Ränge bei den Merkmalen dann wieder Fähigkeiten sind, die man dazukaufen muss, ist mir nicht klargeworden. Nach deinen Erklärungen ist jetzt vieles verständlicher. Danke nochmal!

Scimi

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Re: Regelfragen
« Antwort #3 am: 22. August 2015, 21:41:18 »
Wie es in der Einleitung steht, richtet sich das Spiel an "erfahrene Spielleiter und Spieler mit den unterschiedlichsten Rollenspielerfahrungen". Und in Amerika ist es halt völlig unvorstellbar, dass ein Rollenspieler nicht zumindest Grundkenntnisse von D&D hat. Aber auch im Englischen tauchen immer wieder Fragen und Unklarheiten auf, die dann offiziell geklärt werden.
Aber während das Buch nicht wirklich toll im Erklären ist, sind die Regeln eigentlich sehr zugänglich, robust und ausbalanciert. Und die wahre Qualität von 13th Age zeigt sich im Spiel.  ;D

Und noch ein Tipp: Bei Fragen zuerst in den Index schauen, der funktioniert ja auch als Glossar und erklärt oft viele Dinge, die man sonst im Buch auf irgendeiner obskuren Seite finden muss...  ;)