Autor Thema: Die demütigen Baumeister des Omega  (Gelesen 1636 mal)

Waldviech

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 181
    • Profil anzeigen
Die demütigen Baumeister des Omega
« am: 28. November 2014, 15:02:28 »
Mich hat es ja schon immer gereizt, die Omegapunkt-Theorie für eine Religion in einem SF-Setting zu verwursten...und zu Numenera scheint die Idee einigermaßen gut zu passen.

Grundgedanke wär der Folgende:
Anders als viele andere Kulte sind die "Demütigen Baumeister des Omega" nicht der Meinung, irgend einen uralten Gott anzubeten, der lang vor dem Menschen existiert hat. Vielmehr glauben sie, dass es derzeit keinen Gott gibt. Noch nicht. Die Baumeister glauben, dass es das ultimative Endziel allen intelligenten Lebens im Universum ist, sich irgendwann so weit zu entwickeln das sich Gott aus ihm heraus entwickelt. Gott ist also nicht der Ursprung, sondern der Endpunkt allen Seins! Er wird erst dann existieren, wenn das Universum wie wir es kennen im Begriff ist, zu enden. Damit es dazu kommt, ist einiges an Arbeit nötig. Folglich forschen die Baumeister in jede Richtung, die weitere Schritte in Richtung Transzendenz verspricht. In der neunten Welt gibt es nur vergleichsweise wenige Gelehrte, die sich zu den Demütigen Baumeistern des Omega zählen, angeblich existiert der Kult aber schon seit unzähligen Jahrmillionen und in einer Vielzahl von Welten, da (so die Doktrin des Kultes) jedes intelligente Leben irgendwann die erhabene Idee des Omegapunktes entwickelt. Tatsächlich scheint es auch einige höher entwickelte Lebensformen, wie transzendente KIs und Konsorten, zu geben, die dem Kult angehören. Problematischerweise arbeitet der Kult, zumindest auf der Erde, recht ziellos und ungerichtet. Es ist nicht ganz klar, mit welcher Strategie die Menschheit am besten zur Geburt Gottes beitragen kann. Ebenso sind die Kultmitglieder über die Frage zerstritten, ob der kommende Gott vom Ende des Universums aus in die Gegenwart eingreifen kann. Die eine Partei glaubt, die Gegenwart wäre völlig "gottlos" weil Gott nicht in die Kausalkette der eigenen Entstehung eingreifen würde während die andere glaubt, dass Gott dies durchaus tut.
Im Steadfast existieren die Demütigen Baumeister vor allem in Form einer kleinen, geheimen Kabale innerhalb des Order of Truth. An die Öffentlichkeit trauen sich die Baumeister hier nicht so recht, da der Orden der Existenz wahrer Götter im Allgemeinen ablehnend gegenübersteht. Also arbeiten sie im Geheimen daran, den Orden zu einem Werkzeug zur Erschaffung Gottes zu machen.

Wär das brauchbar? Was könnte man daraus machen?  :D

(Für die, denen es auffällt: Ja, dat is ein recyceltes Textel aus dem Tanelorn...

Stooking

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 21
  • Geschlecht: Männlich
    • Profil anzeigen
Re: Die demütigen Baumeister des Omega
« Antwort #1 am: 28. November 2014, 16:43:22 »
Klingt nach einem Interessanten Glaubenssystem. Erinnert mich etwas an Dan Simmons "Hyperion und Endymion", was im Hintergrund einen Konflikt der Menschlichen und der Gottheit der KI beschreibt. Viel Zeit-Schwurbeli und daher etwas verwirrend, aber eigentlich ganz cool.
Eine Fraktion könnte davon ausgehen, dass die vorangegangenen Zivilisationen vielleicht schon geschafft hat, die Transzendenz zu erreichen. Die Anhänger versuchen diesen Weg nachzuvollziehen und selbst zu beschreiten.
Dann natürlich Fraktionen die unterschiedliche Wege nehmen die Transzendenz zu erreichen. Eine die es über die Optimierung der menschlichen Gene versucht. Eine durch Technik und Computer. Andere wieder durch Meditation.

Waldviech

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 181
    • Profil anzeigen
Re: Die demütigen Baumeister des Omega
« Antwort #2 am: 28. November 2014, 17:00:35 »
Simmons passt schon ziemlich gut, würde ich denken.  :). Numenera ist IMHO auch ziemlich prädestiniert dafür, dass man dort abgehobenere oder progressivere Ideen umsetzt. Den Gedanken, dass sich eine Fraktion der Baumeister ganz gezielt in Richtung Vergangenheit orientiert, weil Zivilisationen vergangener Welten die Transzendenz bereits erreicht haben müssten, find ich auch ziemlich cool und naheliegend. So spontan käme mir da das hübsche Bild eines transzendenzsuchenden Indiana-Jones-Style-Schatzsuchers. Das wär mal ein ziemlich cooles Konzept....:)

Stooking

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 21
  • Geschlecht: Männlich
    • Profil anzeigen
Re: Die demütigen Baumeister des Omega
« Antwort #3 am: 02. Dezember 2014, 14:02:01 »
Ich kann sie mir auch als Gegenspieler vorstellen, der die Gruppe verfolgt, um ihre Entdeckungen für seine Suche nach der Transzendenz nutzt. Oder sie sehen in den Charakteren, gerade die Genetiker, etwas das sie weiter bringt oder sie als Schlüssel für eine besonderes Artefakt nutzten.

Mhaire

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 4
    • Profil anzeigen
Re: Die demütigen Baumeister des Omega
« Antwort #4 am: 16. Dezember 2014, 14:07:07 »
Finde ich auch absolut passend. Auf die Gefahr hin, anderweitig Floskeln zu bedienen: Eignet sich als Gegenspieler, Auftraggeber oder Charakterhintergrund ;). Ich fände sie aber als Gegenspieler sogar am interessantesten - Fanatiker, die das "Richtige" tun, um auf das Ziel des Universums hinzuarbeiten. Auf dem Weg dahin kann aber eine Splittergruppe ja auch bestimmen, das bestimmtes Wissen nur ihnen gehört oder manche Wege der Entwicklung gekappt werden müssen ...