Autor Thema: Klassische Plots an Optimaten anpassen  (Gelesen 6462 mal)

Sieben

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Klassische Plots an Optimaten anpassen
« am: 27. April 2014, 00:21:28 »
Ich hätte gerne einen kleinen Meinungsaustausch zum Alltag der Optimaten - Familie und Arbeit. Natürlich ist von regionalen Unterschieden, unterschiedlichen Gepflogenheiten der jeweiligen Häuser und individuellen Familientraditionen auszugehen, aber vielleicht gibt es ja doch einen gemeinsamen Nenner (Xarxaron mal außen vor gelassen).

Wie steht es zum Beispiel mit dem Magiebegabten Kind zweier Optimaten, dass einem Mentor des gleichen Hauses übergeben wurde. Besteht zu Mentor und Eltern eine vergleichbar starke Loyalität oder ist es der Normalfall, dass man sich von der Familie distanziert und der Mentor und ggf. die Tutoren die bisherige Familie ersetzen? Oder bleibt die Familie häufig ein besonders starker Bezugspunkt? Wenn ich einen Haushalt eines höherrangigen Optimatischen Ehepaars darstelle, kommt die Anwesenheit eigener Kinder (sofern Magiebegabt) nur bis zum Zeitpunkt deren Ausbildung in Frage, richtig? Dafür ist es möglich, dass dort auch Eleven verkehren, die evtl. an Kindes statt entsprechend geliet oder geschützt werden. Es geht mir dabei um klassische Abenteuermotive a la Helden-retten-Tochter-des-Optimaten, was irgendwie komplizierter ist, als Nachkommen von herkömmlichen Grafen oder Baronen zu retten.
Wie sieht es überhaupt mit der Vermählung von Optimaten aus unterschiedlichen Häusern aus? Ist dies Gang und Gebe, um Bündnisse zu festigen oder eher eine absolute Ausnahme, die den Wechsel von einem der Brautleute in das andere Haus erfordern würde und einen Bruch mit der eigenem Kammer bzw. dem eigenen Haus mit sich bringt? Finden politische Hochzeiten nur innerhalb eines Hauses statt, also z.B. zwischen zwei Kammern des gleichen Hauses oder was gäbe es da noch für Ideen?

Ich mag die Mehrfachfunktionen der hohen Häuser als Magiergilden (wie in Aventurien), als Adelshäuser (wie im Lied von Eis und Feuer) und Megacons (Shadowrun) sehr gerne, stoße aber aufgrund dieser verschiedenen Ebenen manchmal auf solche Hindernisse oder Unklarheiten. Gerade dass die Häuser zwar ein relativ klares Profil haben und miteinander konkurieren, es aber gleichzeitig in vielen Provinzen einzelne "Filialen" des gleichen Hauses gibt, die untereinander ebenfalls konkurieren und darüberhinaus auch noch ihre wirtschaftlichen Interessen gegen Nicht-Optimaten durchsetzen müssen, ergibt ein ganz schönes Durcheinander. Ein Pool für Kreativität auf jeden Fall, man mus aber die Besonderheiten bzw. die Gesamtheit des Optimatischen Herrschaftssystems gut kennen, sonst gibt es Stolpersteine, vor denen auch Autoren ofizieller Abenteuer nicht gefeit sind. Es geht z.B. schon damit los, welche militärischen Ränge nicht-Magiebegabten Kindern optimatischer Eltern offen stehen und welche nicht.

Auch sonst gäbe es noch einiges, was nach ausschmückenden Ideen oder Beschreibungen schreit, z.B. was sind die Besonderheiten des rhidamanschen Bankwesens oder der eupherbanschen Botendienste? Wie sieht ein Krankenhaus der Praisophos aus etc. etc. - da würden mir noch mehr Fragen einfallen, wahrscheinlich genug für einen eigenen Quellenband. Kann man sich alles selber ausdenken, klar, aber auch hier gehe ich von einem "gemeinsamen Nenner" aus, den ich gerne kennen würde, wenn es mal an einen Bankraub oder einen Postkutschen-Road-Movie geht.

Oder: wie sichern Optimaten im allgemeinen ihre Häuser? Welche Zauber sind allgemein verbreitet, welche speziell? Ist es sehr extravagant, ein Blender-Pärchen oder Wächter-Efeu zu verwenden?
Oder: wie verbreitet sind "Kühlschrank"-Artefakte oder andere technomantische Spielereien in Optimatischen Anwesen? Was sind wichtige Statussymbole?

Gut, ich höre hier mal auf. Zusammenfassend: Das Leben der anderen imperialen Stände kann ich mir besser vorstellen, weil es Entsprechungen in anderen Settings der Fantasy gibt. Die Optimaten sind eine myranische Spezialität und lassen bei mir immer wieder Fragen aufkommen, wenn ich eine Plotidee myranisieren möchte.

Was sagt Ihr?

Agrimoth

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #1 am: 04. Mai 2014, 23:11:51 »
Hallo,

ich glaube du hast hier einfach viel zu viele Fragen in einen Post gesteckt. Aber ich werde mal meine Gedanken zu ein paar davon Abgeben.

Kinder im Optimatenhaushalt: Da es immer wieder in den Büchern Geschichten über Optimaten gibt die enge Beziehungen zu ihren Kindern haben (Netz der Intrige ist besonders nett) werden die Kinder schon eine enge Beziehung haben. Insbesondere in den Haushalten ohne Adeptus Exemtatus als Familienvorstand. Hier werden die Kinder allerdings den Großteil des Zeit abwesend bei ihrem Mentor sein. Ob sie auch bei ihrem Mentor wohnen und nur an Ruhetagen ihre Familie sehen, oder diesen morgens aufsuchen und Abend wieder zu hause schlafen ist sicherlich davon abhängig wie weit entfernt der Mentor wohnt und wie viel Platz er im Haus hat. Nur adoptierte Eleven verbringen die ganze Zeit bei ihrem Lehrer.

Die Heirat zwischen Mitgliedern verschiedener Häuser ist sicherlich möglich, aber sicherlich ein sofortiges Ende aller Karrierepläne für beide Ehepartner. Für politische Hochzeiten könnte man aber Kinder opfern bei denen man eh keine große Karriere erwartet. Die Kinder dürften nach Imperialer Erbfolge immer dem Haus der Mutter angehören. Wenn sie nicht magiebegabt sind stehen ihnen alle Honoratenpositionen offen. Welche genau ist aber sehr vom Einfluss der Eltern abhängig. Vom Domänenverwalter bis zum Hoheprister der Staatsgötter ist alles möglich. An militärischen Rängen ist eigentlich beim Primar-Zenturio Schluss, es gibt aber in Corabenius einen Leonier als Strategu, des sicherlich kein Optimat ist...


Blender Pärchen (der besser noch einzelne Hähne) und Kühlschränke sind alles Staus und Luxus Objekte. Wer sie sich leisten kann wird sie sicherlich auch haben. Allerdings gibt es auch bei Optimaten verschiedene Vermögensklassen und bei einem Adeptus Minor der Ornachos gibt es weniger als bei einem Exemtatus der Rhidaman.

Sieben

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #2 am: 04. Mai 2014, 23:26:49 »
Danke für die Antworten. Ja, ich habe mich etwas hinreißen lassen, einen ganzen Wust an Fragen loszuwerden. Natürlich freue ich mich auch, wenn sich jemand einzelne Punkte rauspickt.

Vielleicht vermischen sich bei mir die Infos aus den verschiedenen Editionen, ich hatte immer die Vorstellung, dass junge Optimaten eine stärkere Bindung an ihren Mentor als an ihre Ursprungsfamilie haben. Schöner finde ich es aber so wie Du schreibst, weil dann die "normalen" Familiengeschichten bzw. familiären Verwicklungen möglich sind.

Varana

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #3 am: 05. Mai 2014, 15:17:20 »
Vor allem ist es auch irgendwie ... normaler. Eltern ohne Bindung an ihre Kinder sind kein gewinnbringendes Hintergrundelement.

Wie das mit der Heirat aussieht, ist mMn zur Zeit etwas persönliche Präferenz. Ich war ja letztens etwas überrascht, daß Hauswechsel doch öfter vorkommen, als ich gedacht hatte. Richtig festgelegt ist da, soweit ich weiß, nichts, also kann man es halten, wie man es für schöner hält. Ich würde das nicht so ernst sehen wie Agrimoth ("Karriere vorbei!"), aber auch für nicht sonderlich häufig. Zumal es auch drauf ankommt, was für eine Karriere man verfolgt. Hauspolitik ist ja nur eine (wenn auch die prominenteste) Möglichkeit; eine wirtschaftliche, wissenschaftliche, verwaltende oder militärische Funktion würde ich nicht im selben Maße betroffen sehen.

Was Haussicherungen angeht, bediene ich mich auf jeden Fall bei den aventurischen Zauberzeichen in vollem Umfang, sowie ein paar Artefakte. Sowas wie Wächter-Efeu halte ich auch nicht für übermäßig exotisch. Wobei nicht jede Villa bis an die Zähne bewaffnet ist, zumal es ja Bedienstete und Wachpersonal gibt.

Technomantische Spielereien: Ist doch vollkommen unwichtig, sowas zu wissen, sonst hätte man ein Buch zu dem Thema ja schon irgendwann mal geschrieben. >:(
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Cifer

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #4 am: 01. September 2014, 13:19:27 »
Da das Thema ja noch nicht völlig mit Fragen überfrachtet ist, würde ich mal noch eine andere Interpretation des Threadtitels einwerfen: Wie passt man klassische Plots an Optimaten in der Gruppe an? Ist es für einen Normalsterblichen zum Beispiel glaubhaft, einen Optimaten im lokalen Tavernenäquivalent anzuheuern?

Grimoald

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #5 am: 01. September 2014, 15:20:58 »
Also, ich spiele ja schon sehr lange einen Optimaten.... normalerweise war die Anpassung, bzw. Einbindung kein Problem für unseren Meister.

Ein Piratenjagdabenteuer begann z.B. damit, dass einer der Honoraten des Hauses zu meinem Partholon kam und ihn um eine Bürgschaft für einen Kredit bat. In letzter Zeit hätte er so enorme Verluste durch Piratenüberfälle hinnehmen müssen, dass er mit seinem Reedereiunternehmen kurz vor dem Ruin stehen würde.... kurz darauf war die Gruppe in besagtes Piratenjagdabenteuer verwickelt ;) .

Eine echte Steilvorlage für Gruppeneinstiege war bei uns aber immer die Adeptus-Exemptus Queste: Mein Optimat war eigentlich immer auf der Suche nach den acht besonderen Taten für Ruhm, Ehre und den Vorteil seines Hauses. Da brauchte es oft keine weitere Motivation, als die Change, eine solche Tat vollbringen zu können. Im Nachhinein war natürlich nicht jedes Abenteuer am Ende eine solche Großtat und wurde zu den "Acht Taten" gezählt, aber als Einstieg hat es immer getaugt.

Auch der Cursus Honorum bietet genug Aufhänger. In einem Abenteuer drang eine Bedrohung aus dem Wald von Amaunat vor und mein Optimat war Kommandant einer kleinen Grenzgarnison.... damit musste er quasi von Amtswegen das Abenteuer spielen und hat sogar die anderen Spieler aus seinen eigenen Mitteln als "Hilfstruppen" angeheuert.
Denkbar wäre hier auch dass ein Optimat z.B. Subprätor des Brajan ist und eine blutige Mordserie die Stadt erschüttert... um eine Panik/Unruhen vorzubeugen beginnt der Spieler mit Ermittlungen und holt die Gruppe als "Sonderermittler" mit ins Boot. Evtl könnte man z.B. ein Abenteuer wie Tod in Valantia so beginnen lassen.
Und das klassische Abenteuer des Händlers, der die Helden anheuert um sein entführtes Töchterchen zu retten wird dann auch ganz einfach optimatenfähig, wenn die Entführung auf der Domäne des Helden stattgefunden hat, so dass es für ihn zur Ehrensache werden könnte, hier einzuschreiten.

Agrimoth

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #6 am: 01. September 2014, 22:39:39 »
Ich habe lange Zeit eine Kampange mit einem Optimaten geleitet. Dabei gab es vor allem zwei Probleme Felder die zu beachten waren.

Zum einen steht ein Optimat immer im Mittelpunkt und der Chef der Gruppe! Es ist zwar einfach über ihn die Gruppe in Abenteuer zu bringen aber vor allem wenn die anderen Chars seine Untergebenen sind. Wenn sie sich nicht unterordnen wollen ist es schwer sie in mit dem Opti in einer harmonischen Gruppe unterzubringen. (Leonier!)

Zum anderen sind Optimaten imun gegen (weltliche) Gesetzt. Sie können sich so gut wie alles erlauben, ohne triviale Konsequenzen wie Garden oder "Zivilklagen" fürchten zu müssen. Wenn man einen Optimaten z.B. aus einer Provinz vertreiben möchte, reicht keine erlogene Anzeige wegen Mord/Schmuggel, es muss immer gleich Hochverat oder ein feindlich gesinntes Haus sein. Womit man dazu kommt, dass bei einem Optimaten es fast immer um hohe (oder zumindest gefühlt hohe) Politik geht.

Das sind alles auch Sachen die man aus Aventurien mit einem Adeligen kennt, aber sie sind in Myranor noch eine Spur extremer. So kennt keiner in Albernia den tobrischen Baron, aber auch in Mayenos ist Ornachos ein Optimat mit einem Haus im Hintergrund.

Möglichkeiten dies zu umgehen, sind neben einer Gruppe die um den Opti herum gebaut ist (was nicht mit jedem Spieler zu machen ist) unter Anderem Abenteuer die vor allem in der Wildnis spielen wo der Uralor kein Unterschied macht oder Angehörige von eher bodenständigen Häusern (Kouramnion, Enanndu oder auch Rhidaman und Alantinos). Aber alles ist sehr abhängig von den Spielern in der Gruppe, insbesondere vom Selbsverständis vom Optispieler.

Tabuin

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #7 am: 02. September 2014, 13:03:54 »
Die Grundstory vom Codex Monstrorum liefert da, glaube ich, eine gute Ausgangsbasis. Ein einzelner Optimat ist nur ein kleines Rad im großen Spiel der Maschine. Wenn er nicht gerade aus dieser Provinz kommt und hier entsprechend gute Kontakte hat, wird selbst das eigene Haus gut überlegen, ob sie sich für ihn einsetzt.

Ich würde in meiner Gruppe die oben genannten "Zivilklagen" durchaus einsetzen, denn ein Optimat muss sehr stark auf seinen Ruf achten. Benimmt er sich zu sehr daneben, schädigt er alle Optimaten, da er die Autorität des eigenen Hauses und seiner Standesgenossen untergräbt. Sicherlich wird niemand gegen einen Optimaten vorgehen, der auf dem Markt einfach einen Apfel nimmt und isst. Aber auch Optis können nicht einfach mal so jemanden umhauen. Eigentlich ist kein städtisches Wesen alleine. Immer hängt irgendwo ein Cirkel oder ein Collegium oder gar ein Hohes Haus dran.

Selbst der Bettler oder kleine Dieb hat seinen Cirkel, der dann gegen den Opti agieren kann – nachts, heimlich und tlw. ebenso außerhalb des Gesetzes wie der Optimat.

Ein kleiner Händler hat sein Collegium und dort evtl. ein Mitglied der Curia, dem der Magnat noch einen Gefallen schuldet und der Trodinar der Provinz ist schwach, von der Curia und dem Senat kontrolliert ... oder es sind bald Wahlen und ein anderes Haus – es muss gar nicht mal "feindlich" sein – nutzt die Gelegenheit , sich "beim Volke" beliebt zu machen.

Ein eingebildeter Dummkopf, den man blöd behandelt hat, entpuppt sich plötzlich als Honorat inkognito, sodass man eine lokale Cammer gegen sich hat, die ihre Ehre besudelt sieht.

Man kann auch Optimaten recht gut schieben, wenn man sie als Teil des Systems sieht. Jede Heldengruppe, ist immer erst einmal außerhalb des lokalen Systems. Das gibt ihr die Möglichkeiten entsprechende (Abenteuer) Aufgaben zu übernehmen, sorgt aber auch dafür, dass sie sich schnell mal gegenüber allen anderen stehen sehen, wenn sie das System nicht respektieren und damit die Rechte und Einkommen der lokalen Mächte gefährden.

@Leonier: Da sollte man sie bei ihrer Ehre nehmen ... solange sie aus Rhacornos kommen. Imperiale sollten eigentlich kein Problem haben, sich einem Opti unterzuordnen. ;)

@Zivilklagen: Diese Klagen brauchen einen Kläger. Ist der vor Ort angesehen und/oder hat ausreichend Einfluss, wird das Prätorium (oder der Yalsikor-Orden in Gyldraland) die Klage auch verfolgen. Dann hat man einen Optimaten (Prätor), der eine hohe Position im lokalen Machtgefüge besitzt, als Antagonisten der Gruppe. Der wird seine Aufgabe zumindest so gut machen, dass es keine negativen Auswirkungen für sich selber gibt. Da kommt ein "schmuggelnder Opti" aus der Provinz "Weitweg und hier ohne Belang" gerade recht, kann man sich doch auf Kosten eines anderen ohne Einfluss gut präsentieren. Also wird der Opti zumindest in den internen Kreisen der Opti als "Schande und Besudelung des hohen Erbes der bashuridischen Ahnen" verleumdet und los geht die Hexenjagd. Das wird kein Ausrufer auf dem Markt verkünden, aber das mag schnell dazu führen, dass Vertreter des eigenen Hauses auftauchen, welche den "Renegaten" zur Räson bringen wollen, damit man wieder Ruhe hat.
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Grimoald

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #8 am: 02. September 2014, 15:54:30 »

Das sind alles auch Sachen die man aus Aventurien mit einem Adeligen kennt, aber sie sind in Myranor noch eine Spur extremer. So kennt keiner in Albernia den tobrischen Baron, aber auch in Mayenos ist Ornachos ein Optimat mit einem Haus im Hintergrund.


Naja, ich würde es eher mit dem Spiel mit Geweihten in Aventurien vergleichen.... ein Praios oder Rondrageweihter hat fast überall einen gewissen Status  und kann z.B. auch nicht einfach so aus einer Baronie verjagd werden.

Wie meinst du ndas überhaupt mit "Klagen"? Willst du Heldengruppen damit in Bewegung/ in ein Abenteuer zwingen? Dann wird der Optimat einfach versetzt, bzw. bekommt von seinen Hausoberen ein neues Amt angeboten. Oder geht es dir darum, Mist, den die Helden machen auch sanktionieren zu können? Ein Spieler-Optimat der sich zum Abendessen kleine Kinder grillt wird auch im Rahmen imperialen Rechts bestraft, wenn in keinem offenen Prozess, dann im Rahmen eines "Kuraufenthaltes" oder einer "Pilgerreise", die ihm seine Hausoberen verordnen um ihn loszuwerden. Wie Tabuin sagt, die Rahmenhandlung aus Codex-Monstrorum ist hier eigentlich ein schönes Beispiel.

Ja, Optimaten haben die Tendenz sich in die Mitte der Gruppe zu drängen, das braucht halt ein wenig "rollenspielerische Arbeit" von allen Seiten, um das auszugleichen. Sowas passiert in anderen Konstellationen (Schwarzmagier, Adliger Erbe, Boronpriester in Al'Anfa) aber auch...

Agrimoth

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #9 am: 02. September 2014, 20:25:06 »
Du sagst es ein Optimat ist
(Schwarzmagier, Adliger Erbe, Boronpriester in Al'Anfa)
und alles in einer Person. Ein adeliges Mitglied einer einflusreichen Gruppierung das sich auf schwarze Magie versteht!

Wie gesagt, ich habe lange mit einem Optimaten geleitet und alle Probleme sind lösbar, die Ansätze dafür wurden ja von dir und Tabuin schon aufgezählt. Dennoch muss man bei jedem Abenteuer noch einmal extra nachdenken und es gegebenenfalls an den Char anpassen. Da ist es ein großer Unterschied wenn der Honoat der Hilfe braucht aus dem eigenene oder einem feindlichem Haus ist.

Dafür ist er (wie schon bemerkt) z.B. praktisch wenn man eine träge Gruppe hat, da ist er geeignet um sie über seine persönliche Quensten oder Aufträge vom Haus in Bewegung zu setzen. Mann braucht halt immer eine Gruppe die mit einem dominanten Charakter umgehen kann und einen Spieler der diesen auch ausfüllt!


Varana

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #10 am: 05. September 2014, 00:08:32 »
Da stimme ich zu - lösbar und spielbar ist das alles, aber man muß eben auf die besondere Stellung anpassen. Optimaten mögen sich nicht alles erlauben können und Teil eines größeren Ganzen sein - aber sie können sich sehr viel erlauben, und sie sind in ein System eingebunden, das vom durchschnittlichen Bewohner doch ein ganzes Stück unabhängig ist. Diese Grenze sollte man mMn auch nicht unnötig einreißen. "Die Brajangarde verdächtigt euch und verfolgt und schikaniert euch deswegen" oder "man will euch etwas anhängen, um euch loszuwerden" oder dergleichen (um das Beispiel aufzugreifen) kann man bringen, aber man muß es auch an einer entsprechenden gesellschaftlichen Stelle aufhängen. Irgendein übereifriger oder korrupter Centurio reicht nicht, sondern er braucht einen Honoraten oder besser im Hintergrund. Und so weiter - wie gesagt: das meiste geht, aber man muß sich vorher drüber Gedanken machen.
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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #11 am: 17. Februar 2015, 22:30:51 »
Nochmal eine Frage zu den Optimaten, diesmal eine einzige ganz spezifische (Zant, nicht weiterlesen, milder Spoileralarm!)

Zwei Optimaten des selben Hauses aber aus unterschiedlichen Städten und damit Cammern heiraten und ziehen zusammen. Die schwächere Partei schickt quasi eine der ihren in das Domizil der stärkeren Partei zwecks engerer Anbindung und was sie sich sonst noch so davon erhofft. Wechselt die Person, die umzieht nun auch ihre Cammer oder erhält sie eine dauerhafte Gastmitgliedschaft mit Sonderpriviligien? Wahrscheinlich gibt es auch hierfür keine Standard-Lösung, aber ich hätte gerne eine 2.Meinung. Ich tendiere zum Wechsel der Zugehörigkeit. Durch die starke Anbindung an die Mentorin (auch im vollständigen Namen) bleibt damit auch immer die Verbindung zur Herkunftscammer erhalten.

Tabuin

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #12 am: 18. Februar 2015, 03:36:09 »
Die jeweils lokale Cammer hat neben der arcanen Forschungs-Komponente auch eine politische Rolle, sowohl in der Machtpolitik der Häuser als auch in der realen Verwaltung vor Ort zu spielen. Je nach Status agieren z. B. die Mitglieder im Senat oder "arbeiten" als Prätoren etc.

Sollte ein Optimat nur "Gast-Status" haben, käme er dafür nicht in Frage, was eine Schwächung der lokalen Cammer (da sie den Opti nicht nutzen kann) und der heimischen Cammer (da sie ihn ja ebenfalls nicht nutzen kann) gleichzeitig bedeuten würde. Das wird es so wohl nicht geben. Einzelne Optis, die in einer Provinz alleine ein Haus vertreten – also weltfremde Forschertypen z. B. – mögen da eine Ausnahme darstellen. Das Imperium hat viele Schwächen, aber Machtpotentiale grundsätzlich einfach zu ignorieren oder zu verschwenden ... nee. ;) 

Ich würde daher davon ausgehen, dass man mit dem (ständigen) Wohnsitz auch die lokale Cammer wählt.

Das wird so sein, wenn man für den Cursus Honorum für ein paar Jahre in der Provinz A oder dem Horasiat B aktiv ist. Und das wird sicher auch so sein, wenn man familiäre Bindungen eingeht und für eine absehbar lange Zeitspanne den Lebensort festlegt. Ein weiterer Grund: Nach UdS leben viele Optis im Cammer-Haus, also mehr oder weniger auf Kosten der Cammer. Dafür wird man eine Gegenleistung vor Ort als Kompensation veranschlagen können. Diese Kompensation wird je nach Dauer nicht nur durch die Weitergabe von Kenntnissen zu entrichten sein.
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Sieben

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #13 am: 18. Februar 2015, 11:01:16 »
Danke für die Antwort, eigentlich gehe ich ja auch von einem Wechsel aus. Ich hänge dabei aber an folgendem Absatz (MyMa S.171): "Der formelle und dauerhafte Wechsel von einer Cammer zur anderen ist frühestens für einen Adeptus Maior möglich und geschieht sehr selten [...]". Der Cursus Honorum beginnt ja sowieso erst als Adeptus Maior, aber das "sehr selten" müsste man dann relativieren. Für Adepti Minor gilt dann praktisch ein Verbot des Wohnortswechsels, was ja sowieso ein ziemliches no-go wäre, bei den Pflichten gegenüber dem Mentor. Ist damit praktisch auch das "externe verheiraten" von Adepti Minor untersagt (die ja wohl sowieso keine so begehrte Partie abgeben würden)?

Varana

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Re: Klassische Plots an Optimaten anpassen
« Antwort #14 am: 18. Februar 2015, 13:00:55 »
Solche rigorosen Aussagen, finde ich, sollte man immer etwas relativieren. Man hat sich da mit der sehr starren und einheitlichen Struktur bei den Optimatenhäusern mMn selber das Leben unnötig schwer gemacht und ist von einer ganz speziellen Optimatenkarriere ausgegangen, die sich in der Praxis so kaum umsetzen läßt, bzw. mit zahlreichen anderen Beschreibungen und (v.a.) Abenteuereinsätzen kollidiert. (Quasi asketisch allein für ihre Ausbildung in Gemeinschaftsquartieren ihres Konzerns lebende Forscher verbreiten nicht gerade das Flair einer auch nur mittelmäßig dekadenten gesellschaftlichen Oberschicht...)
Die Struktur der Optimatenhäuser an sich ist ja okay, nur über zusätzliche Aussagen wie "selten, nie, ganz ganz schlimm für Karriere und Leben!!!!, IMMER, ist das klar?" sollte man einfach einen Eimer Salz auskippen. ;)
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