Autor Thema: Offizielles Myranor  (Gelesen 3685 mal)

Sieben

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Offizielles Myranor
« am: 20. Februar 2014, 10:03:52 »
Ich weiß, das Thema ist nicht besonders originell, aber wie zuletzt im Thread zum kommenden Militär-Band geschehen, prallen immer wieder gegensätzliche Erwartungen bzgl. der gewünschten Detaildichte (und deren Verbindlichkeit) eines offiziellen Myranors gegeneinander.
Ich hatte schon Probleme damit zu verstehen, warum es von einigen so problematisch gesehen wird, wenn die freieren Generierungsregeln von WnM die Möglichkeit geben, "unrealistische" (d.h. mit dem offiziellen Hintergrund schwer zu vereinbarende) Charaktere zu erstellen. In meiner Sicht ist das höchstens das Problem der jeweiligen Runde und auch nur dort zu lösen. So lange der Meister den Spielern nicht jedes abwegige Charakterkonzept durchgehen lässt, ist doch alles gut, oder? Und wenn ich einen Myrmidonen der 1. Zenturie, 3. Kohorte 2. Manipel der XIIISchlagmichtot spiele, dann ist es mir eigentlich relativ egal, ob irgendwo unter der Spielerschaft zufällig jemand exakt die gleiche Auswahl getroffen und damit die gleiche Ausbildung genossen aber sehr abweichende Talentwerte hat. Schlimmstenfalls begegnen wir uns mal auf einer Con und diese Unterschiede werden im Spiel offenbar. Aber da schätze ich die "Gefahr" wesentlich höher ein, dass sich mehrere Helden treffen, die allesamt für sich beanspruchen, Xarxaron vor dem Untergang gerettet zu haben, die Lamea begleitet zu haben etc. etc.. Wo ist der Unterschied? Ich verstehe es nicht, daher dieser Thread.

Mal andersherum überlegt, argumentiere ich immer, dass doch jeder sein Ding machen und nicht auf zu kleinteiligen Festlegungen bestehen soll. Warum ist es mir nicht egal, wenn alles festgelegt und mit Sternchen versehen würde? Warum nehme ich das Gegenargument nicht an, das alles nur als Anregung zu benutzen und für mich selber mein eigenes Ding zu machen, ungeachtet einer offiziellen Version, die anderen Fans einfach besonders wichtig ist?
Weil es die kreative Energie des Settings abwürgt. Autoren fangen an, sich nicht mehr ausleben zu können, weil ihre Werke in ein immer enger werdendes Korsett passen müssen. Das betrifft mich dann schon, weil ich gerne offizielle Abenteuer kaufe, sei es, um sie direkt zu spielen, oder einfach nur, um mich inspirieren zu lassen. Gute Ideen sind in einem "unfreien" Setting evtl. nicht mehr umsetzbar oder erfordern den Mut, sich über Setzungen hinweg zu setzen, was dann naturgemäß zu heftiger Kritik führt. Ist es nicht so, dass sich in Aventurien die Beschwerden häufen, dass Romane oder Abenteuer nicht Hintergrund-konform genug sind? Dass z.B. Antagonisten Sachen können, die Helden nicht offen stehen? Warum wird so etwas gemacht? Ich denke, es liegt hauptsächlich daran, dass das aventurische Korsett zu eng ist, dass es langweilig ist, sich immer nur der "erlaubten" Zutaten zu bedienen, dass es frustrierend ist, spannende Ideen nicht umsetzen zu können, oder mal etwas einrucksvoll neues zu präsentieren.
Ich habe es so verstanden, dass Myranor (u.a.) ein Resultat des Bedürfnisses nach mehr Ellenbogenfreiheit ist, und ich weiß es sehr zu schätzen, dass die Redaktion in vielen Fällen dem häufig geäußerten Wunsch nach klareren Festlegungen bewusst nicht nachkommt. Ich verstehe, dass manche Spielleiter gerne eigene Sachen so planen wollen, dass sie zukünftigen Setzungen nicht widersprechen. Dass diese Sicherheit nicht gewährt wird, ist halt der Preis des offeneren Settings und es ärgert mich sehr, immer wieder zu lesen, dass Spieler, die gerade diese Offenheit bevorzugen, mit DSA eigentlich schon immer die falsche Wahl getroffen haben und besser das System wechseln sollten. Ich habe das Spiel in Aventurien geliebt, bis es mir aus hinlänglich diskutierten Gründen zu eng und unkreativ und damit frustrierend wurde. Myranor ist praktisch der Gegenimpuls zur aventurischen Entwicklung und hat, ebenso wie seine Fans, die gleiche Daseinsberechtigung im DSA-Universum.

Also mein abschließender Apell an die Freunde der Festlegungen: Ich hab mich schon aus Aventurien zurück gezogen. Sagt mir bitte nicht, dass auch in Myranor kein Platz für mich ist. Legt nicht aventurische Maßstäbe an Myranor an und lasst es bitte sein, der Redaktion vorzuwerfen, "alles falsch zu machen". Das ist unhöflich und eine rein subjektive Einschätzung. Myranor ist grundlegend anders als Aventurien und darf es auch sein, das ist quasi eine offizielle Festlegung.

Weltengeist

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #1 am: 20. Februar 2014, 12:02:44 »
+1

Mythos

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #2 am: 20. Februar 2014, 15:05:21 »
Ein paar Punkte von mir dazu:

Ich kann dieses Argument, alles als Anregung zu betrachten und sein eigenes Ding zu machen, nicht mehr hören. Ich brauche keine Anregung. Ich habe genug Fantasie, um eine komplette eigene Welt zu erschaffen (was ich vor DSA4 auch schon gemacht hatte), aber ich habe dazu keine Zeit. Stattdessen bin ich bereit, Geld für eine Welt auszugeben, und erwarte, dass die Bände dann auch liefern. Und als Welt habe ich DSA ausgewählt, weil DSA4 mich völlig überzeugt hatte und der Hintergrund sich ebenfalls als super herausgestellt hat. Und nachdem ich jetzt viel Geld, Zeit und Liebe in DSA gesteckt habe, erwarte ich auch, dass sich das Produkt nicht ändert.

Das Korsett für die Autoren, also die Tatsache, dass Folgeprodukte keinen früheren Produkten widersprechen, ist gerade eines der Hauptvorteile vom DSA Hintergrund. Jeder Autor, der mit so einem Korsett nicht umgehen kann, ohne Widersprüche zu erzeugen, ist eben kein geeigneter Autor für so ein Produkt.

Ich bin insbesondere Anhänger des offiziellen Hintergrunds. Das Offizielle macht die Welt in meinen Augen erst spielenswert. Das Offizielle und die DSA4-Generierung (und WnM zähle ich nicht dazu). Wenn ich heute nach einer neuen Welt suchen würde, müsste sie einen offiziellen Hintergrund ohne Widersprüche besitzen, der mit jedem Band erweitert wird.

Es ja nicht so, dass ich nichts Eigenes mache. Im Gegenteil. Interessanterweise aber bisher hauptsächlich in Aventurien. Warum nicht auch in Myranor? In Aventurien weiß ich, was ich selbst ausgestalten kann. In Myranor habe ich vielleicht weit größere Möglichkeiten, aber es fehlen klar definierte für offizielle Produkte reservierte Bereiche (Beispiel: Welche Provinzen, welcher Horasiate bleiben Weiße Flecken oder erhalten nur eine Grundbeschreibung und welche könnten in Zukunft offiziell behandelt werden?) So wie es jetzt ist, ist es mir als Anhänger des Offiziellen zu riskant.
Myranor darf ja gerne viel grober beschrieben sein, als Aventurien, aber es ist mir derzeit zu schwammig und zu unkomplett für Eigenes.

Und zum Appell: Myranor ist seit der Box meine Lieblingsregion. Leider durch einige Retcons und WnM nicht mehr so sehr, wie früher. Wenn Myranor fällt, fällt bei mir DSA. Es ist eine Welt.

Varana

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #3 am: 20. Februar 2014, 15:36:27 »
Weitgehende* Zustimmung zu Sieben.
Der enge Hintergrund ist ein Hauptmerkmal von Aventurien, nicht von DSA. In Aventurien sehe ich das ähnlich - wenn es irgendwo was Festgelegtes gibt, dann hat man sich als Autor offizieller Abenteuer dran zu halten. Was ich privat mache, ist meine Sache, und was der Autor privat macht, seine.
Aber nicht in Myranor. Es ist dasselbe Regelsystem, es ist dieselbe Welt, aber es sind unterschiedliche Kontinente, die leicht unterschiedliche Fantasy-Genres aufgreifen, und - hier v.a. wichtig - es ist in manchen Punkten ein unterschiedlicher Ansatz ans Rollenspiel. Die Freiheit, Schwammigkeit, Vorläufigkeit und groben Pinselstriche bei Myranor sind ein Feature, und zwar ein im Vergleich zu Aventurien charakteristisches Feature, und nicht ein noch zu behebendes Problem.
Übertrieben und überspitzt: Wenn ich in Myranor leite und keiner offiziellen Setzung widerspreche, läuft was schief. ;)

* Da ist der Satz mit Dingen, die die Charaktere nicht können. Ja, sowas kann man einführen - aber von da an können es, falls sie die Voraussetzungen erfüllen, alle lernen. Und es darf keinen Spielregeln widersprechen.
Der Hintergrund ist dehnbar. An Regeln haben sich alle zu halten.
Ich bin das Imperium an des Verfalles Ende,
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Pauloverlanos te Alantinos

Sieben

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #4 am: 20. Februar 2014, 16:24:07 »
@Mythos: Die Sache ist ja die, dass man für Deine Planungssicherheit diverse kreative Türen endgültig schließen müsste. Gibt es die verbindliche Aussage, dass Horasiat XY nach eigenem Gutdünken ausgestaltet werden kann, kann kein Autor seine Ideen hierzu jemals ausarbeiten, und seien sie noch so gut. Regionalspielhilfen wären völlig tabu, selbst Abenteuer immer eine Gratwanderung.
Das Korsett für die Autoren, also die Tatsache, dass Folgeprodukte keinen früheren Produkten widersprechen, ist gerade eines der Hauptvorteile vom DSA Hintergrund. Jeder Autor, der mit so einem Korsett nicht umgehen kann, ohne Widersprüche zu erzeugen, ist eben kein geeigneter Autor für so ein Produkt.
Eine weitgehend widerspruchsfreie Produktlinie finde ich ja auch schöner. Ich erwarte von Autoren auch, dass sie ihre Hausaufgaben machen und ihre Produkte gut in die Hintergrundwelt einpassen. Ich finde nur, man sollte das Korsett nicht enger schnüren, als nötig. Dazu gehört, nicht ohne ganz konkrete Planungen irgendwelche Bereiche für zukünftige Produkte zu "reservieren". Widersprüche lassen sich gut vermeiden, wenn man die Vorgaben etwas "schwammiger" hält und auf Festlegungen, wo möglich, verzichtet. Und ich halte es für einen Vorteil, dass DSA mit seinen verschiedenen Spielwelten (die sich einen Globus teilen) hier verschiedene Geschmäcker bedient. Die Sprüche, dass die neueren Entwicklungen in Myranor "kein DSA4" mehr seien, fand ich etwas daneben. DSA ist vielfältiger geworden, ja. Ich sehe nicht, inwiefern diese Entwicklung den Spielspaß mancher Spieler ersthaft stören könnte.

Zitat von: Mythos
Ich bin insbesondere Anhänger des offiziellen Hintergrunds. Das Offizielle macht die Welt in meinen Augen erst spielenswert.
Und gerade das verstehe ich überhaupt nicht. Wo ist der Mehrwert beim Offiziellen?

Mythos

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #5 am: 20. Februar 2014, 17:14:37 »
Es ist also offenbar so, dass diejenigen, die behaupten, dass man sich sein eigenes DSA machen kann und Widersprüche hinnehmen sollte, ausgerechnet diejenigen sind, die gegen zu viel offizielle Setzungen sind. Warum? Gerade diejenigen sollten doch die wenigsten Probleme haben, diese Setzungen zu ignorieren!
Umgekehrt: Fehlen offizielle Setzungen, sind diejenigen, die welche brauchen und wollen, aufgeschmissen.

Warum brauch ich Myranor, wenn ich keinen Wert auf offizielle Setzungen lege? Dann kann ich gleich in Aventurien bleiben und dort alles so gestalten, wie es mir passt.

Myranor ist grober beschrieben. Lässt viel mehr Raum zum Selbermachen. Aber dennoch benötigt es eine gewisse Konkretisierung und Vollständigkeit.

Ich kaufe doch DSA-Produkte wegen dem, was da drin geschrieben steht, also dem Offiziellen.

@Mythos: Die Sache ist ja die, dass man für Deine Planungssicherheit diverse kreative Türen endgültig schließen müsste. Gibt es die verbindliche Aussage, dass Horasiat XY nach eigenem Gutdünken ausgestaltet werden kann, kann kein Autor seine Ideen hierzu jemals ausarbeiten, und seien sie noch so gut. Regionalspielhilfen wären völlig tabu, selbst Abenteuer immer eine Gratwanderung.
Warum gleich ein Horasiat? Die Horasiate sind einzigartig. Ein Feature Myranors. Daher sollten sie schon beschrieben werden. Tut man ja eigentlich auch. Weiße Flecken in dieser Größe gehören ins Riesland. Aber innerhalb des Horasiates gibt es viele Provinzen, die sich gleichen mögen. Hier kann man jeweils die meisten zur freien Gestaltung bestimmen. Und innerhalb einer beschriebenen Provinz gibt es viele Domänen, die sich gleichen. Wieder können diese zur freien Gestaltung bestimmt sein. Usw. Oder man beschreibt etwas grob und gibt es dann zur weiteren Gestaltung frei.
Jedenfalls sollte ein Autor selten in die Verlegenheit kommen, dass er eine Idee für Horasiat X nicht umsetzen kann, weil er dafür eine bestimmte genau lokalisierte Provinz braucht, die aber als Weißer Fleck definiert ist. Und wenn doch, dann ist es eben Aufgabe des Autors, kreativ zu sein.

Für die Autoren lassen sich Widersprüche besser vermeiden, wenn man es erstmal schwammiger lässt? Nein, sie können nur freier ausgestalten, wenn es dann so weit ist. Ich denke aber, dass ein guter Autor auch mit bereits konkreten Festlegungen arbeiten können muss. Oder für die Kurzbeschreibungen in Spielhilfen wie UdS eben schon für zukünftige Produkte vorausplant.

Sieben

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #6 am: 20. Februar 2014, 18:22:45 »
Es ist also offenbar so, dass diejenigen, die behaupten, dass man sich sein eigenes DSA machen kann und Widersprüche hinnehmen sollte, ausgerechnet diejenigen sind, die gegen zu viel offizielle Setzungen sind. Warum? Gerade diejenigen sollten doch die wenigsten Probleme haben, diese Setzungen zu ignorieren!
Habe ich oben schon beantwortet. Zu enge Setzungen beschneiden künftige Produkte in ihren Möglichkeiten. Ich habe überhaupt kein Problem damit, Offizielles zu ignorieren, wenn es mir nicht passt. Ich habe aber sehr wohl ein Problem damit, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Lieblingssetting kreativ verarmt (leichte Übertreibung, bitte nicht unbedacht zitieren :)) ). Ich denke mir häufig Sachen selber aus, das heißt aber nicht, dass ich nicht gerne offizielles Material lese und nutze. Und ich bilde mir ein, dass dieses Material umso fantasievoller und spannender ausfällt, je freier sich die Autoren "austoben" können. Myranor bietet da eine geniale Spielfläche mit groben Strukturen, das sehr viel Freiraum in den Details bereit hält.

Zitat von: Mythos
Ich kaufe doch DSA-Produkte wegen dem, was da drin geschrieben steht, also dem Offiziellen.
Da vermischt Du für mich zwei Sachen miteinander. DSA-Produkte können auch Anregungen enthalten, mehrdeutig sein bzw. bewusst auf klare Festlegungen verzichten oder ganz explizit dazu auffordern, einen Sachverhalt selbst zu entscheiden (Paradebeispiel: kerrishitische Feuerwaffen). Wenn Du schreibst, Du wärst insbesondere Anhänger des offiziellen Hintergrunds, und damit nur meinst, Du wärst Fan von dem, was in den Büchern drinsteht, wäre diese Aussage etwas... naja, dürftig.

Zitat von: Mythos
Warum gleich ein Horasiat? Die Horasiate sind einzigartig. Ein Feature Myranors. Daher sollten sie schon beschrieben werden. Tut man ja eigentlich auch. Weiße Flecken in dieser Größe gehören ins Riesland. Aber innerhalb des Horasiates gibt es viele Provinzen, die sich gleichen mögen. Hier kann man jeweils die meisten zur freien Gestaltung bestimmen. Und innerhalb einer beschriebenen Provinz gibt es viele Domänen, die sich gleichen. Wieder können diese zur freien Gestaltung bestimmt sein. Usw. Oder man beschreibt etwas grob und gibt es dann zur weiteren Gestaltung frei.
Gut, Horasiat war etwas hoch gegriffen. Ich dachte, dass Beispiel stammte von Dir, da habe ich mich aber wohl verlesen, Du sprachst von Provinzen. Aber was wünscht Du Dir denn diesbzgl.? Die Provinzen sind doch praktisch allesamt zur eigenen Ausgestaltung freigegeben. Natürlich könnte es passieren, dass, wenn Du eine Provinz selber entworfen hast, eine zukünftige Publikation an der selben Stelle eine ganz andere Provinz ansiedelt. Um das zu vermeiden müsste man sämtliche Provinzen des Imperiums im Vorfeld festlegen, evtl. benennen, etc. Das wurde in UDS bewusst nicht gemacht, um künftigen Produkten bzw. den Spielleitern mehr Freiraum zu lassen. Das ist Myranor.

Zitat von: Mythos
Myranor ist grober beschrieben. Lässt viel mehr Raum zum Selbermachen. Aber dennoch benötigt es eine gewisse Konkretisierung und Vollständigkeit.
Nein, Myranor braucht das nicht, Du brauchst das. Ich denke, Du musst Dich damit begnügen, dass Du das in Aventurien geboten bekommst. Wenn für Myranor dereinst Regionalspielhilfen erscheinen, bin ich mal gespannt, welche Detailtiefe diese dann bieten. Ich hab ja nichts dagegen, wenn einzelne Bereiche exemplarisch ausgestaltet werden, nur bitte nicht mit diesem Anspruch auf Vollständigkeit.

Mythos

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #7 am: 20. Februar 2014, 19:07:55 »
Habe ich oben schon beantwortet. Zu enge Setzungen beschneiden künftige Produkte in ihren Möglichkeiten. Ich habe überhaupt kein Problem damit, Offizielles zu ignorieren, wenn es mir nicht passt. Ich habe aber sehr wohl ein Problem damit, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Lieblingssetting kreativ verarmt (leichte Übertreibung, bitte nicht unbedacht zitieren :)) ). Ich denke mir häufig Sachen selber aus, das heißt aber nicht, dass ich nicht gerne offizielles Material lese und nutze. Und ich bilde mir ein, dass dieses Material umso fantasievoller und spannender ausfällt, je freier sich die Autoren "austoben" können. Myranor bietet da eine geniale Spielfläche mit groben Strukturen, das sehr viel Freiraum in den Details bereit hält.
Enge Setzungen? Gut, ich brauche eher Klarheit und Vollständigkeit. Myranor darf gerne grob bleiben. Die Menge des vorhandenen Materials sehe ich auch nicht als Last, eher im Gegenteil. Ich hatte bei eigenen Projekten immer weitere Ideen oder mehr Ideen, je mehr es schon gab.
Überhaupt, jedesmal, wenn etwas festgelegt wird, steckt eine Idee dahinter. 

Da vermischt Du für mich zwei Sachen miteinander. DSA-Produkte können auch Anregungen enthalten, mehrdeutig sein bzw. bewusst auf klare Festlegungen verzichten oder ganz explizit dazu auffordern, einen Sachverhalt selbst zu entscheiden (Paradebeispiel: kerrishitische Feuerwaffen). Wenn Du schreibst, Du wärst insbesondere Anhänger des offiziellen Hintergrunds, und damit nur meinst, Du wärst Fan von dem, was in den Büchern drinsteht, wäre diese Aussage etwas... naja, dürftig.
Ja, in DSA Werken steht oft, dass man das Geschriebene auch ignorieren kann. Halte ich für Platzverschwendung. Ich weiß selbst, dass ich alles ignorieren kann.


Gut, Horasiat war etwas hoch gegriffen. Ich dachte, dass Beispiel stammte von Dir, da habe ich mich aber wohl verlesen, Du sprachst von Provinzen. Aber was wünscht Du Dir denn diesbzgl.? Die Provinzen sind doch praktisch allesamt zur eigenen Ausgestaltung freigegeben. Natürlich könnte es passieren, dass, wenn Du eine Provinz selber entworfen hast, eine zukünftige Publikation an der selben Stelle eine ganz andere Provinz ansiedelt. Um das zu vermeiden müsste man sämtliche Provinzen des Imperiums im Vorfeld festlegen, evtl. benennen, etc. Das wurde in UDS bewusst nicht gemacht, um künftigen Produkten bzw. den Spielleitern mehr Freiraum zu lassen. Das ist Myranor.
Eine Karte mit den Provinzengrenzen der Provinzen, wo man aufpassen sollte, würde reichen. Oder irgendeine eine andere Art von Sicherheit.

Nein, Myranor braucht das nicht, Du brauchst das. Ich denke, Du musst Dich damit begnügen, dass Du das in Aventurien geboten bekommst. Wenn für Myranor dereinst Regionalspielhilfen erscheinen, bin ich mal gespannt, welche Detailtiefe diese dann bieten. Ich hab ja nichts dagegen, wenn einzelne Bereiche exemplarisch ausgestaltet werden, nur bitte nicht mit diesem Anspruch auf Vollständigkeit.
Ich spreche nicht von Detailtiefe, sondern von Klarheit und Vollständigkeit. Das hat nichts mit engen Setzungen oder starker Detailtiefe zu tun. Wenn ich z.B. nicht verstehe, wie eine Cammer aufgebaut ist, dann behindert es auch die eigene Ausgestaltung einer solchen.

GSandSDS

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #8 am: 20. Februar 2014, 19:10:56 »
Ich spreche nicht von Detailtiefe, sondern von Klarheit und Vollständigkeit.

Ich glaube, genau da liegt gerade das Problem in der Diskussion. Der Begriff Vollständigkeit impliziert eine lückenlose Beschreibung. Das entspricht wiederum dem maximal möglichen Grad an Detailtiefe ohne weitere weiße Flecken.
Zum Runterladen und Kennenlernen: Aventurien für AnfängerMyranor für Anfänger

Sieben

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #9 am: 20. Februar 2014, 19:29:20 »
Ich spreche nicht von Detailtiefe, sondern von Klarheit und Vollständigkeit.

Ich glaube, genau da liegt gerade das Problem in der Diskussion. Der Begriff Vollständigkeit impliziert eine lückenlose Beschreibung. Das entspricht wiederum dem maximal möglichen Grad an Detailtiefe ohne weitere weiße Flecken.
Ja, so habe ich das verstanden. Gegen eine detaillierte Beschreibung, wie z.B. eine Cammer aufgebaut ist habe ich gar nichts, ganz im Gegenteil. So etwas hilft natürlich beim selber machen enorm.

Finarfin

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #10 am: 20. Februar 2014, 20:10:06 »
Auch ich stimme Sieben weitestgehend zu (bis auf den Teil mit den Regelabweichungen: Regeln sind dazu da, um angewendet zu werden, bei Scs wie bei NSCs). Ich will verbindliche Strukturen, aber regionale Details sollten sehr sparsam eingesetzt werden, vllt. eine Beispielprovinzhauptstadt, eine Beispielmetropole, eine Beispielmyriade, damit erkennbar ist, wie die Strukturen umgesetzt werden könnten, und dann is feddich!

Varana

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #11 am: 20. Februar 2014, 21:15:07 »
Ja, ich glaube, das trifft es ganz gut:
Exemplarisch, also an einem Beispiel, in die Tiefe zu gehen, ist gut. Eine lückenlose Beschreibung - und das verbinde ich mit Vollständigkeit - dagegen nicht.

Was mir aber eben ganz wesentlich mißfällt, auch in Aventurien (besonders in Aventurien), ist dieses unsägliche Konzept von "Sternchen" oder vordefinierten "weißen Flecken". Damit amputiere ich Teile der Spielwelt. Das ist nicht so tragisch, wenn es um willkürlich austauschbare Dinge geht - myranische Provinzen oder aventurische Dorfschmiede. Aber auch in diesen Fällen läßt sich das Argument genauso umdrehen: Wenn sie austauschbar sind, wozu dann als weiße Flecken kennzeichnen? Kommt es zu einem Konflikt, kann ich den auch selbständig lösen. Ganz problematisch wird es dagegen, wenn es um einzigartige Dinge geht. Dann kann ich sie nämlich in einem Abenteuer auch dann nicht - selbst am Rande nicht - interagieren lassen, wo es eigentlich plausibel wäre. Und damit wird die Spielwelt unplausibel. Von den Ideen, die dadurch abgeschnitten werden, ganz abgesehen.

Diese Grenze zwischen Austauschbarkeit und Einzigartigkeit liegt in Myranor an einem deutlich anderen Punkt als in Aventurien. Und das soll bitte so bleiben. Eine Publikation wie Myrunhall ist gut, denn sie betrifft eine Sache, die wirklich so oft vorhanden ist, daß sie austauschbar bleibt. Bei anderen Dingen dagegen verschiebe ich die Grenze mit einer Beschreibung - Beispiel Myriaden: Die sind nicht selten, aber doch begrenzt vorhanden und v.a. betreffen sie große Regionen der Spielwelt. Jede Myriade in einer Spielhilfe konkret zu beschreiben, halte ich nicht für sinnvoll. Eine Beispielmyriade mit typischen Elementen und Hinweisen zu häufigen Abweichungen - das ist wichtig. Aber nicht quasi vorauseilende Definition. Falls dann mal ein Abenteuer kommt, das eine bestimmte Myriade zum Thema hat - da ist der richtige Platz, Festlegungen zu treffen. Bis dahin kann und sollte man das offen halten.
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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #12 am: 21. Februar 2014, 00:34:41 »
dieses unsägliche Konzept von "Sternchen" oder vordefinierten "weißen Flecken"

Ich freue mich zu sehen, dass sich meine Ansicht langsam verbreitet. Inzwischen macht ja sogar die Redax einen Schritt zurück und löst erste, kleine weiße Flecken auf (Wahrer der Ordnung Tulamidia, Erzwissensbewahrer Bornland, …). 8-)

Mythos

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #13 am: 21. Februar 2014, 15:39:53 »
Ich spreche nicht von Detailtiefe, sondern von Klarheit und Vollständigkeit.

Ich glaube, genau da liegt gerade das Problem in der Diskussion. Der Begriff Vollständigkeit impliziert eine lückenlose Beschreibung. Das entspricht wiederum dem maximal möglichen Grad an Detailtiefe ohne weitere weiße Flecken.
Mit dieser Definition ist nicht mal Aventurien annähernd vollständig beschrieben. Vollständigkeit hängt doch davon ab, was vollständig sein soll. Zunächst muss natürlich die Funktionsweise der Region und der Kulturen (auch regeltechnisch) erklärt werden, da kann man nicht viel kürzen. Und dann müssen Dinge wie die Derografie, Reiche, Hauptstädte, Besonderheiten, Völker und alles was ziemlich limitiert ist auf einen bestimmten Level beschrieben werden. Und hier ist der Unterschied zu Aventurien: Myranor ist grober beschrieben, aber wenn der gesamte Kontinent so beschrieben sein wird, wie in UdS, dann ist zumindest die Derografie vollständig.
Aber selbst wenn die Derografie irgendwann vollständig beschrieben sein wird, wird es nicht zu Ende sein. Es müsste natürlich weitere Hintergrund-Produkte geben, sonst kann irgendwann nichts mehr veröffentlicht werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass es immer detailierter wird.


Wanderer

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Re: Offizielles Myranor
« Antwort #14 am: 05. März 2014, 22:32:12 »
Der aktuelle Detailgrad von Myranor gefällt mir. Ein paar exemplarische Beispiele sind gut, aber auch ich möchte es dabei belassen.