Autor Thema: Bleiben alte Produkte kanonisch?  (Gelesen 11673 mal)

barbarossa rotbart

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #15 am: 20. Januar 2014, 12:00:05 »
Die überflüssige Romanisierung hat folglich nichts mit dem Erfolg von UdS zu tun und war folglich so überflüssig wie ein Kropf.

Hoffen wir mal, dass für die bansumitischen Kulturen nicht etwas ähnliches gemacht wird.
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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #16 am: 20. Januar 2014, 12:00:34 »
Zum Südband: Es sind nicht die großen Retcons (wie sie z.B. beim Wechsel von DSA1 zu DSA2 gemacht wurden), die problematisch sind, sondern die kleinen.

Interessante Logik... ???

Meine 5 Obuli: Ich denke, "Unter dem Sternenpfeiler" ist deshalb erfolgreich, weil es erstmal seit dem Myranor-Hardcover (oder vielleicht sogar erstmals seit Einführung von Myranor überhaupt) aus einem Guss ist, optisch endlich zeitgemäß daherkommt und alles enthält, was man zum Spielen braucht. Ich finde den Band auch ziemlich gut gemacht (auch wenn ich gar nicht so viele Lesemärkchen reinkleben kann, wie ich mir wichtige Stellen markieren müsste). Vermutlich hat auch die zeitliche Nähe zu "Reise zum Horizont" geholfen. Dass der Erfolg des Bandes aber an irgendwelchen Settingänderungen hängt, bezweifle ich. Auch wenn sie mich selbst nicht sooo sehr gestört haben - ja, das Imperium als Römerreich finde ich auch nicht immer sooo toll, dafür sind ja aber auch viele coole Sachen an der Peripherie hinzugekommen. Und auf den Südband freue ich mich ohnehin wie Bolle.

Apalos

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #17 am: 20. Januar 2014, 16:29:31 »
Bis zu UdS gab es bereits etwa 2.000 myranische Begriffe, was für Neueinsteiger eine echte Hürde darstellt. Mit UdS wurde da einiges besser und verständlicher gemacht. Wenn dafür die Exotik im Promille-Bereich Federn lassen musste ... ist das ein preiswerter Effekt.

Nur damit die Anti-Redcon-Fraktion nicht die einzigen sind, die hier schreien - Danke für die Romanisierung. Die griechischen Begriffe empfand meine Spielrunde und ich als übermäßig abschreckend. Und wenn ich das richtig verstanden habe, substituieren die neuen Begriffe die alten nicht, sondern sind alternativ zu sehen, genauso wie bei Maßen und Gewichten.

Das mag zwar der Hintergedanke gewesen sein, aber in meinen Augen war  es ein Fehler, weil dadurch sehr viel vom besonderen Flair verloren geht. Außerdem hatte man mit der Dunklen Zeiten-Box zu diesem zeitpunkt schon längst eine römische Kultur. Auch bezweifle ich, dass jeder Myranor-Spieler sich unter den lateinischen Begriffen etwas vorstellen kann.

Es ändert nichts daran, dass die Romanisierung Myranors (was in meinen Augen keine Vereinfachung ist) ein klassischer Retcon ist.
Wenn ich das richtig verstehe, ist das aventurische alte Reich (Horasreich) eine ehem. Kolonie des Imperiums - von daher ist es für mich nur logisch, dass Alt-Bosparano und Myranisch-Imperial aus der gleichen Sprachfamilie stammen. Des weiteren stelle ich mir die Lamea-Kampagne ziemlich schwierig vor, wenn es gar keine sprachlichen Gemeinsamkeiten gibt. :) (Bin mir aber erst am Einlesen in Jenseits des Horizonts - die Helden sind noch nicht auf Myranor angekommen :) )

barbarossa rotbart

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #18 am: 20. Januar 2014, 16:46:21 »
Du übersiehst da etwas. Latein, Deutsch, Griechisch etc. sind nur Platzhalter für die eigentlichen Sprachen. Hätte man dies wirklich konsequent umgesetzt, müsste man für Bosparano Alt- oder Mittelhochdeutsch verwenden.
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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #19 am: 20. Januar 2014, 17:00:43 »
Du übersiehst da etwas. Latein, Deutsch, Griechisch etc. sind nur Platzhalter für die eigentlichen Sprachen. Hätte man dies wirklich konsequent umgesetzt, müsste man für Bosparano Alt- oder Mittelhochdeutsch verwenden.
Was man natürlich auch so deuten kann, dass sich inner-myranisch an den Begriffen (also in der imperialen Sprache) ggf. gar nicht so viel geändert hat. In erster Linie hat sich die Transkription der Begriffe für den Leser maßgeblich geändert.
Zum Runterladen und Kennenlernen: Aventurien für AnfängerMyranor für Anfänger

Apalos

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #20 am: 20. Januar 2014, 18:21:28 »
Du übersiehst da etwas. Latein, Deutsch, Griechisch etc. sind nur Platzhalter für die eigentlichen Sprachen. Hätte man dies wirklich konsequent umgesetzt, müsste man für Bosparano Alt- oder Mittelhochdeutsch verwenden.
Da bin ich mir nicht ganz sicher - Ich habe grad keine Gelegenheit nachzuschauen ob Bosperano und Garethi zu einer Sprachfamilie gehören (also äquivalent zu Neudeutsch, Mittelhoch- und Altdeutsch) in "meinem" Myranor gehören aber zumindest Bosparano und die Imperial-Sprachen zu einer Sprachfamilie (wie gesagt, keine Ahnung ob RAW/RAI oder was auch immer, ich hab noch keinen Master in Myrana)

barbarossa rotbart

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #21 am: 20. Januar 2014, 19:00:53 »
Siehe WdS S.195. Zur Garethi-Sprachfamilie gehören Garethi, Bosparano, Zyklopäisch und Aureliani, welches auch als Alt-Güldenländisch bekannt ist.
WnM S.179 sagt uns, dass Alt-Güldenländisch in Myranor als Alt-Imperial bekannt ist. Dort steht auch, dass Alt-Imperial, Hiero-Imperial und Gemein-Imperial auch zur Garethi-Sprachfamilie gezählt werden.

Da Bosparano (für das Latein verwendet wird) und Garethi (für das modernes Hochdeutsch verwendet wird) zur gleichen Sprachfamilie gehören, Latein und Deutsch aber nicht, sollte es einen doch nicht stören, wenn man Griechisch für die Imperial-Sprachen verwendet.
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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #22 am: 20. Januar 2014, 23:23:37 »
Du übersiehst da etwas. Latein, Deutsch, Griechisch etc. sind nur Platzhalter für die eigentlichen Sprachen. Hätte man dies wirklich konsequent umgesetzt, müsste man für Bosparano Alt- oder Mittelhochdeutsch verwenden.
Was man natürlich auch so deuten kann, dass sich inner-myranisch an den Begriffen (also in der imperialen Sprache) ggf. gar nicht so viel geändert hat. In erster Linie hat sich die Transkription der Begriffe für den Leser maßgeblich geändert.
Und da wäre die Frage, was die ursprünglichen Begriffe (Griechisch durch den Fleischwolf gedreht) eigentlich suggerieren sollten. Irgendwas mit Griechenland kann's kaum gewesen sein, denn die Myriaden haben mit griechischem Militär rein gar nichts, mit römischen Legionen aber sehr viel zu tun; Byzanz kennt kein Schwein, das taugt nicht als Assoziation (und auch nicht als Parallele). Höchstens "das hier ist das Alte Grom, nicht das alte Rom" - also das Vorbild so weit zu verfremden, daß man eben nicht mehr gleich an Asterix denkt. Aber war das die Absicht? Und war's das wert, ein Set an Bezeichnungen einzuführen, die eigentlich (außer Stratege) keinem was sagten, weil man nur noch mit viel Mühe erkennen konnte, daß es überhaupt Pseudo-Griechisch sein sollte ("Kirene", "Lokede", "Kalpteru", "Eskadregu" (ist das überhaupt Griechisch?) - viel Glück, wobei die ersten noch ziemlich deutlich sind)?

Es lohnt sich mMn schon aufzupassen, daß man das Imperium nicht zu sehr romanisiert, aber ausgerechnet beim Militär sind die römischen Bezeichnungen halbwegs angebracht.
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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #23 am: 21. Januar 2014, 09:12:27 »
Es spricht noch etwas gegen die Romanisierung. Es erzeugt Misverständnisse bei der Benutzung von altem (prä-UdS) Quellenmaterial und Abenteuern.
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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #24 am: 21. Januar 2014, 09:52:54 »
Ein Mensch, der sich so ein komplexes Rollenspiel wie DSA zulegt und in der Lage ist, das exotische Myranor stilvoll und spannend zu präsentieren, wir nicht dadurch an einem schönen Abend gehindert werden, dass der Hektagu nicht mehr so heißt.

Bis man an dem Punkt angekommen ist, hat man sich das Regelwerk angesehen, Charaktere, evtl. sogar myranische Optimaten mit voller Bandbreite der magischen Möglichkeiten erstellt und durchdacht. Auch wird man sich in den Hintergrund des Abenteuers eingearbeitet haben, ja vielleicht sogar direkt ein eigenes entworfen und mit Infos unterlegt haben. So ein Mensch wird - wenn er UdS hat, dort kurz reinschauen, den einen Begriff durch den anderen ersetzen, evtl. seinen Spielern noch 1W3 Sätze dazu sagen und dann mit dem Abenteuer fortfahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Spielspaß dann an den paar neuen - und oftmals durch Allgemeinbildung und genrespezifische Publikationen, Filme etc. bereits bekannten - Begriffen scheitert ... ist doch extrem gering.

Da habe ich vollstes Vertrauen in die geistigen Fähigkeiten der Myranor-Spieler. Die schaffen das!
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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #25 am: 21. Januar 2014, 09:56:39 »
Höchstens "das hier ist das Alte Grom, nicht das alte Rom" - also das Vorbild so weit zu verfremden, daß man eben nicht mehr gleich an Asterix denkt.

Ich finde, das bringt es doch auf den Punkt. Für mich ist Myranor exotische Fantasy, und eben nicht Asterix oder Gladiator (wobei ich den zugegebenermaßen nicht gesehen habe). Rom-Einflüsse passen gut, wenn sie dezent mit anderen vermischt sind. Gerne auch einfach durch Umbenennungen.

Geht ja auch nicht nur um Militärränge. In Myrunhall stand sinngemäß auch etwas wie: Stellt euch vor, Myranor ist wie Rom. Beim Bild des Magnaten sagten meine Spieler gleich: Ah, Caesar!
Das Imperium? Im Niedergang? Nicht, dass ich wüsste.

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #26 am: 21. Januar 2014, 10:03:51 »
Leider hat UdS dafür gesorgt, dass man an Asterix denkt.
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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #27 am: 21. Januar 2014, 10:18:19 »
Asterix ist in Myrunhall sogar als Inspirationsquelle angegeben ;)

Für mich ist ein Film, der myranisches Flair vermittelt, eher sowas wie "Agora - Säulen des Himmels" über die Bibliothek in Alexandria. Das ist dann aber auch Römisches Reich. Und für ein Abenteuer aus Myrunhall hab ich den Plan einer römischen Villa verwendet, was auch sehr gut passte. Rom ist schon gut, aber halt im Mix mit Griechenland, Asien... Und halt nicht Asterix. Meine Meinung.

Ich kann aber eben auch mit den Änderungen leben. Letztlich ist es doch am Spielleiter, was er draus macht (wie Tabuin ja auch schreibt). Und die alten Bücher sind ja nicht zu Staub zerfallen.
Das Imperium? Im Niedergang? Nicht, dass ich wüsste.

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #28 am: 21. Januar 2014, 10:28:44 »
Ein Mensch, der sich so ein komplexes Rollenspiel wie DSA zulegt und in der Lage ist, das exotische Myranor stilvoll und spannend zu präsentieren, wir nicht dadurch an einem schönen Abend gehindert werden, dass der Hektagu nicht mehr so heißt.

Für mich ist der Schlüssel zum Glücklichwerden mit vorgefertigten Settings ohnehin, einfach alles zu ignorieren, was mir nicht in den Kram passt. Das "kanonisch-Spielen" hat mir so dermaßen den Spaß an Aventurien verleidet, da fange ich jetzt bei Myranor gar nicht erst mit an. Bei mir heißt der Hektagu daher weiterhin so wie früher, es gibt weiterhin wilden römisch-griechisch-exotischen Namensmix, und wenn ich irgendeine Spezies käsig finde (z.B. Zwerge und Elfen in Myranor), dann gibt's die bei uns halt nicht! So! :P

barbarossa rotbart

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #29 am: 21. Januar 2014, 10:38:58 »
Ganz meine Meinung!
Wenn ich Römer spielen will, spiele ich eine Dunkle Zeiten-Kampagne und nicht Myranor.
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