Autor Thema: Bleiben alte Produkte kanonisch?  (Gelesen 11606 mal)

Lyrmathos te Onachos

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Bleiben alte Produkte kanonisch?
« am: 16. Januar 2014, 15:22:18 »
Ist es für den Südband geplant, dass die alten Beschreibungen zu Makshapuram, den Eshbathi etc. aus den bisherigen Publikationen kanonisch bleiben. Kann man also das Material z.B. aus Handelsfürsten und Wüstenkrieger weiterhin nutzen, weil die Beschreibungen darauf aufbauen werden und nichts grundsätzliches verändern, vielleicht mit Ausnahme von Personen etc.
Chalik aus dem Splittermond-Forum

GSandSDS

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #1 am: 16. Januar 2014, 16:24:40 »
Hmm, warum sollten sie unkanonisch werden, jetzt mal abgesehen davon, dass es in einem Südband vermutlich weitere Details geben wird? Im Nordband (also UdS) ist, soweit ich weiß, ja auch nichts aus dem HC unkanonisch geworden. Es wurden lediglich einige bis dahin nur am Rande erwähnten Dinge etwas näher beleuchtet.
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Quendan von Silas

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #2 am: 16. Januar 2014, 17:30:24 »
Es gibt da keine aktuellen Planung irgendwelcher Änderungen. Diese sind nicht ausgeschlossen, aber werden höchstens dann kommen, wenn irgendwas bisher schon widersprüchlich oder unpassend war. Da ich da aktuell aber nichts auf dem Schirm habe, rechne ich da nicht mit irgendwas. Neue Bücher bauen bei uns ja sowieso auf den alten auf.

barbarossa rotbart

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #3 am: 19. Januar 2014, 10:46:14 »
Hmm, warum sollten sie unkanonisch werden, jetzt mal abgesehen davon, dass es in einem Südband vermutlich weitere Details geben wird? Im Nordband (also UdS) ist, soweit ich weiß, ja auch nichts aus dem HC unkanonisch geworden. Es wurden lediglich einige bis dahin nur am Rande erwähnten Dinge etwas näher beleuchtet.
Falsch, im Nordband ist so einiges verändert worden. Das Myranor-Bild aus Box und HC ist ein anderes als das in WnM und UdS vorgestellte. Dadurch, dass man die (pseudo-)griechischen Begriffe durch (pseudo-)lateinische ersetzt hat, hta man Myranor einiges seiner Exoptik genommen. Andere Änderungen betreffen die Rassen, die z.T. im HC viel interessanter waren als in WdM, die Rolle der Myrmidonen und auch die Geschichte des Imperiums.
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GSandSDS

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #4 am: 19. Januar 2014, 16:57:06 »
Falsch, im Nordband ist so einiges verändert worden. Das Myranor-Bild aus Box und HC ist ein anderes als das in WnM und UdS vorgestellte. Dadurch, dass man die (pseudo-)griechischen Begriffe durch (pseudo-)lateinische ersetzt hat, hta man Myranor einiges seiner Exoptik genommen. Andere Änderungen betreffen die Rassen, die z.T. im HC viel interessanter waren als in WdM, die Rolle der Myrmidonen und auch die Geschichte des Imperiums.
Zu Myrmidonen: Wenn ich mich recht entsinne, sind die neuen Begriffe lediglich ergänzend und zusätzlich zu den bisherigen Begriffen eingeführt. Die alten Begriffe wurden aber nicht vollständig gestrichen. Sie existieren immer noch als ältere Bezeichnungen, die lediglich aus der Mode gekommen sind. Bei der Geschichte Myranors bin ich mir gerade nicht so sicher, aber ich kann mich zumindest an keine große Retcon da erinnern, lediglich an das Hinzufügen und Umdeuten von Details (was aber eh meist nur wenig Auswirkungen auf die aktuelle Weltdarstellung hat).
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barbarossa rotbart

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #5 am: 19. Januar 2014, 17:29:25 »
Myrmidonen: im HC war der Myrmidone noch der 'normale' schwere Infanterist, in UdS ist dies der Hoplit und der Myrmidone wurde zum Überbegriff für alle einfachen Soldaten.
Miltärische Ränge: im HC basierten diese auf dem Griechischen (Hektagu, Lokegu, Strategu), waren aber z.T. etwas eigenes, im UdS wurden sie durch die real existierenden Ränge der Römischen Legionen ersetzt. Dadurch geht nicht nur viel an Exotik verloren, sondern es entsteht eine konfuse Mischung aus griechischen und lateinischen Begriffen...
Meranier/Nyranier: Die noch im HC existierende unterscheidung zwischen süd- und nordimperialen Menschen, wurde mit WnM abgeschafft, dafür wurden die Dorinther eingeführt, von den man vorher nie etwas gehört hatte. Und hier ist auch der Geschichts-Retcon zu finden.
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Tabuin

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #6 am: 19. Januar 2014, 20:30:57 »
Miltärische Ränge: im HC basierten diese auf dem Griechischen (Hektagu, Lokegu, Strategu), waren aber z.T. etwas eigenes, im UdS wurden sie durch die real existierenden Ränge der Römischen Legionen ersetzt. Dadurch geht nicht nur viel an Exotik verloren, sondern es entsteht eine konfuse Mischung aus griechischen und lateinischen Begriffen...

Naja, die Zeiten der "real existierenden Ränge der römischen Legion" ... sind schon einige Zeit her. Dafür haben die neu eingeführten Begriffe den großen Vorteil, dass die Anzahl der fragenden Gesichter bei Spielrunden deutlich weniger geworden sind. Nicht zuletzt durch historisierende Kinofilme und die Comics von Asterix sind viele der Begriffe bekannt und erleichtern das Spielen im myranisch militärischen Umfeld erheblich. Das konnten die früheren Begriffe schlichtweg nicht leisten. Da ging vermeintliche Exotik massiv auf Kosten der Verständlichkeit. Das wurde geändert.

Wer sich die Mühe macht den Text einmal genauer zu lesen, wird feststellen, dass keine "konfuse Mischung" entstanden ist, sondern eine stringente Nutzung des bekannten römischen Systems eben diese konfuse Situation verhindert.  Das antike, römische System lieferte bereits zu Zeiten der Box eine historische Vorlage, aber wurde dann künstlich verfremdet. Dass der Stratege nun auch Strategus genannt werden kann und nicht mehr Strategu, ist sicher kein echtes, real existierendes Problem. Ich persönlich würde es eher unter "Erleichterung" einsortieren.

Bis zu UdS gab es bereits etwa 2.000 myranische Begriffe, was für Neueinsteiger eine echte Hürde darstellt. Mit UdS wurde da einiges besser und verständlicher gemacht. Wenn dafür die Exotik im Promille-Bereich Federn lassen musste ... ist das ein preiswerter Effekt.
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barbarossa rotbart

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #7 am: 19. Januar 2014, 21:10:52 »
Das mag zwar der Hintergedanke gewesen sein, aber in meinen Augen war  es ein Fehler, weil dadurch sehr viel vom besonderen Flair verloren geht. Außerdem hatte man mit der Dunklen Zeiten-Box zu diesem zeitpunkt schon längst eine römische Kultur. Auch bezweifle ich, dass jeder Myranor-Spieler sich unter den lateinischen Begriffen etwas vorstellen kann.

Es ändert nichts daran, dass die Romanisierung Myranors (was in meinen Augen keine Vereinfachung ist) ein klassischer Retcon ist.
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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #8 am: 19. Januar 2014, 22:22:00 »
Nicht nur in deinen Augen, ich sehe das alles ganz genauso.

Es ist halt etwas Mainstreamisierung, um neue Spieler zu gewinnen, was funktioniert hat. So feiern dann Spieler UdS oder Myranische Monstren, die Myranor früher nicht angerührt hätten.

Trotzdem finde ich, dass noch genügend Platz für verschiedene Spielstile ist. Das Alte kann neben dem Neuen existieren.
Das Imperium? Im Niedergang? Nicht, dass ich wüsste.

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #9 am: 19. Januar 2014, 22:35:29 »
Es ist halt etwas Mainstreamisierung, um neue Spieler zu gewinnen, was funktioniert hat. ...
Hoffentlich rächt sich dies nicht, denn so etwas rächt sich früher oder später (siehe D&D 4e, die Annäherung der Regeln an MMORPGs hat viele Spieler vertrieben).
Trotzdem finde ich, dass noch genügend Platz für verschiedene Spielstile ist. Das Alte kann neben dem Neuen existieren.
Leider funktioniert dies nicht.
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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #10 am: 19. Januar 2014, 22:53:10 »
Hoffentlich rächt sich dies nicht, denn so etwas rächt sich früher oder später (siehe D&D 4e, die Annäherung der Regeln an MMORPGs hat viele Spieler vertrieben).

Die Myranor-Verkaufszahlen sind so gut wie nie zuvor in den letzten Jahren. Seit UdS wurde das Spiel richtiggehend wiederbelebt. Und die allgemeine Rezeption von UdS ist auch hervorragend, ebenso wie bei einigen der im folgenden erschienenen Bände. Insofern: Nein, ich denke das rächt sich nicht. Auch wenn das für Einzelne eine Entwicklung sein mag, die nicht gefällt. Der Vergleich mit D&D4 passt halt insofern schon nicht, dass mit der neuen Regeledition alles umgekrempelt wurde und daraufhin Scharen an Spielern abgesprungen sind. Bei Myranor sind bei dezenten Änderungen im Hintergrund durch UdS und Folgeprodukte überhaupt erst neue Spieler dazugekommen.

barbarossa rotbart

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #11 am: 19. Januar 2014, 23:04:48 »
Aber Änderung im Hintergrund sind Retcons. Und es ist nicht gesagt, dass die Retcons für die besseren Verkaufszahlen verantwortlich sind.

Auch wenn ich jetzt einem der Macher widerspreche, die Romanisierung Myranors (und auch die vielen durch WnM Änderung eingeführten Änderungen) war nicht gerade sonderlich dezent.

Ich hoffe, dass es im Südband nicht solche massiven Änderungen geben wird, nur weil man dadurch hofft neue Kunden zu gewinnen.
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Quendan von Silas

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #12 am: 19. Januar 2014, 23:38:58 »
Aber Änderung im Hintergrund sind Retcons. Und es ist nicht gesagt, dass die Retcons für die besseren Verkaufszahlen verantwortlich sind.

Klar, das weiß man nicht. Sie sind aber zumindest im vorliegenden Fall auch nicht für schlechtere Verkaufszahlen verantwortlich, soviel kann man wohl sicher sagen.

Was die Frage zum Südband angeht: Dort sind aktuell keine größeren Retcons geplant, wie ich oben ja schon mal sagte.

barbarossa rotbart

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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #13 am: 20. Januar 2014, 10:01:08 »
Ich denke, dass die guten Verkaufszahlen von UdS da herrühren, dass dort das gesamte Imperium beschrieben wird und nicht, wie bisher, nur einige Provinzen.

Zum Südband: Es sind nicht die großen Retcons (wie sie z.B. beim Wechsel von DSA1 zu DSA2 gemacht wurden), die problematisch sind, sondern die kleinen.
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Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
« Antwort #14 am: 20. Januar 2014, 11:54:21 »
Ich denke, dass die guten Verkaufszahlen von UdS da herrühren, dass dort das gesamte Imperium beschrieben wird und nicht, wie bisher, nur einige Provinzen.

Ich vermute, weil die neu hinzugekommenen Regionen im Norden weniger exotisch sind und weil es eben ein farbiges Hochglanzprodukt mit übersichtlichem Layout ist.
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