Autor Thema: Gletschermeere und Orismanisystem  (Gelesen 1697 mal)

Complex

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Gletschermeere und Orismanisystem
« am: 25. Dezember 2013, 18:54:13 »
Ich habe die sehr schöne Spielhilfe "Unter dem Sternenpfeiler" gelesen, und leite gerade die Lamea-Kampagne. So weit ist alles klar, nur was ich nie verstanden habe ist die Fließrichtung der Orismanis, bzw. ob ich die überall richtig interpretiere. Auch wirft sich da immer die Frage auf, wie (und ob) das Westliche Gletschermeer mit dem östlichen Gletschermeer, dem Othalvik und letztlich dem Thalassion zusammenhängt. Da wollte ich mal fragen, ob ich das richtig verstanden habe:

1. Großer Orismani: Insgesamt sieht es für mich so aus, als ob der Große Orismani im Westlichen Gletschermeer entspringt (!) und von dort über die Orismanifälle in den Pholosee fließt, weiter über den Weindunklen See und den Großen Orismani letztlich ins Valantische Meer mündet.

2. Goldener Orismani: Der Goldene See ist ja ein Stausee, dessen Staumauer bei Dorinthapolis steht. Also muß auch diesr Fluß von Norden nach Süden fließen, womit er große Teile der Ochobischen Seenplatte entwässert (gemeinsam mit dem Kalten Orismani), während der Lor-Strom nach Norden ins Östliche Gletschermeer fließt.

Falls ich Punkt 1 richtig verstanden habe: Laut Beschreibung (und der Logik folgend) machen alle drei Flüsse (Großer, Kalter, Goldener Orismani) auf ihrem Weg ins Valantische Meer doch einiges an Seehöhe gut. Das sind ja gut 3000 Flußkilometer im günstigsten Fall (je nach Mäandern eventuell auch deutlich mehr), mit einigen Katarakten, Stromschnellen, etc. Also müsste das Westliche Gletschermeer doch deutlich höher liegen als alle Gebiete stromabwärts des Orismanis, insbesondere höher als das Valantische Meer, Meer der Schwimmenden Inseln, Thalassion und somit auch das Östliche Gletschermeer. Zwischen dem Westlichen und dem Östlichen Gletschermeer müsste es also einen ziemlich massiven Gebirgszug bzw. zumindest einen gewaltigen Geländeabbruch geben, was auf der Karte aber beileibe nicht so aussieht. Zudem wäre das Westliche Gletschermeer dann kein Meer, sondern ein riesengroßer gefrorener Süßwassersee, bzw. Gletscher, der aus einem gigantischen Gebirge im Norden kommt (womit ich leben könnte, aber darauf gibts halt in den Beschreibungen nicht den geringsten Hinweis).

Bei Punkt 2 wird schwieriger: Auch hier stehe ich vor dem Dilemma, daß laut Karte die Ochobische Seenplatte eine durchgehende Wasserstraße zwischen dem Östlichen Gletschermeer und dem Kalten/Goldenen Orismani bildet. Die kann ich mir ja wegdenken, und einfach postulieren, daß halt die nördlicheren Seen letztlich ins Gletschermeer entwässern, und die Südlichen die Orismanis speisen. Aber dann hätte ich keine Ochobische Seenplatte mehr, sondern müsste da irgendwo ein ziemlich massives Gebirge bzw. eine Geländekante einzeichnen. Denn laut Karte ist das Östliche Gletschermeer auf jeden Fall mit dem Thalassion verbunden, und ich müsste das gesamte Flußgefälle (insbesondere inklusive dem Abbruch bei Dorinthapolis) zwischen der südlichen Ochobischen Seenplatte und dem Valantischen Meer (=Seehöhe des Thalassions, =Seehöhe des Östlichen Gletschermeeres) irgendwo in Form einer Wasserscheide (=Gebirge) mitten in der Ochobischen Platte gut machen.

Ganz offensichtlich habe ich also hier irgendetwas nicht verstanden. Kann mir da jemand helfen, und klarstellen, in welche Richtung die Flüsse eingentlich fließen, und wie sich die relative Seehöhe der einzelnen Landstriche (grob) verhält?

Nebenbei - was regelt denn eigentlich die Wassermenge, die in den Kalten Orismani im Gegensatz zum Goldenen Orismani fließt? Ich denke, diese Wasseraufteilung muss doch irgendwie durch irgendein altes imperiales Wehrsystem oder so geregelt sein?

ChaoGirDja

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Re: Gletschermeere und Orismanisystem
« Antwort #1 am: 27. Dezember 2013, 16:42:40 »
Ich habe die sehr schöne Spielhilfe "Unter dem Sternenpfeiler" gelesen, und leite gerade die Lamea-Kampagne. So weit ist alles klar, nur was ich nie verstanden habe ist die Fließrichtung der Orismanis, bzw. ob ich die überall richtig interpretiere. Auch wirft sich da immer die Frage auf, wie (und ob) das Westliche Gletschermeer mit dem östlichen Gletschermeer, dem Othalvik und letztlich dem Thalassion zusammenhängt. Da wollte ich mal fragen, ob ich das richtig verstanden habe:
Da wärst du nicht der erste, den das irritiert :D
Da wurde immer wieder drüber diskutiert und Philosophiert.
2 Punkte schiebe ich mal vorne Weg:
Ja der große Orismani wird idT ausschließlich vom Westlichen Gletschermeer gespeist.
Ja das weste Gletschermeer hat keine Verbindung zum östlichen und ist damit ein reines Süßwasser-Meer.
Ansonsten geh ich einfach mal die Punkte durch, da nich Glaube ein paar Fehler gesehen zu haben:
1. Großer Orismani: Insgesamt sieht es für mich so aus, als ob der Große Orismani im Westlichen Gletschermeer entspringt (!) und von dort über die Orismanifälle in den Pholosee fließt, weiter über den Weindunklen See und den Großen Orismani letztlich ins Valantische Meer mündet.

Falls ich Punkt 1 richtig verstanden habe: Laut Beschreibung (und der Logik folgend) machen alle drei Flüsse (Großer, Kalter, Goldener Orismani) auf ihrem Weg ins Valantische Meer doch einiges an Seehöhe gut. Das sind ja gut 3000 Flußkilometer im günstigsten Fall (je nach Mäandern eventuell auch deutlich mehr), mit einigen Katarakten, Stromschnellen, etc. Also müsste das Westliche Gletschermeer doch deutlich höher liegen als alle Gebiete stromabwärts des Orismanis, insbesondere höher als das Valantische Meer, Meer der Schwimmenden Inseln, Thalassion und somit auch das Östliche Gletschermeer. Zwischen dem Westlichen und dem Östlichen Gletschermeer müsste es also einen ziemlich massiven Gebirgszug bzw. zumindest einen gewaltigen Geländeabbruch geben, was auf der Karte aber beileibe nicht so aussieht. Zudem wäre das Westliche Gletschermeer dann kein Meer, sondern ein riesengroßer gefrorener Süßwassersee, bzw. Gletscher, der aus einem gigantischen Gebirge im Norden kommt (womit ich leben könnte, aber darauf gibts halt in den Beschreibungen nicht den geringsten Hinweis).
Punkt 1 siehst du idT richtig.
Aber wieso müsste deswegen das westliche Gletschermeer gefroren sein? Da hast du einen Denkfehler. Nur weil ein Gletscher in einen See mündet, heist das noch lange nicht das dieser zufriert (außer im Winter natürlich). Das wäre auch ausgesprochen unschön für Uns (in der Realität) wen dem so währe... Der See wird natürlich, besonders in der nähe der Gletscher, 0 °C haben, klar. Aber nur weil Wasser 0 °C hat, gefriert es noch lange nicht. Bereits kleine Strömungen genügen, zumindest solange die Umgebungstemperatur nicht zu weit 0 fällt, um das zu verhindern.
Das hängt letztlich mit der Dichteanomalie von Wasser bei 4 °C zusammen (außer unter Extrembedingungen ist Wasser zu keinem Zeitpunkt dichter als bei 4 °C). Wichtig ist aber das dem so ist, denn sonst gäbe es keine Gletscherseen und Geltscherflüsse. Zumindest nicht, ohen das dabei die jeweiligen Gletscher unweigerlicher verschwinden (was ohne die Atmosphärenaufheitzung dank Umweltverschmutzung nämlich nicht der Fall wäre).
Und was die Abbruch-Kante angeht... Ich würde jetzt nicht unbedingt sagen das es keine Hinweise auf einen enormen Höhenunterschied zwischen westlichen und östlichen Gletschermeer gibt.
Zwischen den Beiden ist eine Landstrecke von um die 200 bis 300 Meilen zu sehen. Und viel mehr als eine Meile Höhenunterschied braucht es für das Flusssystem nicht. Eine Meile auf 200 Meilen... Das ist nicht mal eine Steigung von einem Prozent (sondern 0.5, wenn ich mich nicht verrechnet habe). Das sieht man auf der Karte die wir haben schlicht nicht...
Selbst einen Höhenunterschied von 10 Kilometern (welcher viel zu viel wäre) würde man nicht sehen.
An diesem Punkt muss man sich einfach mal über die Dimensionen des Kontinents klar werden. Wir haben eine "Landzunge" die so breit ist manch ein aventurischer Staat lang... Und seine Nordseite liegt unter Eis. Wir wissen also nicht mal ob es ohne Eis eine Verbindung zwischen Ost- und Westmeer gäbe.
Dazu kommt auch, das ein Katarakt nicht unbedingt wegen seiner Höhe so Beeindruckend ist, sondern weil so verdammt viel Wasser da durch fleißt. Wenn der Rein mal irgendwo 5 Meter fällt (die Reinfälle iirc), dann ist das extrem beeindruckend. Wenn das der Dorfbach um die Ecke tut... kaum. Aber bei beiden sind die 5 Meter Höhenunterschied nur ein Promill ihres Gesammt-Höhenunterschieds. Sie werden aber völlig unterschiedlich wahrgenommen.
Und auch Stromschnellen sind nicht in erster Linie von Höhenunterschieden abhängig, sondern vom Querschnitt. Je mehr Wasser durch eine Rinne muss, um so schneller wird es. Tatsächlich können sie dadurch sogar auf nahezu ebener Fläche auftreten.
Natürlich sind es dennoch wichtige Punkte die du ansprichst. Aber keine Punkte die eine Höhenunterschied erfordern den man auf der Karten müsste.

2. Goldener Orismani: Der Goldene See ist ja ein Stausee, dessen Staumauer bei Dorinthapolis steht. Also muß auch diesr Fluß von Norden nach Süden fließen, womit er große Teile der Ochobischen Seenplatte entwässert (gemeinsam mit dem Kalten Orismani), während der Lor-Strom nach Norden ins Östliche Gletschermeer fließt.

Bei Punkt 2 wird schwieriger: Auch hier stehe ich vor dem Dilemma, daß laut Karte die Ochobische Seenplatte eine durchgehende Wasserstraße zwischen dem Östlichen Gletschermeer und dem Kalten/Goldenen Orismani bildet. Die kann ich mir ja wegdenken, und einfach postulieren, daß halt die nördlicheren Seen letztlich ins Gletschermeer entwässern, und die Südlichen die Orismanis speisen. Aber dann hätte ich keine Ochobische Seenplatte mehr, sondern müsste da irgendwo ein ziemlich massives Gebirge bzw. eine Geländekante einzeichnen. Denn laut Karte ist das Östliche Gletschermeer auf jeden Fall mit dem Thalassion verbunden, und ich müsste das gesamte Flußgefälle (insbesondere inklusive dem Abbruch bei Dorinthapolis) zwischen der südlichen Ochobischen Seenplatte und dem Valantischen Meer (=Seehöhe des Thalassions, =Seehöhe des Östlichen Gletschermeeres) irgendwo in Form einer Wasserscheide (=Gebirge) mitten in der Ochobischen Platte gut machen.
Hier ihrst du allerdings, soweit ich das verstanden habe natürlich, an mehren Stellen.
Ja, der goldene See ist ein Stausee. Aber den goldenen Orismani gab es vorher auch schon. Gespeist, wie heute auch, aus Flüssen aus den Türmen des Morgens und des BanBashurs. Die Alten haben wirklich nur eine Mauer gebaut, mehr nicht. Und die lässt einfach soviel Wasser passieren, wie seinerzeit durch den golden Orismani an dieser Stelle floss.
Und was die Verbindung zwischen dem See und der Seenplatte angeht... So handelt es sich dabei, so ich das richtig Verstanden habe, um einen Kanal und somit um eine kontrollierte Wasserverbindung. Die schon alleine deswegen kontrolliert werden muss, weil sonst Staumauer und Stadt einfach hinweggespült werden. Wie du ja recht zutreffend als Scenario entworfen hast (entwässern der Seenplatte; wenn auch nicht der ganzen... siehe unten).
Und was die Seenplatte angeht... Ließ hier bitte noch UdS sehr Gründlich. Denn, auch wenn ich grade nicht selbst Nachschlagen kann, so liegt die Wasserscheide mWn irgendwo in der Seenplatte. Sie liegt also als ganze etwas höher als das Ostmeer und entwässert entsprechend auch Teilweise dorthin. Gespeist wird sie aus Flüssen aus den Türmen des Morgens sowie Regenfällen (und ggf. auch unbekannten Quellen ;) ganz so realistisch muss es dann nicht sein; oder anders gesagt: Was du postulierst, steht auch so in UdS und die Verbindung zum goldenen See ist eine kontrollierte künstliche Wasserstraße).
Und auch hier solltest du dir die Dimensionen der Karte vor Augen führen. Selbst wenn ein guter Teil der Ochboischen Seenplatte eine Meile über NN liegt, bekommst du eine Steigung heraus die bestenfalls bei 1% liegt. Es gibt keine "Abbruchkanten" und der gleichen. Sondern nur sanfte Gefälle...

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig Erhellung bringen.
Auch wenn ich das alles jetzt rein aus dem Kopf geschrieben habe.
(aber wie gesagt: Es ist nicht die erste Diskussion dazu :) ).