Autor Thema: Die Welt der Schwertmeister  (Gelesen 32334 mal)

Gecq

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Mythos

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #91 am: 29. März 2014, 18:17:07 »
Lässt sich der Anfang aller Tage mit einer Mindestzahl ausdrücken (in Jahren), die man auswählen sollte?

Dieses Amazonas-Volk ist jetzt aber auch kein Ursprung für eine Zivilisation, wie ich mir eine vorstelle (Hochkulturen wie Sumer, Maya usw.).

Gecq

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #92 am: 29. März 2014, 18:58:20 »
Gewiss nicht. Ich wollte nur zeigen, dass das Konzept nicht undenkbar ist. Alle mir bekannten Kalender basieren auf Sonnen- und Mondzyklen (solar, lunar, lunisolar), ich erinnere mich dunkel, dass es auch stellare Typen gibt, aber alle diese astronomischen Phänomene haben wir in Tharun  nicht. Von daher ist eine Ordnung, die keine andere Ordnung als den Tag und die Stunde kennt, durchaus denkbar, zumal, wenn es priesterlich geboten wird.

Das heißt aber auch nicht, dass nicht auch in Tharun Tage gezählt werden könnten, es gibt dazu ja auch einen Text im Settingband.

Arne Gniech

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #93 am: 29. März 2014, 19:19:34 »
Lässt sich der Anfang aller Tage mit einer Mindestzahl ausdrücken (in Jahren), die man auswählen sollte?

Ausgehend von bestimmten mythologisch-kosmologischen Andeutungen würde ich von ca. 3 Mio Tagen ausgehen. Irgendwie schwer vorstellbar, dass das wirklich jemand mitgezählt hat.

Grimoald

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #94 am: 17. April 2014, 18:31:54 »
So, habe das Buch auch seit neuestem (und bin sehr angetan).

Der fehlende Kalender hat mich auch erst mal schockiert.... aber wenn man drüber nachdenkt: Kalender haben primär was mit Ackerbau zu tun. In einer Welt ohne feste Jahreszeiten und damit ohne festen Aussaats- und Ernetperioden braucht man den Kalender eigentlich nicht dringen.

Da denke ich mir auch, dass die fehlenden Erntezeiten sich auch auf vieles anderes auswirken müssten..... Vorratshaltung ist kein so großes Thema, wenn es mehrere Ernten im Jahr gibt. Und ohne den Sommer, in dem die Bauern auf die Reifung der Feldfrüchte warten, gibt es auch keine "Kriegszeit" in der man die Bauern zu den Waffen rufen kann..... und schon erklärt sich auch dem Aventurier, warum die Dorfbevölkerung nicht kämpft..... ;)

Ein Dämon auf Abwegen

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #95 am: 20. April 2014, 18:07:57 »
Ich frag mich ja eh immer ob ich die fehelnen Jahres Zeiten nicht eigendlich auch auf die Pflanzen auswirken müsste, ich könnte zum Beispiel durch aus Vorstellen das an Tharunische Obstbäumen quasi immer Früchte in allen Stadien des Wachstums gleich zeitig vorhanden sind.

Gecq

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #96 am: 21. April 2014, 13:21:24 »
Das muss ja nicht überall und immer gelten, aber ich finde, das ist eine sehr schöne Idee, die mit zugleich auch harmonisch mit der Mythologie ist.

Salijin

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #97 am: 21. April 2014, 19:21:03 »
Und das mit dem Zählen der Tage gibt es ja bei uns auch: das julianische Datum. Hilft vor allem Astronomen, weil man dann keine dummen Schalttage und sowas hat und macht damit das Rechnen leichter. Aber wir befanden uns heute um 12h00 am 2.456.768 Tag dieser Zeitrechnung, und die hat startet am 1. Januar 4713 v. Chr.
 
Betrachten wir DSA-Geschichte, dann werden die Zahlen so einfach zu groß. Selbst ich habe vor einigen Jahren bereits meinen 12.000 Geburtstag gefeiert...  :o und schauen wir uns die frühen Zahlensysteme an, so waren die oft gar nicht darauf ausgelegt, so große Zahlen zu erfassen.

Mir gefällt diese Variante in Tharun schon sehr gut, vor allem weil sie sich dadurch im DSA-Kosmos von den anderen Settings angenehm abhebt.

Euer Salijin

PS: ... und in dem Rahmen 10.000+ liegen dann auch die Regentschaften von Regionalherrschern mit langer Regentschaft. Zu große Zahlen für's einfache Volk! Für die sind dann eher Sachen sinnvoll wie 160 Tage seit der letzten Aussaat, 200 Tage seit dem letzten Besuch des Zinakai mit seinem Gefolge, in 37 Tagen müssen wir das nächste Opfer bringen, die Überfahrt von diesem Reich in jenes dauert meist etwa 150 Tage usw. Das sind Dinge, die in der Lebenswelt der Tharuner wichtig sind. Die Priester mögen größere Zeiträume niederschreiben, das interessiert dann aber eben auch nur die Gelehrten. Und für wen ist schon heute wichtig, in welchem Jahr der Regentschaft des vorletzten Archipelars der Vulkan ausgebrochen ist? Solange der Gigant nicht genau alle 1365 Tage unruhig wird ...
Die Welt ist schön!

Finarfin

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #98 am: 24. April 2014, 00:22:03 »
Kleiner Fehler:
Der Julianische Kalender enthält Schalttage. Der schalttaglose vorjulianische Kalender befand sich mittlerweile in spürbarer Abweichung von den Jahreszeiten und mit Hilfe der damaligen Astronomen führte C. Iulius Caesar als Pontifex Maximus den Schalttag ein.

Der hielt va. 1500 Jahre ganz gut, dann bemerkten wieder Astronomen im Vatikan eine Abweichung von 15 Tagen, die dann Papst Gregor der Soundsovielte mit dem Gregorianischen Kalender wieder gerade rückte: Datum umgestellt und in jedem vollen Jahrundert fällt das Schaltjahr aus, in jedem vierten vollen Jahrhundert fällt der Ausfall des Schaltjahres aus (es ist also trotz glatten Jahrhunderts ein Schaltjahr), was 2000 zum ersten mal der Fall war.

Salijin

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #99 am: 24. April 2014, 12:44:47 »
Stimmt, Finarfin, was die Einführung der Zusatzregeln für Schalttage angeht. Vor Caesar haben die Römer mit Mondmonaten und Schaltmonaten gearbeitet. Bis zu Gregor gab es dann alle vier Jahre einen Schalttag; ab Gregor gabs dann die Zusatzregeln für alle 100 Jahre keinen Schalttag, alle 400 Jahre doch nen Schalttag.

Der julianische Kalender und das julianische Datum sind aber zwei verschiedene Kalender. Beim julianischen Datum gibt es gar keine Jahreszählung und die Tage wechseln um 12 Uhr mittags, da dann das Datum während der Beobachtungszeit der Astronomen in der Nacht nicht wechselt. Uhrzeiten werden mit Nachkommastellen angegeben, also 18 Uhr mit ...,25 oder Mitternacht mit ...,5 .

Aber selbst bei den Astronomen wird das julianische Datum nicht immer voll ausgeschrieben. Für kürzere Zeiträume beschränkt man sich darauf, die letzten vier Stellen und zugehörigen Nachkommastellen aufzuschreiben, um die großen Zahlen zu vermeiden. Dann wäre also heute Abend, 18 Uhr statt 2.456.771,25 nur 6.771,25.  :o

Is aber immernoch sehr ungewohnt. Unsere Myranorrunde tut sich auch noch mit deren Kalender mit den "9-Tage-Wochen" und "5-Wochen-Monaten" schwer. Die 12x30Tage von Aventurien liegen einfach unserem alltäglichen Kalender sehr nahe und Ähnlichkeit und Vertrautheit trotz der 5 namenl. Tage und Jahreswechsel im Sommer machen es leicht.

Aber man kann ja grundsätzlich den DSA-Kalender mitführen, nur eben als Meister das Unverständnis der Einheimischen für so eine sinnlose Zeitrechnung zum Ausdruck bringen.  ;)
Die Welt ist schön!

Karabustel

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #100 am: 03. Juni 2014, 13:40:53 »
Nach der Lektüre des Bandes möchte ich zunächst mal Stefan Küppers, Arne Gniech und dem gesamten Tharun-Team ein ganz großes Lob aussprechen!  :)
Nicht nur, weil darin deutlich erkennbar unglaublich viel Arbeit steckt (das ist auch bei vielen anderen DSA-Produkten der Fall), sondern weil es euch gelungen ist, ein dem heutigen DSA-Spielgefühl voll kompatibles Produkt herzustellen und gleichzeitig bruchlos an die alten Beschreibungen, v.a. der beiden DSA-Professional-Boxen, aber auch in vielen anderen Publikationen anzuknüpfen - man erkennt irgendwie alles wieder, was man vor Jahrzehnten geliebt hat, selbst die neu hinzugekommenen Elemente passen einfach genau dazu und man merkt dem Band deutlich an, dass Arnes Spielrunde sich seit dem Ende der 80er Jahre kontinuierlich Gedanken zu dieser 'verlorenen Welt' gemacht hat [anders als ihr ursprünglicher Autor HW, der zwar schon immer vor Ideen übersprudelte, aber leider fast nie etwas auch zu Ende dachte...] und der von Stefan im Vorwort benannte Respekt vor der Tradition ist überall zu erkennen. Besser kann man die Welt Tharun wohl nicht aktualisieren.  :)

Zwei grundsätzliche Bedenken angesichts der Neuauflage der Schwertmeister-Reihe hätte ich allerdings vorzubringen, wobei ich den Machern sehr wünsche, dass sie für die heutige Spielergeneration keine Rolle spielen mögen:

- Der eine Punkt betrifft die Loslösung vom Superhelden-Konzept bzw. der vorläufige Verzicht auf das Thema der damaligen Tharun-Kampagne. Die Welt ist im Vergleich zu Aventurien oder Myranor dermaßen düster, dass es mir schwerfällt, überhaupt etwas 'Heimeliges' zu entdecken und das betrifft eigentlich alle ihre Aspekte. Für eine Kampagnenwelt im damaligen Sinne ist genau dies von Vorteil - diese in jeglicher Hinsicht menschenverachtende Despotie bekämpft man natürlich gern -, aber welche Helden (genauer: welche Spieler) können oder wollen in so einer Welt schon in dem Sinne heimisch werden, dass die dortigen Zustände irgendwann als normal empfunden werden?

- Das andere sind die Regeln. Die Schwertmeister-Boxen waren damals - entsprechend der in den 80ern noch üblichen hierarchischen Struktur der Spielregeln (bei DSA oder auch bei D&D) - auch eine Experten-Erweiterung jenseits des Abenteuer-Ausbauspiels. Bereits mit DSA2 wurden dann aber viele der Tharun/Professional-Regeln ins noch immer so genannte Basisspiel übernommen - heute weiß jeder, was eine Finte ist, weswegen ein guter Teil des von DSA-Professional damals ausgehenden Reizes mit den neuen Publikationen nicht bedient werden kann.

Ich selbst werde aus verschiedenen Gründen in absehbarer Zeit nicht in Tharun spielen (können), aber die nächsten Publikationen zumindest kaufen, sofern sie nicht in DSA5 erscheinen und wünsche euch bei den weitern Bänden eine ebenso glückliche Hand wie bei diesem und viel Spaß!  :)

Arne Gniech

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #101 am: 03. Juni 2014, 23:09:15 »
Vielen Dank Karabustel für das Feedback - Dein Lob geht runter wie Kiri-Schnaps!
Der vorläufige Verzicht auf die Umsturz-Kampagne ist uns auch nicht ganz leicht gefallen. Zum einen spielen wir seit damals genau an dieser Kampagne, zum anderen ist sie wie Du auch schreibst eigentlich die natürliche Reaktion von "Außenweltlern". Wir haben allerdings an etlichen Stellen Spuren ausgelegt, die für eine Befreiungskampagne relevant werden können - sie wird früher oder später kommen! Im ersten Schritt werden wir uns aber der Welt als "exotischem Ausflugssetting" sowie verschiedener Varianten tharunischer Spielmöglichkeiten widmen.
Der Regelband wird an DSA 4.1 anschließen, ist abgegeben und derzeit im Regel-Lektorat.


Karabustel

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #102 am: 04. Juni 2014, 09:43:42 »
Ehre, wem Ehre gebührt! :)
- diesen erratischen Block aus grauer Rollenspielvorzeit so elegant in das aktuelle Dere-Konzept wiedereinzugliedern - dazu gehört schon was.

@Tharun-Kampagne: der vorläufige Verzicht ist nachvollziehbar (welcher Autor will schon eine soeben der eigenen Werkstatt entsprungene Welt gleich wieder preisgeben?); dass sie irgendwann kommen wird, ist schön zu hören.
Bis dahin bin ich sehr gespannt, wie ihr das Setting weiter entfaltet und welche Freiräume innerhalb dieser starren Ordnung sich für eingedrungene Außenweltler auftun werden.

@DSA4.1: großartig!  ;D
(Ich persönlich sehe vorläufig keinen Sinn in einem DSA5, aber das gehört nicht hierher.)

Salijin

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #103 am: 09. Juni 2014, 13:31:58 »
Da schließe ich mich @Karabustel zweimal uneingeschränkt an!
Die Welt ist schön!

barbarossa rotbart

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Re: Die Welt der Schwertmeister
« Antwort #104 am: 09. Juni 2014, 13:49:42 »
@DSA4.1: großartig!  ;D
(Ich persönlich sehe vorläufig keinen Sinn in einem DSA5, aber das gehört nicht hierher.)
Genau, DSA5 ist zur Zeit eine sehr große Baustelle und hat ein noch größeres Flop-Potential...
Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

Fantasy ist die Flucht vor der Wirklichkeit, aber wer außer den Gefängniswärtern fürchtet eine Flucht?

Die Tugenden eines Edelmannes: Geiz, Gier, Neid.

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