Autor Thema: Provinzverwaltung  (Gelesen 2237 mal)

Finarfin

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Provinzverwaltung
« am: 03. Februar 2013, 11:37:35 »
Da ich gerade - recht langsam vorankommend, da meine Interessen gelegentlich schwanken - eine imperiale Stadt entwerfe, stellte sich mir kürzlich die Frage, wie eigentlich Subprätoren, Magistrale und Submagistrale in ihr Amt kommen.

Klar, Prätoren werden von den Häusern nominiert und von den Bürgern jährlich gewählt.
Aber die anderen???
Werden die vom Prätor ernannt? Das könnte ich mir für den Subprätor vorstellen, quasi als Ausbildungsrang, um später Prätor zu werden. Ebenso könnte genau deswegen aber auch der Subprätor gewählt werden.
Magistrale hingegen sind ja z.T. Jahrzehnte im Amt (auch Submagistrale? Immerhin sind das nur Bürger);
Ideen:
1) Magistrale und Submagistrale werden vom Prätor ernannt.
Problem: Der Prätor, der nur ein Jahr im Amt ist, bestimmt für die kommenden 30 Jahre, wer Magistral wird? Klingt komisch.
2) Magistrale und Submagistrale werden - von den Häusern nominiert - von der Bürgerversammlung gewählt.
Problem: Warum ist der Magistral dann Jahrzehnte im Amt und wechselt nicht jährlich? Dies könnte ich mir aber gut für Submagistrale vorstellen, ggf. mit einer Administraturperiode von vll. 4 Jahren (oder 8 wegen der Oktade?).
3) Magistrale werden von der Curia ernannt und können wieder abgesetzt werden. Solange der Magistral aber das Vertrauen der Curia genießt, wird seine Ernennung nicht widerrufen. Ggf. werden altgediente Curatoren Magistral.
Problem: Eine solche Ernennung würde dann ja ohne Mitsprache der Optimatenhäuser ablaufen, was unmyranisch wirkt ... und bei einer Nominierung von mehreren Kandidaten durch die Häuser und einer Wahl durch die Curia könnten so schnell Curatoren, die für den Falschen gestimmt haben, sich den direkten Zorn der anderen Häuser zuziehen, was die Curatoren automatisch vor ein letales Dilemma stellt ... "Wen wähle ich, bzw. von wem will ich getötet werden."

Habt Ihr weitere Ideen?
Welche meiner drei Ideen wäre denn die plausibelste?

Sieben

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Re: Provinzverwaltung
« Antwort #1 am: 03. Februar 2013, 13:21:06 »
Ich favorisiere Idee 1. Der direkte Vorgesetzte sollte grundsätzliche selber über die Besetzung seiner Helferstellen entscheiden können. Ich denke, von dem Recht, die gut eingearbeiteten Magistrale nach Amtsantritt auszutauschen, wird einfach meistens kein Gebrauch gemacht. Wer nicht super-kompetente Fachleute zur Hand hat, die die lokalen Strukturen gut kennen, bleibt wahrscheinlich gerne bei den bewährten Amtsinhabern, die die Alltagsroutine für ihn erledigen.
Idee 2 halte ich für unwahrscheinlich, weil der Kasten auf UdS 46 nur die Erzprätoren, Prätoren und Subprätoren als wählbar auflistet. Die Magistrale und Submagistrale würde ich da raushalten. Die sind Beamte, die eingestellt und nicht gewählt werden (denke ich).
Idee 3 könnte auch passen. Ich sehe da auch kein fehlendes Mitspracherecht von Seiten der Optimaten, denn der Senat hätte auch bzgl. der Ernennung eines Magistrals sein Vetorecht. Trotzdem würde ich diese Personalfragen dem Prätor überlassen.

Tabuin

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Re: Provinzverwaltung
« Antwort #2 am: 03. Februar 2013, 13:34:53 »
Welcher Weg genutzt wird, dürfte von Provinz zu Provinz und von Trodinar zu Trodinar unterschiedlich sein. (vgl. UdS Städte-Generator)

Die optimatischen Vertreter werden gewählt (UdS 46, Kasten links), die anderen je nach Sitte in der Provinz.

Als recht praktikabel könnte ich mir vorstellen:

a) Prätor meint, er brauche für einen Bereich seiner Pflichten mehr Personal (z. B. Marktabgaben), hat evtl. "passend" einen verdienten Klienten, der die Aufgabe erledigen könnte. Also lässt er sich dessen Ernennung zum Magistral oder Submagistral (je nach Stand des Klienten oder der Bedeutung der Aufgabe) vom Erzprätor und Trodinar (als oberste Dienstherren) und dann von der Curia (als "Finanzaufsicht über die Ausgaben") bestätigen.

b) Ein verdienter Magistral geht in den Ruhestand/ ein Submagistral stirbt - die Curia/der zuständ. Curator/ der Magnat schlägt nun mehrere Kandidaten vor, der zuständige Prätor hat evtl. ebenfalls passende Klienten. Man "verhandelt" miteinander, der Erzprätor und der Senat haben ihr Mitspracherecht. Als Ergebnis wird jemand in das Amt ernannt.

Walen für Verwaltungsbeamte halte ich für eher unwahrscheinlich, da wird nach Proporz und Einfluss der Häuser, Interessensgruppen, Curatoren vor Ort eine Besetzung der Stellen vorgenommen. ... wie bei uns auch.

Ein Prätor dürfte bei Amtsantritt alle Magistrale und Submagistrale "im Amt bestätigen", ist er doch (in Vertretung des Erzprätors) der "Chef" des jeweiligen Bereiches. Übernimmt er jemanden nicht, wird die Stelle neu besetzt. Jeder "Verwaltungsbeamte" wird über Herkunft, persönliche Kontakte in die Curia, "seine Leute" haben, die für ihn einstehen und mit denen sich der neue Prätor im Zweifelsfall anlegt. Umgekehrt hat der neue Prätor gerade eine Wahl gewonnen und sicherlich vorher mit den entsprechenden Collegien ein paar Wahlgespräche geführt (führen lassen):

Wird Claudius ex Illacrion mit der Unterstützung der Collegien der Gerber, Tuchweber, Schneider, Weinhändler und Tavernenbetreiber zum neuen Prätor der Raia gewählt, werden alle Magistrale und Submagistrale - die zufällig Vettern, Cousinen der Patrone, Matronen der Collegien sind - im Amt bestätigt/ gegen von den Unterstützern bevorzugte Kandidaten ausgetauscht. Die Collegien der Freskenmaler und Stukateure holt man über die Neugestaltung des Amtsgebäudes und die Renovierung der XY-Therme ins Boot ... damit hat der neue Prätor ein halbes Dutzend "Freunde" in der Curia und kann in Ruhe arbeiten (lassen). ;)
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Sassi

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Re: Provinzverwaltung
« Antwort #3 am: 08. Februar 2013, 20:27:49 »
Problem: Der Prätor, der nur ein Jahr im Amt ist, bestimmt für die kommenden 30 Jahre, wer Magistral wird? Klingt komisch.

Ist bei uns doch auch nicht viel anders.