Autor Thema: 1889-Kampagne, Eindrücke  (Gelesen 5525 mal)

nikioko

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1889-Kampagne, Eindrücke
« am: 28. Dezember 2012, 20:58:24 »
Hallöchen,

in letzter Zeit ist es ziemlich still gewesen. Das liegt primär an meiner doch recht spärlichen Freizeit. Aber dennoch möchte ich hier kurz umreißen, wie es mit meiner Space: 1889-Kampagne so läuft. Da ich in Zukunft vorhabe, die Abenteuer in eine präsentierbare Form zu setzen (sprich, es anderen ermöglichen will, die Abenteuer nachzuspielen), sollten Spieler bitte nicht weiterlesen! Leider kennt dieses Forum keine Spoiler-Tags. :-(

Meine Spieler haben sich dafür entschieden, Russen zu spielen: einen Historiker mit Schwerpunkt auf mythischen Kulturen (z. B. Atlantis), einen Rittmeister des kaiserlichen Husarenregiments nebst dessen Diener, einen Schlosser und Feinmechaniker mit zweifelhaftem Nebenerwerb und einen zerstreuten Professor, der so von dem Gedanken, einen Raketenantrieb für Flugschiffe zu entwickeln, besessen ist, dass er für seine spontanen Ideen immer eine kleine Menge Sprengstoff mit sich führt. All diese Gestalten leben in St. Petersburg, der Hauptstadt des Reiches, und sind notorisch abgebrannt und wissen nicht, wie sie die nächste Miete bezahlen sollen. Der Rittmeister hat dafür schon sein Pferd verkauft. Doch zum Glück gibt es Abenteuer...

1. Abenteuer: Petersburger Nächte
Ich habe das Abenteuer im Januar 1889 starten lassen. In Anbetracht der Tatsache, dass ich später soviele Anachronismen einführen musste, wären ein paar Jahre später aber sicher besser gewesen. Egal. Also, die Charaktere sind notorisch abgebrannt. In sofern kommt es ihnen gut zupass, dass sie eines Tages einen Brief erhalten, der ein 100-Rubel-Note (etwa 15 Pfund Sterling) zur Zahlung der schlimmsten Schulden sowie eine Einladung für den nächsten Abend enthält, welche noch mehr Geld in Aussicht stellt. Die Einladung stammt von Wiktor Bogdanowitsch, einem reichen Industriellen und Kunstsammler, der die Charaktere zu seiner Villa in Peterhof einlädt. Die Charaktere können bequem mit dem Zug anreisen und werden vom Butler Alexei in Empfang genommen und in den Salon geführt, wo bereits etwa 10 andere Herrschaften warten. Der aufmerksame Beobachter stellt fest, dass hier in den Vitrinen marsianische Kunstgegenstände ausgestellt werden.
Als der Herr des Hauses schließlich erscheint, hält er eine mehrminütige Ansprache, in der er verlautet, dass Seine Majestät wegen des jüngsten Lückenschlusses in Amerika beschlossen hat, eine Eisenbahnstrecke durch Sibirien bis zum Pazifik zu bauen, woran auch Bogdanowitschs Gesellschaft beteiligt sein würde und für die im Vorfeld Pionierarbeit, auch in Tatarenland, geleistet werden müsse, und dass dafür Menschen mit besonderen Fähigkeiten gebraucht werden.
Nach einer fünfminutigen Gedenkzeit sind die meisten der Gäste gegangen und nur die Charaktere bereit, sich auf diese Arbeit einzulassen (im Zuge der weiteren Ausarbeitung lässt sich aber bestimmt noch ein weiterer NSC einführen, der auch dabei ist).  Zum großen Erstaunen führt die Reise aber nicht nach Sibirien, sondern zunächst nur zurück nach Sankt Petersburg. Der Auftrag: aus der Mars-Ausstellung der Eremitage einen Gegenstand zu entwenden, von denen in einer Schatulle eine genaue Replik mitgegeben wird: ein etwa 15 cm langer und 2 cm dicker gravierter Sandsteinstab (die Maße passen zufälligerweise mit denen einer Rolle Ubiquitywürfel überein ;-)). Die Ortsbesichtigung birgt eine Überraschung: der zu entwendende Gegenstand ist laut Plakette eine Leihgabe von eben jenem merkwürdigen Herrn Bogdaniwitsch. Ein Versicherungsbetrug? Da die Sicherheitsvorkehrungen sehr lasch sind, wird beschlossen, den Bruch in der Nacht zu machen. Mit einer Leiter und einem Glasschneider geht es durchs Fenster zum Ausstellungsraum im 1. Stock. Und auch das Objekt ist schnell angeeignet, gerade, als in der Tür ein Schlüssel knirscht. Der Nachwächter bemerkt auf seinem Rundgang den Einbrecher nicht, und da der Stab durch die Replik ausgetauscht wurde, fällt ihm der Diebstahl nicht auf. Nachdem er den Saal wieder verschlossen hat, kann der Einbrecher durchs Fenster raus. Eine kurze Untersuchung im Labor des Professors ergibt, dass dieser massive Steinstab magnetisch ist. Am nächsten Morgen geht es zu Bogdaniwitsch, der als Belohnung 500 Rubel auszahlt. Auf die Frage, warum er sich sein Eigentum nicht auf normale Weise aushändigen lässt, antwortet er, dass dann ja jeder wüsste, dass der Stab bei ihm ist.

2. Abenteuer: Mord im Nord-Express
Am folgenden Tag lesen die Charaktere in der Zeitung von dem Diebstahl in der Eremitage. Was sofort auffällt ist, dass die Details wie Einbruchszeit, -ort sowie die Behauptungdes Museumsdirektors, ein Nachtwärter wäre niedergeschlagen worden, nicht stimmen. Prof. Stassow, der Direktor, bestätigt aber gegenüber der Presse, dass die wertvolle Gemäldesammlung unberührt ist, und dass der gezielt gestohlene Gegenstand von eher geringem Wert ist. Kurz darauf erhalten die Charaktere einen Brief von Bogdanowitsch, der sie auffordert, ihre Koffer für eine längere Reise zu packen, am Bahnhof abzugeben und ihn am frühen Nachmittag am Kaffeehaus im Sommergarten zu treffen. Doch statt Bogdanowitsch taucht nur ein Passant auf, der sich Feuer geben lässt und dabei ein Zigarettenetui fallen lässt. Darin befindet sich ein Schlüssel für ein Schließfach und ein Brief von Bogdanowitsch, in dem steht, dass er es nicht schaffen konnte, und dass die Charaktere die Reise nach Paris allein antreten sollen. Im Schließfach am Bahnhof seien genug Geld und etwas Ausrüstung versteckt.
Im Schließfach sind schließlich 500 Rubel für die Zugfahrkarten nach Berlin und weiter nach Paris, sowie zwei Webley-Revolver inclusive Munition.
Kurz vor der Abfahrt des Zuges helfen die Charaktere einem älteren Herrn, der Probleme mit seinem Gepäck hat, beim Einsteigen. Der Mann bedankt sich, stellt sich als Stassow vor und lädt die Charaktere ein, später mit ihm im Speisewagen zu Abend zu essen. Bei diesem angeregten Gespräch, in dem viele Fragen gestellt werden, bleibt anschließend Stassows Aktentasche stehen. Der Versuch, ihm die Taschen zurückzugeben scheitert, da der Mann auf Klopfen nicht reagiert. Da wie immer die Neugier siegt, schauen die Charaktere in ihrem Abteil in die Tasche und entdecken nur den Steinstab sowie eine handschriftliche Notiz, dass er in ihren Händen sicherer aufbewahrt wäre.
Am nächsten Morgen bringen die Charaktere die Tasche zurück zu Stassow, der sich bedankt und sie erneut zum Essen im Speisewagen einlädt. Kurz vor dem Essen kommt es zum Tumult im Zug: vor dem Abteil eines älteren Ehepaars hat sich eine Menschentraube gebildet, weil angeblich ins Abteil eingebrochen und Schmuck gestohlen wurde. Die Charaktere beschließen, dem keine Beachtung zu schenken und gehen weiter in den Speisewagen, warten aber vergeblich auf Stassow. Voller schlechter Vorahnungen schicken sie einen Bahnangestellten, um nach Stassow zu sehen, der nach einigen Minuten zurückkommt mit der Nachricht, dass sich bei Stassow niemand meldet. Ein Gang zu Stassows Abteil und das Eröffnen der Tür mit dem Zweitschlüssel des Schaffners gibt einen grausigen Blick frei: Stassow sitzt in einer Lache aus Blut, der Kopf durch eine Klaviersaite fast abgetrennt. Auf dem Boden verstreut liegen zahlreiche Dokumente, und die Kabine wurde komplett durchwühlt. Am nächsten Bahnhof wird die Polizei verständigt, und ein Inspektor der Kriminalpolizei sowie mehrere Polizisten betreten den Zug und befragen sämtliche Passagiere. Da kein Tatverdächtiger ermittelt werden kann, steckt der Zug mehrere Stunden im Bahnhof fest. Gegen Einbruch der Dunkelheit gibt es Lärm, und ein Mann rennt aus dem Zug. Laut der mitgereisten Geheimpolizisten (von welchen die Charaktere erst dachten, sie seien vermutlich die Mörder) handelt es sich um einen polnischen Anarchisten. In dessen Kabine werden eine blutige Klaviersaite sowie der gestohlene Schmuck gefunden. Der Inspektor lässt nach dem Mann fahnden, da er für ihn der mutmaßliche Mörder ist, kann der Zug weiter fahren. Die Charaktere denken, dass das viel zu einfach war und stellen Wachen auf und ermitteln neue Verdächtige (Paranoia ist doch was Schönes ;-)). In Königsberg schließlich verlässt einer der Typen den Zug und kommt nach etwa 15 Minuten mit einem Päckchen Zigaretten zurück (dass er den Halt genutzt hat, um an seinen Auftraggeber zu kabeln, dass er Verstärkung braucht, weil jetzt nicht mehr ein alter Typ, sondern 5 Leute das Objekt bewachen, dürfte recht treffend sein).
Mitten in der Nacht klopft es an der Tür. Unter größten Sicherheitsvorkehrungen wird geöffnet, und die Charakere erkennen Alexei, der von Bogdanowitsch geschickt wurde, weil die Nachtricht von Stassows Tod mittlerweile zur die Presse geht.
Als erste Vorsichtsmaßnahme ziehen die Charaktere in ein neues Abteil um, wobei sie möglichst viel von ihrem Gepäck in alten lassen sollen. Denn tatsächlich bekommen die Ganoven in den frühen Morgenstunden Verstärkung und nehmen sich das Abteil der Charaktere vor, in dem sie aber nicht fündig werden. Kurz hinter Schneidemühl zieht Alexei die Notbremse und drängt die Charaktere aus dem Zug. Dabei werden sie von den Ganoven verfolgt. Im folgenden Geländelauf mit Schuswechsel erweist sich Alexei als guter Schütze. Sie erreichen am Waldrand eine Gruppe von Reitern, angeführt von einer deutschen Frau namens Lisa Peters, die die Charaktere und Alexei auf ihre Pferde nehmen und nach Filehne bringen. Von dort geht es per Pferdeschlitten über die vereiste Netze und Warthe nach Landberg, wo auf einem Feld bereits Lisas Luftschiff, ein Zeppelin, wartet. Gerade als der letzte Anker gelöst ist, preschen aus dem Unterholz die Verfolger, und im folgenden Schusswechsel schafft es Lisa, das untere Ende der Strickleiter zu erreichen, während der Zeppelin rasant an Höhe gewinnt.
Die gesamte Zugfahrt war übrigens ein Anachronismus, da der erste Nord-Express erst 1896 durch Preußen rollt. Selbst die D-Züge mit Seitengang wurden erst 1892 eingeführt, davor gab es nur die dreiachsige Abteilwagen mit Außentüren. Das wäre aber eine langweilige Zugfahrt geworden...

3. Abenteuer: Die Pyramide des Itzamná
Die weiteren 1000 km Luftlinie von Landsberg nach Paris stellen kein Hindernis dar, und da der Zeppelin relativ komfortabel ausgestattet ist, können die Charaktere erstmals seit der Abreise komfortabel schlafen. Die Reise dauert etwa 16 Stunden, so dass die Gruppe sogar noch einige Stunden vor dem Zug in Paris ankommt (Ich habe mich dabei bewusst über die Angabe im GRW, mit einem Zeppelin können man 480 km am Tag zurück legen, hinweg gesetzt, weil laut verschiedener Quellen die frühen Zeppeline schon eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 70 km/h hatten. bei 1000 km macht das 15 Stunden Flugzeit.). Vom Flugfeld in Paris, in dessen Nähe sich der fast fertige Eiffelturm befindet, geht es per Droschke zu der in Bogdanowitschs Schreiben angegebene Adresse, während Lisa und ihre Crew das Flugschiff für die Weiterreise vorbereiten. In der Wohnung in der Pariser Innenstadt treffen die Charaktere endlich auf Bogdaniwitsch sowie den Archäologen Prof. Pierre Maillard, welcher ziemlich aufgeregt das Objekt in Augenschein nimmt und bestätigt, dass es sich um einen so genannten "Königsschlüssel" handle. Mit diesem könne man in die Gräber phätonischer Könige in ihren Pyramiden vordringen. Es folgt eine lange Erklärung, dass Phaeton einst der fünfte Planet von der Sonne aus war, bevor er durch Gezeitenkräfte zerstört wurde, und dass die Phaetonier eine weit entwickelte Kultur und Kolonien überall im Sonnensystem, so auch auf der Erde hatten. Bogdanowitsch drängt auf Beeilung wegen der fortgeschrittenen Zeit und bemerkt, dass auf der Reise nach Mexiko noch genug Zeit wäre, diese Thematik ausführlich darzulegen.
Die etwa 10tägige Flugreise nach Mexiko mit mehreren Zwischenlandungen verläuft ohne Probleme, und die Gruppe ist froh, aus dem Winter endlich in wärmere Gefilde zu kommen. Da das Luftschiff im Dschungel Yucatans nicht landen kann, steht ein Abstieg per Stickleiter bevor. Lisa setzt Bogdanowitsch, Alexei, den Professor und die Charaktere auf der Spitze der Pyramide ab. Nachdem der Zugang zum Inneren gefunden ist und der Weg an diversen Fallen und Türen, an denen der Stab wie ein Durchsteckschlüssel funktioniert, vorbei gebahnt wurde, erreicht man schließlich die Grabkammer, in der viele Goldgegenstände aufbewahrt werden. Auf dem Boden sind mehrere konzentrische Ringe mit unterschiedlich großen Kugeln angebracht, was wohl ein Planetensystem darstellen soll. Auffällig ist, dass an fünfter Position ein erdgroßer Planet mit vier Satelliten dargestellt wird. In der Mitte dieses Systems befindet sich ein steinerner Sarkophag, der den Gottkönig Itzamná beinhalten soll, auf einer Stufenpyramide. Mit gemeinsamer Anstrengung ist der Sarkophag bald geöffnet. Darin befindet sich eine sehr gut erhaltetene groß gewachsene Mumie. Die Haut ist fahlgrau, und die Leiche erweckt den Eindruck, als ob die gerade erst gestorben sein, obwohl sie hier schon seit Jahrtausenden liegt. Auffällig ist zudem die merkwürdige längliche Kopfform, die man auch von ägyptischen Mumien kennt, sowie die Tatsache, dass die Leiche an Händen und Füßen nur jeweils vier Finger und Zehen aufweist. Auf der Brust der Mumie ruht eine gravierte goldene Scheibe, außerdem liegt in dem Grab eine zusammengerollte Schriftrolle. Beim Ausrollen scheint dies eine Karte zu sein (die drei Gesichter der Erde), auf der die phaetonischen Kolonien verzeichnet sind. Beim Anheben der goldenen Scheibe setzt sich das Planetenmodell in Bewegung. Die Planeten fangen an zu leuchten und kreisen gemäß ihrer Umlaufzeit um den zentralen Sockel. Gleichzeitig fällt die Tür zur Schatzkammer zu und ein dumpfes Grollen geht durch die Pyramide. Die Gruppe fängt an zu laufen, hinter ihnen stürzen Felsblöcke zu Boden, doch mit Hilfe des Schlüssels, welcher letztlich in der Pyramide verbleibt, gelingt schließlich die Flucht in Freie, wo Lisa die Abenteurer an Bord des Zeppelins nimmt.

To be continued...
Tja, jetzt bin ich gerade ziemlich am Grübeln, wie es weiter gehen soll. ;-)

Stefan Küppers

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #1 am: 29. Dezember 2012, 10:50:37 »
Ich weiß nicht, ob ich es dir schon empfohlen hatte; die Fandorin-Romane von Boris Akunin sind eine prima Inspiration - und passen von der Zeit her auch gut.

nikioko

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #2 am: 29. Dezember 2012, 16:33:40 »
Ich weiß nicht, ob ich es dir schon empfohlen hatte; die Fandorin-Romane von Boris Akunin sind eine prima Inspiration - und passen von der Zeit her auch gut.

Hattest Du. Vielen Dank. Sobald ich zeitlich weniger angespannt bin, werde ich mir die auf jeden Fall zu Gemüte führen.

Orok

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #3 am: 29. Dezember 2012, 19:09:09 »
klingt hammergut. In der Runde würde ich sehr gerne mitspielen. Vielen dank für deinen spannenden Bericht. Solltest du tatsächlich deine Abenteuer ausformulieren, würde ich mich sehr freuen die auf meiner Seite zu veröffentlichen.
Bin sehr gespannt wie es weiter geht.
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Ernesto v. Hemmwegen

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #4 am: 30. Dezember 2012, 00:57:52 »
Dem möchte ich mich anschließen. Auch wenn ich leider keine Space 1889-Gruppe habe, lese ich doch sehr gerne Spielberichte oder Abenteuer.

In welche Richtung soll die Kampagne denn gehen? Weiter auf der guten alten Erde oder bald hinaus in die Weiten des Sonnensystems? Bisher hörte sich das selbst ohne ferne Welten spannend und interessant an.

Matthias

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #5 am: 30. Dezember 2012, 14:05:45 »
Sehr schöne Schilderung und guter Ideengeber. Vielen Dank!

Gruß,
Matthias

nikioko

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #6 am: 30. Dezember 2012, 16:19:30 »
Dem möchte ich mich anschließen. Auch wenn ich leider keine Space 1889-Gruppe habe, lese ich doch sehr gerne Spielberichte oder Abenteuer.

In welche Richtung soll die Kampagne denn gehen? Weiter auf der guten alten Erde oder bald hinaus in die Weiten des Sonnensystems? Bisher hörte sich das selbst ohne ferne Welten spannend und interessant an.

Also, ganz grob: Da der Zeppelin über keinen Ätherantrieb verfügt und dieser auch recht teuer ist, wird es vielleicht noch das eine oder andere Abenteuer auf der Erde geben. Der Tunguska-Meteorit kam leider erst später, wäre aber ein schöner Aufhänger gewesen. Da wir aber schon mal in Mittelamerika sind, könnte ich mir einen kleinen Abstecher zum Isthmus von Coatzacoalcos vorstellen. Immerhin ist Bogdanowitsch Eisenbahnunternehmer. Letztlich soll die Reise aber von der Erde wegführen.
Die Analyse der Datenscheibe (die man sich in etwa vorstellen kann wie die goldenen Schallplatten auf den beiden Voyager-Raumsonden) soll ergeben, dass die Phaetonier Kolonien auf Venus, Erde, Mars, diversen Phaeton-Monden, aber auch im äußeren Sonnensystem hatten. Daraus lässt sich schließen, dass sie über überlegene Antriebstechnik verfügten. Auch lässt sich anhand von Bildern bestätigen, wie die Jungs ausgesehen haben (nämlich wie die Mumie in der Maya-Pyramide). Der nächste Schritt lautet also, den Zeppelin mit einem Ätherantrieb (das Sprungtriebwerk von 1889) auszurüsten und sich ein wenig von dieser Hochtechnologie abzugreifen. Venus, Erde und Mars sind schon recht überlaufen, und durch Erosion dürfte auch nicht mehr viel erhalten geblieben sein. Was nicht heißt, dass man nicht das eine oder andere Abenteuer dort stattfinden lassen kann.
Der Asteroidengürtel mit Ceres, Pallas und Vesta scheint aber noch vielversprechender zu sein. Und tatsächlich, nach einigem Ärger mit den Gesetzlosen, die sich hier verschanzen, wird auf Ceres ein fast völlig intaktes Labor gefunden (fehlende Plattentektonik und Atmosphäre können eben auch ein Vorteil sein), in dem auch merkwürdige silbrige Stoffbahnen gefunden werden, die anscheinend Sonnenlicht in elektrischen Strom verwandeln können. Anscheinend arbeiten diese so effizient, dass man damit bis zu den Galileischen Monden vordringen kann. Zudem wird das Energieproblem gelöst, welches bei dampfgetriebenen Schiffen ja vornehmlich aus dem Vorrat an Brennstoff und Wasser besteht. Das Umrüsten des Schiffs nimmt einiges an Zeit in Anspruch, so dass ich mir ein paar Zwischenabenteuer auf dem Mars vorstellen kann.
Letzlich aber geht es weiter, zu den Vulkanen des Io, die Meere von Europa, den Amazonenplaneten Ganymed oder die verlorene Kolonie von Kallisto, in der heute noch Nachfahren der Phaetonier auf einem ziemlich rückständigen Niveau leben. Dennoch lassen sich in den Ruinen der Städte der einstigen Hochkultur einige Schätze bergen, unter anderem ein feurig-schimmernder Zylinder aus Metall, der unentwegt große Mengen elektrischer Energie freigibt (heute würde man das wohl eine Radionuklidbatterie nennen) und eine Stromversorgung des Schiffs auch dann sicherstellen kann, wenn die Sonnensegel längst nicht mehr genug Energie liefern. Und damit sollte der weitere Weg für eine Expedition ins äußere System frei sein, dorthin, wo kein Mensch zuvor gewesen ist. Hinein in die äußere Leere hinter Neptun, den Kuipergürtel und vielleicht gar zum legendären Stern Nemesis (http://www.drpetrov.com/1889/planets/planets8.htm).
Ideen für Abenteuer in Star-Trek-Manier sollten sich wohl zuhauf finden lassen.

Sehr schöne Schilderung und guter Ideengeber. Vielen Dank!

Gruß,
Matthias
Danke. Ich werde versuchen, hier alles aktuell zu halten.

Orok

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #7 am: 30. Dezember 2012, 19:17:28 »
Hast du einen alternativen Weltraum und Ätherantrieb in deiner Kampagne? Irgendwie klingt dein letzter Post so. Wäre gespannt mehr zu erfahren.
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ubiHEX

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #8 am: 30. Dezember 2012, 22:14:19 »
Sehr schön zu lesen. Ich freue mich schon auf die ausformulierte Fassung und werde dann gerne auf ubiHEX die Werbetrommel rühren.

nikioko

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #9 am: 30. Dezember 2012, 22:19:08 »
Hast du einen alternativen Weltraum und Ätherantrieb in deiner Kampagne? Irgendwie klingt dein letzter Post so. Wäre gespannt mehr zu erfahren.
Jein. Zur Zeit entspricht alles noch den bekannten Regelwerken. Der Ätherantrieb lässt Reisen bis zum Mars und unter enormer Pionierleistung bis zum Asteroidengürtel zu. Darüber hinaus wird das gebündelte Sonnenlicht zu schwach, um das Wasser im Kessel der Dampfmaschine zu erhitzen. Kohle als Brennstoff ist ja nur bei Atmosphärenflügen möglich.

Fest steht jedoch auch, dass die Phaetonier weite Teile des Sonnensystems besiedelt haben, dank ihrer Hochtechnologie. Und dafür erlaube ich mir, als Artefakt Sonnensegel einzuführen, die anders als die der heutigen Raumfahrt den Namen völlig zu Recht tragen: Stoffbahnen, die an Masten getakelt werden, um im Sonnenwind zu segeln und das Ätherschiff voranzutreiben. Zusätzlich besitzen sie die Eigenschaft, mit einem hohen Wirkungsgrad eingestrahlte Sonnenenergie in elektrischen Strom zu verwandeln und damit die Energieversorgung des Schiffs und der Elektromotoren des Schraubenantriebs zu gewährleisten. Mit etwas technischem Aufwand ließen sich diese Stoffbahnen auch außen auf die Ballonhülle eines Zepellins aufbringen. Dadurch gehen zwar die Segeleigenschaften verloren, aber die Stromerzeugung ist weiterhin möglich. Es versteht sich von selbst, dass diese Stoffe als Artefakte (zunächst) nicht reproduzierbar sind und man bei Zerstörung Ersatz aus Phaetonierruinen besorgen muss, was noch einmal ein Abenteuer für sich werden kann. Dadurch werden aber Reisen weit über die bisher bekannten Grenzen hinaus möglich. Da der Strahlendruck der Sonne allerdings mit dem Abstandsquadrat abnimmt, nehmen dann sowohl die Segelleistung als auch die photovoltaische Energieerzeugung ziemlich schnell ab, so dass das Schiff kaum bis zum Saturn kommt. Dafür wäre dann eine andere, von der Sonnenstrahlung unabhängige Energiequelle notwendig. Ob, wann und wo diese Radionuklidbatterie entdeckt wird, weiß ich noch nicht, aber vom Aussehen her soll sie der Beschreibung von Oreichalkos entsprechen, um einen weiteren Mythos einzuführen. Für die Gruppe wäre sie eine Black Box, die aus sich heraus nahezu unbegrenzt elektrischen Strom liefert und damit die Ätherschraube antreiben kann, wenn die Sonnenenergie allein längst zu schwach geworden ist.

Ein weiterer Punkt, der nicht vergessen werden darf, ist der, dass der Abstand zwischen den Planeten nach außen immer größer wird, weshalb immer größere Strecken durch die interplanetare Leere überwunden werden müssen. Vor allem, wenn der nächste Planet vom augenblicklichen Standort in Konjunktion zur Sonne steht. Wenn die Charaktere also auf der Reise nicht alt und grau werden wollen, müssen fast zwangsläufig Methoden gefunden werden, sich schneller durch den Äther zu bewegen.

Was den alternativen Weltraum angeht, so beziehe ich meine Beschreibungen von den "Altvorderen", also Leuten, die über Jahre Space: 1889 gespielt und die Welt von Haus aus erweitert haben. Insbesondere von dieser Seite: http://www.drpetrov.com/1889/. Dort gibt es im Referee's Guide to the Solar System auch Beschreibungen zu den Asteroiden, Jupitermonden und das äußere Sonnensystem: http://www.drpetrov.com/1889/planets/planets3.htm

Beispiel:
Zitat
Europa
The Water Planet

The surface of Europa is covered almost entirely by water, and the world's weather tends to be warm and stormy. The regions around the equator are very warm and water evaporates quickly, resulting in a region where humidity is high and the weather is cloudy and perpetually stormy. The polar regions, though also cloudy, have a less violent climate and are cooler, allowing for a more habitable environemnt.
 
The primary form of life on Europa is the Leviathan, who in its mature form resembles a giant floating island up to half a mile long. The Leviathan goes through a variety of stages of life before entering it's "floating island" stage, some of which resemble that of an eel, a shark, or a manta ray, before turning into the leviathan stage, which is a filter feeder. Many forms of surface life have adapted to living on the backs of the Leviathan.

Naturally, virtually all life on Europa is aquatic, though a few small islands exist in the Northern Hemisphere. An aquatic intelligent race exists, though they are mammalian and similar biologically to dolphins, though they have arms and hands and legs with webbed feet, and in structure are more similar to humans. They require air to breathe and have a blowhole on the back of their heads, though they can hold their breath for up to an hour.

An offshoot of this race has taken up residence on the islands and lost their dependence on water and some of their aquatic abilities, though they are still excellent swimmers and retain their webbed feet and blowholes. Since the islands themselves are small and cannot support a large population, the inhabitants rely on fishing for most of their food. This sometimes brings them into conflict with their undersea relatives, who live in the shallows and guard their territory carefully. However, the relationship between the two races is usually peaceful and the surface dwellers can make tools using fire that the sea people cannot, so a trading economy has developed between them.

Data:
Diameter: 1961 miles
Surface area: 0.061 Earths
Surface Gravity: 0.4 Earths
Day: 3.55 days
Year: 11.86 years
Orbital distance: 419,000 miles (from Jupiter)

Ich werde mich bei meiner Kampagne inhaltlich auf diese Angaben stützen, sofern keine triftigen Gründe dem entgegen sprechen.

Was ich z. B. auch noch sehr ansprechend finde, sind die Seleniten aus H. G. Wells' ersten Fahrt zum Mond, welche es in Space ja auch gibt. Von daher wäre ein Abstecher zum Mond vielleicht auch nicht verkehrt. Oder ich verlagere dieses Volk einfach woanders hin.

Insgesamt ist es mir bei dieser Kampagne wichtig, dass die Charaktere Pioniere sind, die sich aufmachen, neue Welten zu entdecken. Natürlich gibt es viele schöne Abenteuerideen für die bekannten Welten, aber es war auch der ausdrückliche Wunsch der Spieler, auf eigene Faust und im eigenen Schiff, ähnlich wie Han Solo oder Malcolm Reynolds, ihr Glück zu suchen. Und was ist könnte schöner sein als einen Ort als erster zu erreichen, was ist abenteuerlicher als eine Entdeckungsreise ins Ungewisse?

Worüber ich übrigens gerade am Grübeln bin ist, wie ich am besten den großen Antagonisten, der immer wieder versucht, den Abenteurern in die Suppe zu spucken, einführe. Die Gefahr, die von ihm ausgeht, habe ich ja schon auf der Zugfahrt eingebaut. Nun sollte er aber auch mal von Zeit zu Zeit auf der Bildfläche auftauchen und für Ärger sorgen. DIe Nationalität steht schon fest. Nicht umsonst hegt einer der Charaktere Hass gegen die Engländer. ;-)

Orok

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #10 am: 30. Dezember 2012, 23:21:30 »
Zitat von: nikioko
Zitat von: Orok
Hast du einen alternativen Weltraum und Ätherantrieb in deiner Kampagne? Irgendwie klingt dein letzter Post so. Wäre gespannt mehr zu erfahren.
Jein. Zur Zeit entspricht alles noch den bekannten Regelwerken. Der Ätherantrieb lässt Reisen bis zum Mars und unter enormer Pionierleistung bis zum Asteroidengürtel zu. Darüber hinaus wird das gebündelte Sonnenlicht zu schwach, um das Wasser im Kessel der Dampfmaschine zu erhitzen. Kohle als Brennstoff ist ja nur bei Atmosphärenflügen möglich.

Ich bezog mich unter anderem auf das hier:
Zitat von: nikioko
Der nächste Schritt lautet also, den Zeppelin mit einem Ätherantrieb (das Sprungtriebwerk von 1889) auszurüsten
Das sollte doch wenn nicht unmöglich, zumindest aber extrem schwer machbar sein. Ein Neubau ist wohl in der Regel sinnvoller. Mal ganz abgesehen vom Platz (Ätherschiffe müssen einfach eine gewisse Größe haben, gerade ein Zeppelin, alleine wegen Motoren, Quartieren, Vorräten, Gärten) muss ja so ein Raumschiff auch gepanzert sein (Mikroasteroiden, Piraten und Ätherstürme), und entsprechend gegen Kälte und Strahlung isoliert sein.
Versteh mich nicht falsch. Du kannst in deiner Kampagne machen was immer du willst, ich finde es nur interessant wie jeder SL diese Pseudo-Wissenschaft von Space:1889 in seine Kampagne einbindet.
Als Idee: Vielleicht hat ja der Energieumwandlungseffekt des seltsamen silbernen StoffTM auch als Nebenwirkung eine Art Hüllenpolarisation (wie bei Star Trek "Enterprise") zur Folge.
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nikioko

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #11 am: 31. Dezember 2012, 00:32:24 »
Ich bezog mich unter anderem auf das hier:
Zitat von: nikioko
Der nächste Schritt lautet also, den Zeppelin mit einem Ätherantrieb (das Sprungtriebwerk von 1889) auszurüsten
Das sollte doch wenn nicht unmöglich, zumindest aber extrem schwer machbar sein. Ein Neubau ist wohl in der Regel sinnvoller. Mal ganz abgesehen vom Platz (Ätherschiffe müssen einfach eine gewisse Größe haben, gerade ein Zeppelin, alleine wegen Motoren, Quartieren, Vorräten, Gärten) muss ja so ein Raumschiff auch gepanzert sein (Mikroasteroiden, Piraten und Ätherstürme), und entsprechend gegen Kälte und Strahlung isoliert sein.
Versteh mich nicht falsch. Du kannst in deiner Kampagne machen was immer du willst, ich finde es nur interessant wie jeder SL diese Pseudo-Wissenschaft von Space:1889 in seine Kampagne einbindet.
Als Idee: Vielleicht hat ja der Energieumwandlungseffekt des seltsamen silbernen StoffTM auch als Nebenwirkung eine Art Hüllenpolarisation (wie bei Star Trek "Enterprise") zur Folge.
Ach so, diese Problematik... Ja, das mit der Pseudowissenschaft ist eine gute Frage, das Problem ist aber lösbar.
Zunächst einmal ist dieser Zeppelin ein Frachtflieger. In der Gondel ist also schon von Natur aus wenig Platz für Passagiere und viel für Güter vorgesehen. Das wäre bei einer Expedition dann keine Fracht, sondern Vorräte. Für den Flug durch den luftleeren Raum müsste das Ganze natürlich entsprechend abgedichtet werden.
Der weitaus größere Teil des Zeppelins macht die Hülle aus. Und die beinhaltet außer Wasserstoff nicht viel. Es gibt also genug Platz, um die von Dir angesprochenen Dinge unterzubringen, indem man nur die Hülle neu konstruiert, mit zusätzlichen Streben und Decks versieht etc.. Das erhöht zwar insgesamt das Startgewicht, aber ganz ehrlich: in dieser Welt gibt es Flugfahrräder! Die Frage, ob ein Neubau nicht sinnvoller oder gar billiger ist, ist berechtigt. Aber andererseits gibt es immer eine gewisse Sentimentalität, die Kapitän und Crew zu "ihrem" Schiff pflegen. Und Emotionen überwiegen häufig die Vernunft.
Apropos Umbau: viele Expeditionsschiffe der Geschichte waren umgebaute Schiffe: die Santa Maria, die Beagle oder die Endeavour, die ursprünglich ein Kohlenfrachter war.

Was die Bevorratung während der langen Reise angeht, so schwirrt zumindest Wasser in Form von Eis genügend durchs All. Lebensmittel müssen bei Landungen vor Ort ergänzt werden, was auch noch mal eine spannende Sache wird. Insgesamt wird es ähnlich laufen wie bei der Erforschung der Erde per Schiff. Natürlich wird die Menge der Vorräte ein Problem: Von der Erde zum Mars sind es mind. 75 Mio. km, was etwa 3 Wochen Reisezeit entspricht. Von da nach Ceres wären mind. 190 Mio. km, was schon über 1,5 Monate wären. Mal abgesehen von der Tatsache, dass sich auf dem Asteroiden wohl kaum etwas Essbares finden ließe. Fliegt man dann weiter zum Jupiter, ist man nochmals 3 Monate unterwegs.

Natürlich ist eine Ballonhülle äußerst verletzlich, weswegen ein Flug gerade in den Asteroidengürtel ein sehr gefährliches Unterfangen wird. Zumindest aber werden ständige Reparaturarbeiten notwendig sein. Möglicherweise kann man den Sonnensegeln eine gewisse protektive Wirkung zuschreiben. Vielleicht wird die Hülle auch beim Anflug auf Ceres zerfetzt und muss repariert werden, und auf der Suche nach Material findet man eben diesen seltsamen silbernen StoffTM  ;)

Die Kampagne ist im Detail noch nicht durchgeplant. Aber eine goldene Faustregel soll hier wie immer gelten: Stimmung geht vor Logik. All diese technischen Fragen sollten der Forschungsreise nicht im Weg stehen. Das Schöne an SF ist doch, dass es funktioniert, ohne dass man sich über die technischen Details Gedanken macht. Die Enterprise hat auch wie selbstverständlich Andruckabsorber, die verhindern, dass die Crew beim Beschleunigen einfach zerquetscht wird. Und wenn Du Dir die erste Fahrt zum Mond ansiehst, dann sind die Probleme auch ganz einfach gelöst: eine mit Flugsalbe eingeschmierte, hermetisch abgeschlossene Kugel, ein paar Hühner sowie Trockennahrung als Vorrat, ein Gewehr, zwei Raumanzüge und das war's.

Lange Rede, kurzer Sinn: natürlich kann man sich über Logiks und Details den Kopf zerbrechen. Oder man lässt die Sache einfach funktionieren und lässt die Mannschaft zwei Monate lang Schiffszwieback und geräucherten Lachs knabbern.

Orok

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #12 am: 31. Dezember 2012, 00:54:28 »
Okay, Nostalgie über Profit ist ja auch sehr russisch  8-) Passt doch super!

Nur das hier musst du mir noch erklären, klingt ja sehr obskur. Das macht mich neugierig ;)
Zitat von: nikioko
Und wenn Du Dir die erste Fahrt zum Mond ansiehst, dann sind die Probleme auch ganz einfach gelöst: eine mit Flugsalbe eingeschmierte, hermetisch abgeschlossene Kugel, ein paar Hühner sowie Trockennahrung als Vorrat, ein Gewehr, zwei Raumanzüge und das war's.
Aus welchem Hintergrund hast du das den? Bei Space lief das ja sicher nicht so (alleine wegen Sauerstoff).
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nikioko

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #13 am: 31. Dezember 2012, 01:02:20 »
Okay, Nostalgie über Profit ist ja auch sehr russisch  8-) Passt doch super!

Nur das hier musst du mir noch erklären, klingt ja sehr obskur. Das macht mich neugierig ;)
Zitat von: nikioko
Und wenn Du Dir die erste Fahrt zum Mond ansiehst, dann sind die Probleme auch ganz einfach gelöst: eine mit Flugsalbe eingeschmierte, hermetisch abgeschlossene Kugel, ein paar Hühner sowie Trockennahrung als Vorrat, ein Gewehr, zwei Raumanzüge und das war's.
Aus welchem Hintergrund hast du das den? Bei Space lief das ja sicher nicht so (alleine wegen Sauerstoff).

Aus diesem: Die ersten Menschen auf dem Mond (Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=wO9XjCM6tB8)
Wenn Du es nicht kennst, unbedingt lesen oder den zugehörigen Film ansehen! Das gilt natürlich auch auch für andere Werke von H. G. Wells wie The Shape of Things to Come oder natürlich Die Zeitmaschine. Aus dem Krieg der Welten hat Space sich ja offensichtlich die Dreibeine geklaut.  ;) Und ich oute mich hier mal als großer Wells-Fan.

Nachtrag: es gibt von der BBC eine Neuverfilmung, die ich leider noch nicht gesehen habe:
http://www.youtube.com/watch?v=F2U-OplBePU
http://en.wikipedia.org/wiki/The_First_Men_in_the_Moon_%282010_film%29

Orok

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Re: 1889-Kampagne, Eindrücke
« Antwort #14 am: 31. Dezember 2012, 01:34:10 »
Ah sehr cool. Der Film ist mir tatsächlich nicht bekannt gewesen. Wobei ich von Wells natürlich schon das ein oder andere gelesen habe. Ich hab ihn für mich immer als Wyrd-Verne bezeichnet, und der Filmtrailer zeigt nochmal recht gut warum ;). Werde ich mal bei Gelegenheit ansehen. Danke für den Tipp.
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