Autor Thema: Genlabor Alpha: Experimente, Abscheulichkeiten und das Ziel dahinter(?)  (Gelesen 657 mal)

Zahnrad

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Hallo,

ich habe vor kurzem das komplette Regelwerk und die dazugehörige Kampagne zu Genlabor Alpha zu Ende gelesen und hoffe, dass ich diese mit meiner Rollenspielgruppe auch bald mal spielen kann. Ein paar meiner Fragen zum Hintergrund werden leider auch im Spielleitungsabschnitt nicht wirklich geklärt. - Vielleicht hat hier jemand einen paar Hinweise, weil ich etwas übersehen habe oder kreative Ideen für mein Bedürfnis nach innerer Logik  ;):

1. Die Tiermutanten sollten ursprünglich (so habe ich es verstanden) als Vertretung einer Titanenmacht auf der Erdoberfläche leben, aber wozu? Wie sah der Plan aus?
Sollten sie nur wieder alles aufbauen und dann warten bis die Strahlung nachlässt? - Das führt zu:

2. Experimente mussten durchgeführt werden um einen Mangel an den Mutanten zu beseitigen oder generell wegen des Erkenntnisgewinns, z.B. warum Tiermutanten die Fäulnis besser vertragen als die Menschen (davon gehe ich zumindest aus). Welches Ziel steckt hier dahinter, warum werden diese Experimente, wie sie im Buch beschrieben werden durchgeführt? Was wollten die Menschen erreichen? Warum werden Biomechanische Implantate eingepflanzt?

3. Sind die Abscheulichkeiten Unfälle oder dienen sie noch einem Zweck? (z.B. Spionage der Habitate) Warum löscht man ihre Persönlichkeit oder passiert das eher als Nebeneffekt? Machen Biomechanische Implantate bei Tieren überhaupt Sinn, wenn sie eher bei Menschen einsetzen will? Wie gehen die Tiermutanten mit den Abscheulichkeiten um?

Mich würde einfach interessieren, welcher Logik die Beobachter folgen, wenn sie ein Tier auswählen um es zu entführen oder warum sie sich verhalten, wie sie sich verhalten. Gibt es ein Ziel auf das die Maschinen hin arbeiten?

FenixRising

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Re: Genlabor Alpha: Experimente, Abscheulichkeiten und das Ziel dahinter(?)
« Antwort #1 am: 26. November 2020, 08:51:47 »
Spoiler
Auf deine Fragen wirst du vermutlich keine eindeutigen Antworten in den verschiedenen Büchern für Mutant: Jahr Null finden. Grund dafür ist einerseits, dass im Setting viele Aspekte bewusst vage gehalten sind, damit sie freier an die eigene Kampagne angepasst werden können. Der ganze Metaplot ist im ursprünglichen Spiel mit den Menschmutanten und ihrer Arche ja optional.
Zum anderen lässt sich das Handeln der Titanenmächte nicht komplett rational erklären. Der Eindruck, der sich über alle Bücher hinweg aufdrängt, ist der, dass alle drei Titanenmächte relativ kopflos agieren, vermutlich aus einer gewissen Verzweiflung heraus. Oberstes Ziel ist für alle drei Fraktionen immer die Herrschaft über den Planeten. Die Oberfläche wieder zu bevölkern ist nur ein sekundäres Ziel, weil man dass halt können muss, um den Planeten zu beherrschen... Am besten stellt man sich die Titanenmächte vermutlich als eine Truppe verrückter Wissenschaftler mit Zugriff auf gewaltige Ressourcen, aber auch mit Mangel an diversen Dingen und wachsender Verzweiflung und Untergangsangst vor. Das Ergebnis ist dann ein bunter Strauß verschiedenster Experimente, die manchmal sehr seltsame Früchte tragen. Im Kopf der zuständigen Wissenschaftler dürfte also hinter dem Verhalten der Beobachter im Genlabor Alpha eine Logik stecken. Für Außenstehende ist diese aber höchstens in Teilen nachvollziehbar. Vielleicht sollen die Tiermutanten die neuen Superstreitkräfte auf dem Planeten stellen. Und vielleicht soll die Kybernetik sie noch weiter verbessern. Es ist aber genauso gut möglich, dass die Abscheulichkeiten einfach ein Test für noch nicht serienreife Kybernetik sind. All das ist möglich. Am Ende gilt: Es ist deine Kampagne. Leg für dich eine Geschichte fest, die das Spiel bereichert!

Zahnrad

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Re: Genlabor Alpha: Experimente, Abscheulichkeiten und das Ziel dahinter(?)
« Antwort #2 am: 26. November 2020, 23:40:08 »
Danke für deine Sicht der Dinge.
Den Eindruck, dass
Zitat
...alle drei Titanenmächte relativ kopflos agieren...
hatte ich bisher weniger.
Wo ich dir eher zustimme ist:
Zitat
Oberstes Ziel ist für alle drei Fraktionen immer die Herrschaft über den Planeten. Die Oberfläche wieder zu bevölkern ist nur ein sekundäres Ziel...
So als würde man sich garnicht mehr für die Erde interessieren und überlässt sie lieber irgendwelchen verrückten Wissenschaftlern oder Wissenschaftlern mit verrückten Ideen. Vielleicht weil man eine Art Nicht-Angriffs-Pakt geschlossen hat oder sich mit herkömlichen Waffen zu bekämpfen einfach keinen Sinn mehr macht. Die Erdoberfläche wird nur noch als Spielfeld benutzt.

Bei den Mensch-Mutanten schien für mich die Logik dahinter zu sein, dass man sich nach diesen Experimenten selbst genetisch verbessern kann.
Die Roboter aus 'Mechatron' waren nur als Diener gedacht. (Da bin ich aber noch nicht ganz durch um da mehr sagen zu können :D)
Bei den Tiermutanten war die Logik für mich nicht so eindeutig, aber wahrscheinlich hast du recht und ich muss mir selbst etwas ausdenken.  :)

FenixRising

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Re: Genlabor Alpha: Experimente, Abscheulichkeiten und das Ziel dahinter(?)
« Antwort #3 am: 27. November 2020, 09:17:41 »
Kopflos agieren soll tatsächlich nicht heißen, dass es keine klugen Köpfe bei den einzelnen Fraktionen gibt, ganz im Gegenteil. Aber die Titanenmächte verschwenden sehr viel Energie und Ressourcen, um einander zu bekriegen (Die Enklavenkriege laufen ja immer noch, wenn auch auf Sparflamme) und auch intern scheint es viel Streitigkeiten zu geben. Faktisch sind alle drei Titanenmächte zu verblendet von ihrer Machtgier, um das wirklich sinnvolle zu tun: Alle Ressourcen zusammenwerfen, um so eine Zukunft auf dem Planeten Erde zu ermöglichen.

Spoiler
Stattdessen kocht halt jeder sein eigenes Süppchen. Und das ist auch der Grund für die Tiermutanten. Sie sind ein verhältnismäßig kleines Projekt der Titanenmacht Elysium, zumindest verglichen mit den Menschmutanten, die Mimir erschaffen hat. Elysium setzt seinen Fokus eher auf Kybernetik am Menschen (Da wird der nächste Band Elysium einiges zu bieten). Noatun versucht es ja mit Robotern. Aber man darf davon ausgehen, dass alle Titanenmächte Projekte in allen drei Bereichen (neue Spezies erschaffen, Roboter bauen, Kybernetik erforschen) laufen hat.

Waldviech

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Re: Genlabor Alpha: Experimente, Abscheulichkeiten und das Ziel dahinter(?)
« Antwort #4 am: 27. November 2020, 13:11:43 »
Zitat
Spoiler
Stattdessen kocht halt jeder sein eigenes Süppchen. Und das ist auch der Grund für die Tiermutanten. Sie sind ein verhältnismäßig kleines Projekt der Titanenmacht Elysium, zumindest verglichen mit den Menschmutanten, die Mimir erschaffen hat. Elysium setzt seinen Fokus eher auf Kybernetik am Menschen (Da wird der nächste Band Elysium einiges zu bieten). Noatun versucht es ja mit Robotern. Aber man darf davon ausgehen, dass alle Titanenmächte Projekte in allen drei Bereichen (neue Spezies erschaffen, Roboter bauen, Kybernetik erforschen) laufen hat.

Wenn man dazu noch Mutant:Elysium liest, dass sich ja direkt um eine der Titanenmächte dreht, ergibt sich ergänzend auch noch Folgendes:

Spoiler
Die Titanenmacht Elysium hat, so zumindest der Infostand aus Mutant:Elysium ihre besten Tage WEIT hinter sich. Nicht nur, dass die "Titanenmacht" nur noch über eine einzige, unterirdische Stadt verfügt, die auf dem letzten Loch pfeift. Sie hat auch keinen echten Plan, wo die anderen Titanenmächte sind und ob es sie überhaupt noch gibt - mal ganz zu schweigen davon, dass die Kenntnisse Elysiums über die Oberflächenwelt ebenfalls, sagen wir mal, "schwammig" sind. Nur eine kleine Kabale in der Stadt weiß überhaupt, dass die Oberfläche keine vollständig unbewohnbare Mondlandschaft ist und hält dieses Wissen vor 99% der Stadtbevölkerung geheim. Noch erschwerender kommt hinzu, dass die vier herrschenden Häuser Elysiums viel zu sehr damit beschäftigt sind, ihre dubiose Mischung aus "Game of Thrones" und "Krimi Noir" zu spielen, um sich großartig für andere Dinge zu interessieren.
Darüber, das Genlabor Alpha noch (oder überhaupt) existiert, stolpern die Machthaber Elysiums nur aufgrund des automatisierten Notsignals, dass die SC in der Genlabor-Alpha-Kampagne auslösen. Detailkenntnisse darüber, wozu der Komplex diente, und was sich Elysium vor drölfzig Jahrzehnten mal von dem ganzen Projekt versprochen hat, scheint keiner mehr zu haben - oder diejenigen, die diese Detailkenntnisse haben, verschweigen sie vor allen anderen, weil sie das im ganzen elysianischen Intrigenzirkus eben so machen.
Die Soldaten, die gegen Ende der Genlabor-Alpha-Kampagne anrücken, sind ein Top-Secret-Spezialkommando, dass allerdings keinerlei Ahnung hat, wo es reinstolpert. Die Soldaten glauben, sie sollen "einfach nur" antike Assetts von Elysium sichern. Auf eine Mutantenzivilisation inmitten einer Revolution zu stoßen, gehört nicht zu den Dingen, mit denen sie rechnen. Daher agieren sie auch so planlos, wenn sie auf die Tiermutanten stoßen.

Zahnrad

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Re: Genlabor Alpha: Experimente, Abscheulichkeiten und das Ziel dahinter(?)
« Antwort #5 am: 27. November 2020, 22:59:01 »
Spoiler
In der Summe aller Projekte agiert man kopflos, das stimmt, Zusammenarbeit ist immer sinnvoller als seine Energie damit zu verschwenden sich gegenseitig Steine in den Weg zu legen.
Ich habe das mehr auf die Einzelprojekte bezogen. Den eigenen Gen-Code zu manipulieren, damit man wieder auf der Erdoberfläche leben kann klingt nach einem Lösungsansatz.

Auch wenn man seine besten Zeiten als Titanenmacht hinter sich hat, so denke ich doch, dass man mit jedem Projekt auch ein Ziel hatte. Das mag vielleicht verloren gegangen sein, aber irgendwann hat alles mal einen Sinn ergeben, so auch die Tier(-Mutanten)versuche. Wenn die Beobachter einen Tiermutanten untersuchen, sollten sie gewisse Erwartungen an die Ergebnisse haben (die sich ja nicht alle erfüllen müssen) und für die nächste Untersuchung sollten sich dann die Umstände verbessert haben. Entweder weil man aktiv eingegriffen hat oder weil sich die Tiere weiter entwickeln (so scheinbar im Genlabor Alpha). Daher meine Ausgangsfrage nach dem Ziel der Experimente.