Autor Thema: So nicht Schurke!  (Gelesen 2501 mal)

Sindaja

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So nicht Schurke!
« am: 17. März 2020, 14:10:35 »
Heute nach dem Mittagessen schneite "So nicht Schurke!" bei uns ins Haus. In gewisser Hinsicht ein tolles Timing, denn nun gibt es eine weitere Sache, die meine Tochter mit mir in den nächsten Wochen machen kann :-) Auch wenn es wohl eher Solo-Abenteuer werden (außer mein Mann spielt auch mal mit...).

Das Abenteuer mit den Drachenrotzfällen hatte ich mit ihr und einem weiterne 6-jährigen schon im Januar vorgetestet. Was Kinder in dem Alter wohl doch noch sehr fordert ist die Freiheit, selbst Entscheidungen zu treffen. Meine Tochter als Splittermond-ab-und-zu-Zuguckerin und gelegentlich LARP-Kind ist das etwas gewohnter, während das andere Kind nur mit "Multiple Choice" Ansagen glücklich war. Die Vertrautentiere waren besonders wichtig, weil sie die Kinder am stärksten ins Spiel bringen konnten.

Belfionn

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Re: So nicht Schurke!
« Antwort #1 am: 17. März 2020, 14:53:52 »
Jippie, bei mir kam es auch an. Dankeschön! Das Timing passt echt perfekt. Ab morgen sind die Spielplätze zu, dann machen wir unseren eigenen Abenteuerspielplatz im Kopf auf!

Mithras

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Re: So nicht Schurke!
« Antwort #2 am: 10. Februar 2022, 14:30:52 »
Hi Uhrwerk Verlag, wir haben gestern mit großer Begeisterung das erste Abenteuer für So nicht Schurke mit unserer 5jährigen gespielt und sie möchte gerne mit ihren Freundinnen weitere Abenteuer erleben. Ist es geplant die englische Erweiterung It's raining cats and dinosaurs auch auf deutsch zu veröffentlichen oder war das Spiel kein so großer Erfolg bisher? Ich schreibe aber gerne noch meinen Erfahrungsbericht wie das spielen gestern gelaufen ist. Zudem habe ich mir noch eine Kreatur ausgedacht und ein Ereignis dazu.

Mithras

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Re: So nicht Schurke!
« Antwort #3 am: 10. Februar 2022, 14:31:59 »
Durch die Geburt meiner zweiten Tochter und die Pandemie liegt das Hobby von meiner Frau und mir seit fast 2 Jahren brach, auch um Online zu spielen haben wir bisher keine Schritte unternommen. Das soll sich demnächst mit DCC ändern mit mir als SL. Und da meine große jetzt 5 geworden ist, wir diese Woche mit Corona Zuhause sitzen und das Interesse an unserem Hobby da ist habe ich gestern das erste Abenteuer mit So nicht Schurke geleitet für meine Frau und Tochter. Ich kann gerne für die Eltern/Tanten/Onkel hier in der Gruppe meine Erfahrungen damit hier teilen, falls gewünscht. Und falls Eltern überhaupt hier angemeldet sind. Ausserdem hatte ich mir vorher noch einige Gedanken gemacht zum Setting das ich umgestrickt hatte, zu Regeln und zu der Abenteuerreihenfolge wie ich sie leiten werde. Gestern hatte ich mir die beiden weiteren Boxen zu So nicht Schurke bestellt, das erste Mal Rollenspiel mit der großen war nämlich ein voller Erfolg und die Freundinnen aus dem Kindergarten sollen auch mal mitspielen.

Dann mal mein Erfahrungsbericht Teil 1 zu dem ersten Abenteuer So nicht Schurke mit meiner 5jährigen: sie hatte erstmal keine Schwierigkeiten sich auszusuchen was sie spielen will, nämlich eine Zauberin. Auch der Name und das Aussehen war schnell festgelegt, wir hatten das auf der leichtesten Stufe Dreieck spielen wollen aber sie wollte gleich den Zusatz "die singt und tanzt" haben also gaben wir das dazu genommen aber den Begleiter dafür weggelassen. Das Würfelsystem war schnell begriffen und sie fing für Problemlösungen gleich an zu zaubern, dafür hatte sie das von Bibi Blocksberg adaptiert mit den Reimen. Also eine Freeform Magie aber ohne Fertigkeitswerte oder würfeln dafür. Ich hatte das zweite Abenteuer aus der Grundbox als Start genommen weil ich im Vorfeld gelesen hatte das es besser geeignet wäre statt die Drachenrotzfälle. Jedenfalls hatte "Stern", so der Name der Zauberin, sofort das Problem begriffen das die fehlenden Teile der Zeitmaschine wieder beschafft werden müssen damit sie funktioniert. Da half es das wir früher viel My little Pony und Paw Patrol nachspielt haben mit Figuren, da war auch immer Problemlösungen gefragt. Mamas Monstercharakter der Riesenbär Brumm musste nicht viel tun. Stern folgte  sofort den Spuren des Dinos und nach anfänglichem Kampf zauberte sie lieber Birnen herbei und der Dino hielt still um das fehlende Teil sich aus der Zahnlücke ziehen zu lassen! Erster Abschnitt fertig, auf zu dem Pirat in den Garten. Der wurde nach kurzem Wortgefecht schließlich bedroht und auf sein Schiff gezaubert nachdem er den Energiekristall für die Zeitmaschine herausgerückt hat. Kinder können ganz schön resolut sein und skrupellos. Jedenfalls hatte der Pirat vorher versucht die Goldfische aus dem Becken zu fangen indem er hinterherschwamm. Nachdem er aus dem Becken geklettert war und sich einen Stiefel auszog um das Wasser auszuleeren, blieb der Stiefel zurück und darin eine Schatzkarte. Das wird dann das nächste Ziel bei den Drachenrotzfällen mit einem Piratenschatz und einer Mimictruhe, das werde ich äbädern.

Mithras

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Re: So nicht Schurke!
« Antwort #4 am: 10. Februar 2022, 14:32:35 »
Hier Teil 2: bei dem Roboterastronaut brauchte meine Tochter alleretwas Hilfe, Gewalt war zum Glück eine wenig genutzte Option obwohl immer wieder daran gedacht wurde den Dino oder Pirat zu hauen. Beim Roboter half Mama weil nicht nach dem fehlende Stiefel gesucht wurde. Also verdoppelte man den linken Stiefel mit einem Zauber und verwandelte ihn dann in den Rechten. Damit erhielt man den Energiekristall für die Maschine und der Plot war gelöst, die Maschine war repariert aber der Pirat und Roboter waren ja schon weg und den Dino behielt man als junge Version, durch die Zeitmaschine wieder verjüngt auf einen Dino Welpen in Bernhardinergröße. Der Professor gab Stern noch eine Fernbedienung damit man den Dino Donner, so der neue Name kurzzeitig wieder groß machen konnte, damit er auf was drauftritt. Damit war der erste Begleiter da, als XS Dino. Jeder bekam 2 Münzen und 1 Freude und die Große würde am liebsten gleich heute weitermachen oder zumindest nächste Woche mit ihren beiden Freundinnen aus dem Kindergarten. Lief unerwartet gut, sie hat alles intuitiv richtig gemacht oder gleich begriffen. Ich freue mich auf weitere Runden und hab mir die 2 anderen Erweiterungen bestellt. Jetzt bin ich auf eure ersten Erfahrungen mit Kindern und Rollenspiel gespannt, ich hab halt noch die jüngeren vom Alter her. Ich denke es gibt noch einen Unterschied wenn die Kinder mal 8, 9 oder etwas älter sind.

Mithras

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Re: So nicht Schurke!
« Antwort #5 am: 23. Februar 2022, 22:13:03 »
Hier der nächste Teil meiner Spielerfahrung mit So nicht Schurke. Lezten Samstag haben wir das erste Abenteuer aus der Grundbox gespielt, etwas aufgebohrt von mir und diesmal mit einer Freundin meiner Tochter aus dem Kindergarten zusammen.

Ich habe im Abenteuer Nr. 2 aus der Grundbox vom Piraten eine Schatzkarte finden lassen. Diese habe ich als Handout ausgegeben und das Papier mit Schwarztee gealtert, im Backofen getrocknet und sie ist natürlich etwas eingerissen und zerknittert. Jedenfalls habe ich den Piratenschatz in den Rotzfällen versteckt und den Weg dahin ausgestaltet mit Fallen, Gegnern oder interessanten Sachen. Es gab 2 Wege zur Hängebrücke vor den Rotzfällen auf der Karte, einmal durch einen Wald am Hexenhaus der Sähezahnhexen vorbei. Oder durch Hügel direkt zur Hängebrücke. Im Wald lauern Knuddler und in den Hügeln Beißer, ausserdem gab es eingezeichnete Fallen mit Kitzelfallgruben.

Die beiden Mädels entschieden sich für den Weg durch den Wald. Die Freundin hatte sich eine Prinzessin ausgesucht, hatte aber sonst keinen Bezug zu Spielen. Sie hatte auch merklich Schwierigkeiten sich ins Rollenspiel reinzuversetzen. Meine Tochter hatte mir am Waldrand den ich beschrieben hatte gleich die Erzählrechte abgenommen und beschrieben das eine Spinne an ihrem Bein hochkrabbelt. Die Prinzessin musste sie dann wegnehmen. Dann kam ein Knuddler laut meiner Tochter und die Prinzessin bewarf ihn mit den Glitzerbomben die sie dabei hatte. Aber meine Tochter ließ sich was kreatives einfallen und zauberte einen großen Stiefel herbei den sie auf den Knuddler fallen ließ. Damit war das Spinnenmonster erledigt.

Danach kamen sie zum Hexenhaus, das eine Art Hütte war mit Federn aussen und großen Hühnerbeinen (Baba Yaga lässt grüßen). Nachdem sie den Garten betreten hatten um die Erdbeeren zu essen stand das Hühnerhaus auf und wollte sie fressen. Auch hier kam ein riesiger Stiefel zum Einsatz und wurde verkehrt herum auf das Haus gestülpt. Da es dann dunkel war für das Huhn wurde dieses ruhig und schlief ein. Man stopfte sich die Hab-dich-Rucksäcke mit Erdbeeren voll und ging weiter. Die Hexen waren nämlich nicht da. Auch hier tat sich die Prinzessin schwer mit dem Spielgeschehen, hatte aber verstanden das das Haus mit Glitzbomben abgewehrt werden konnte.

An der Hängebrücke angekommen wurde die Lösung für das Gerät nicht gefunden. Man musste also Wasserstrahlen ausweichen und ging dann vorsichtig einzeln über die Hängebrücke. Die Zauberin befürchtete gleich einen Einsturz obwohl ich die Brücke nicht als gefährlich beschrieben hatte. Nach einer Kletterpartie entschieden sich beide für die rechte  Höhle mit den Singpilzen. Diese kleben sich an die Zauberin und sangen so falsch und laut das sie nicht mehr zaubern konnte, die Prinzessin schlug sie dann runter. Den Verwandlungseffekt habe ich weggelassen, es wurde auch langsam spät. Danach suchte man die linke Höhle auf und warf die Sägezahnhexen in den Wasserfall. Die hatten jedoch Prachtponies gefangen in einem großen Käfig und da das Schloss nicht zu öffnen war, musste man sich etwas überlegen. Die Zauberin hatte leider keinen passenden Zauberspruch dafür und die Prinzessin wusste auch keine Lösung. Also sprang die Zauberin den Hexen hinterher ins Wasser um den Schlüssel zu holen. Mit viel Würfelglück gelang das und das hochklettern vom Wasserfall auch. Ponies gerettet und der Pirstenschatz in der Höhle wurde auch gefunden, eine Kiste voller Kekse und Münzen.

Konzentration war durchgehend vorhanden bei beiden Spielerinnen und mit der Charaktetschaffung der Prinzessin war die Spielzeit ca. 2 Stunden ohne Pausen. Gar nicht schlecht für Zwei fünfjährige. Das nächste mal werden die geretteten Prachtponies zu den Elfen gebracht, die im flüsternden Wald leben. Da wird es dann ein neues Abenteuer geben. Ich war überrascht ob der logischen Schlussfolgerung das die Hexen den Schlüssel für den Käfig der Ponies haben müssen. Und auch die kreativen Lösungen sowie das miterzählen der Geschichte und dazuerfinden von Fakten haben mich begeistert. Ich freue mich auf das nächste Abenteuer, diesmal wird noch eine weitere Freundin das erste Mal mitspielen, die ist dann auch schon 6 Jahre alt. Mal sehen wie sie mitmacht.

Zahnrad

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Re: So nicht Schurke!
« Antwort #6 am: 26. Februar 2022, 23:57:34 »
Hallo,
ich finde es schön zu lesen, dass diese Kinder-Rollenspiele zu funktionieren scheinen, das macht Hoffnung bezüglich des eigenen Nachwuchs.  :)
"So nicht Schurke!" habe ich letztes Jahr, zur Geburt seines Kindes, an unseren D&D-Spielleiter verschenkt. Es wird also noch dauern bis ich da umfassende Rückmeldung bekomme, aber er schien Potenzial darin zu sehen.
Meine Tochter hat aktuell noch relativ wenig Geduld was Spiele im allgemeinen angeht, vielleicht starte ich in der nächsten Herbst-/Winter-Saison Mal einen Versuch ihr das Rollenspiel näher zu bringen, womit weiss ich noch nicht, aber bis dahin lese ich mit Interesse was hier noch so geschrieben wird.  :D
Grüße!

Mithras

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Re: So nicht Schurke!
« Antwort #7 am: 07. Juni 2022, 18:04:05 »
Abenteuer 3 fand nach Februar und März schließlich am ersten Juni Wochenende statt, die beiden Mädchen (Prinzessind und Zauberin) begleiteten die 3 geretteten Prachtponys in den Wispernden Wald in dem Elfen wohnen (zumindest in meiner Version). Ich hatte 2 Bilder für die Elfenstadt und den Elfenpalast ausgesucht sowie für die beiden wichtigen NSC: Prinzessin Lirazel und ihre kleine Schwester Mira (den Namen durften die Spielerinnen aussuchen). Jedenfalls gab es ein Problem, denn es hatten sich Mampfer in dem Palast breitgemacht, das sind eigentlich Mimics, als Werte hatte ich einfach die Barbarenkreischer genommen weil die Stärke und die Fähigkeit jemanden zu verschlucken gepasst hat. Also konnten überall Monster lauern die einen Aufessen wollten und die zuerst völlig harmlos aussahen.

Die Wachen am Palasttor warnten vor einem Vorfall bei dem ein Schrank fast die Köchin verschluckt hatte aber rechtzeitig gerettet wurde. Leider war auch die junge Prinzessin verschwunden und alles wurde abgesucht. Die Mädchen wollten zuerst nicht in den Palast deswegen aber die Prachtponies mussten zur Prinzessin und deshalb nahmen sie ihren Mut zusammen und gingen mit hinein. Im Eingangsflur wurde auch fast eines der Ponies vom Teppich gefressen aber es konnte befreit werden. Als dann noch eine Rüstung ankam mit einem großen Maul im Bauchteil der Panzerung ritten die Mädchen auf den Ponies weg. In einem Zimmer fand man die traurige große Elfenprinzessin Lirazel, die eigentich heute Geburtstag hatte aber alle waren so beschäftigt mit den Mampfern das niemand ihr gratuliert hatte. Sie hatte auch keinen Geschenke bekommen, die Torte war nicht fertig und die Deko fehlte auch noch. Die Prinzessin der beiden Spielerinnen beschloß das alles vorzubereiten und die Zauberin machte sich auf die Suche nach der kleinen Schwester Mira. Diese fand sich an einem Treppenaufgang auf einer Galerie und verzauberte gerade einen Globus mit einem Zauberstab zu einem Mampfer. Schnell wurde geklärt das Mira genervt und eifersüchtig war auf ihre große Schwester. Seit einer Woche gab es nur das Lirazels Geburtstag hier, Geschenke da, Deko dort. Welcher Kuchen sollte gebacken werden? Mira wollte den Geburtstag ruinieren und verhexte Gegenstände. Leider war auch eines der Geschenke verzaubert worden.

Währenddessen wurde die Geburtstagstorte fertig dekoriert mit Erdbeeren und Sahne, die Girlanden und Luftballons wurden aufgehängt, die Geschenke wurden verpackt. Da schnappte der Geschenk-Mampfer zu. Derweil die Zauberin und Prinzessin Mira die Gegenstände wieder zurück zauberten floh die andere Prinzessin vor dem Geschenk und alle trafen sich an einer Kreuzung. Sie lenkten die Rüstung, das Geschenk, den Globus, das anrückende Sofa und den Teppich ab bis alle wieder von der Elfenprinzessin zurückverwandelt wurden. Sie entschuldigte sich wegen dem vermasselten Geburtstag aber es wurde trotzdem noch eine schöne Feier. Die beiden Heldinnen erhielten je eine Münze und einen Gegenstand als Geschenk, nämlich das tollste Prinzessinenkleid überhaupt und eine Flasche Kribbelcreme. Und natürlich 1 Punkt Freude dazu.

Alle waren wieder mit Begeisterung dabei aber Kämpfe und Konflikte wurden diesmal konsequent vermieden. Auf Wunsch hin geht es nächstes mal in das Monster Museum!