Autor Thema: Anmerkungen zu Talenten und Regeln  (Gelesen 138 mal)

Gaschantenreiter

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Anmerkungen zu Talenten und Regeln
« am: 24. Januar 2019, 01:30:28 »
  • Bei der Talentbeschreibung Beweglicher Kämpfer sind die Begriffe Laufen, Rennen und Sprinten nicht im Einklang mit deren Definition verwendet wurden. Richtig müsste die Beschreibung wie folgt lauten:
    Voraussetzung: Geschicklichkeit 3
    Der Charakter verfügt im Kampf über hervorragende Fußarbeit, sodass er selbst im Rennen ungehindert kämpfen kann.
    Regeln: Während normale Charaktere nur entweder rennen oder angreifen können, kann der bewegliche Kämpfer beides gleichzeitig: eine Strecke in Höhe seiner doppelten Bewegung zurücklegen und währenddessen, d.h. an einem beliebigen Punkt der Strecke, einen Angriff ausführen.
    Höchste Stufe: 2. Auf der zweiten Stufe ermöglicht das Talent dem Kämpfer sogar, während des Sprintens anzugreifen.


  • Talent Kampfgefühl: In dem Wortlaut wie es im Regelbuch steht, ist das Talent viel zu mächtig, da der Charakter damit gleichzeitig einen Bonus von +4 auf seinen Angriff und +4 auf seine Abwehr bekommt. Ursache dafür ist die Formulierung „... die Werteveränderung bleibt bis zur nächsten Aktion des Charakters bestehen – dann kann er die Würfel auf Wunsch neu verschieben.“ verantwortlich, wobei als Aktionen im Kampfsystem Angriff, Abwehr und Bewegung aufgeführt sind. Eine der vermutlich ursprünglichen Intention näher liegende Definition des Talentes, die sich auch in meinen Spielrunden bewährt hat, könnte lauten:
    Kampfgefühl
    Der Charakter ist ein besonders begabter Kämpfer, er weiß seine Fähigkeiten in Angriff und Abwehr immer optimal zu nutzen.
    Regeln: Jeder Charakter ist in der Lage, defensiv zu kämpfen, also auf 4 Angriffswürfel zu verzichten, um seine Abwehr um 2 Würfel zu verbessern (Vorsichtiger Angriff siehe S. 220). Ein Charakter mit Kampfgefühl ist hier deutlich vielseitiger: Er kann als Instinktive Aktion nicht nur bis zu 4 Angriffswürfel eins zu eins in Abwehrwürfel verwandeln, sondern stattdessen auch besonders aggressiv kämpfen, indem er bis zu 4 Abwehrwürfel in gleicher Weise zu seinem Angriffswert verschiebt. Es ist nicht erlaubt, einen der beiden Werte auf 0 oder darunter zu senken. und die Werteveränderung bleibt bis zur nächsten Aktion in der nächsten Kampfrunde des Charakters bestehen – dann kann er die Würfel auf Wunsch neu verschieben. Wenn der Spieler das Talent Kampfgefühl so eingesetzt hat, dass sich seine Angriffs/Abwehr Werte nicht mehr in der Normalstellung befinden, ist der Spieler mit seiner Kampfaktion auf die vom Talent Kampfgefühl modifizierte Variante von "Vorsichtiger Angriff" festgelegt. Andere Aktionen wie zum Beispiel Ausweichen, Gegenstand benutzen, Gezielter Schuss, Nachladen, Sprinten, usw. sind nicht möglich. Eine Außnahme bildet das Aufstehen, diese Kampfaktion ist immer erlaubt, bewirkt aber gleichzeitig das der Angriffs und Abwehrwert des Charakters wieder in seine Normalstellung zurückkehrt.


  • Die mögliche Anzahl an Fremdsprachen die in den Regeln definiert sind, ist meiner Meinung nach zu grob gerastert. Der Spieler muss dadurch für eine weitere Fremdsprache die über sein aktuelles Limit hinausgeht, seinen Linguistik Wert um mindestens zwei Stufen steigern, was er den Regeln nach, zudem nicht auf einmal darf. Sinnvoller erscheint da eine gleichmäßigere Steigerung mit sinnvollen Zwischenwerten.
    Die maximale Anzahl an Fremdsprachen, die ein Charakter erlernen kann, richtet sich nach seinem Wert in der Fertigkeit Linguistik gemäß der folgenden Tabelle:
    0-1 : keine Fremdsprache
    2-3 : eine Fremdsprache
    4: zwei Fremdsprachen
    5: drei Fremdsprachen
    6: vier Fremdsprachen
    7: sechs Fremdsprachen
    8: acht Fremdsprachen
    9: zwölf Fremdsprachen
    10: sechzehn Fremdsprachen


  • In den Büchern steht keine Regel für die Wiederbelebung, sie wird zwar in der ersten Hilfe und bei Tot erwähnt, aber nicht mit einem Regelwerk hinterlegt. Unsere Hausregel dazu lautet:
    Wiederbeleben:
    Um einen tödlich verwundeten Charakter wiederzubeleben ist eine Medizinprobe (Erste Hilfe) der Erfolgsschwelle 3 nötig, die um die negative Gesundheit des Patienten (in der Regel -5, also 5 Würfel weniger) erschwert ist. Der Reanimationsversuch muss innerhalb von 10 Minuten nach Eintritt des Todes erfolgen; dabei erschwert jede halbe Minute nach dem Todeszeitpunkt die Probe um einen weiteren Punkt. Nach erfolgreicher Wiederbelebung ist der Patient in einem stabilisierten Zustand, zudem wird ein Punkt seines tödlichen Schadens geheilt, wodurch er sich damit einen Punkt oberhalb seiner Todesschwelle befindet. Anschließend kann die Heilung normal beschleunigt werden, erste Hilfe kann jedoch nicht mehr geleistet werden (die Wiederbelebung war die erste Hilfe).

  • Leider findet man zu der Behandlung von Schrotflinten nur einzelne Fragmente und keine klaren Regeln. Erwähnt wird zwar ein Beispiel für die Espingole und dann nochmal das Identische für die abgesägte Schrotflinte, obwohl sich das Zweite aufgrund der deutlich kleineren Reichweite vom Ersten unterscheiden sollte. Eine klare Definition dazu könnte so aussehen:
    Wird eine Schusswaffe mit Schrotmunition (Schrotpatrone, Vogelschrot, Steinsalz) abgefeuert, erfährt der Angriffswert eine zusätzliche Modifikation, die sich an der Aufweitung des Wirkungskegels orientiert.
    Wenn nicht anders im Regelwerk angegeben, definiert die Reichweite der Waffe die Aufweitungsdistanz in der sich der Wirkungskegel um jeweils 1.5m aufweitet. Jede Aufweitung um 1,5m bringt einen Malus von -1 mit sich.
    Malus = (Entfernung / Aufweitungsdistanz)[aufgerundet]
    Alle Gegner die sich in dem Wirkungsradius zum anvisierten Ziel befinden müssen einen Abwehrwurf durchführen.
    Das Beispiel für die abgesägte Schrotflinte könnte so aussehen:
    Beispiel: Wenn Ihr Charakter eine abgesägte Schrotflinte auf ein Ziel in 9 Meter Entfernung abfeuert, erleidet er einen Abzug von –7 (mehr als doppelte Entfernung = -4, dreifache Aufweitung = -3) auf seinen Angriffswurf, trifft aber den Gegner und jeden, der bei ihm steht.

    Möchte man noch mehr Realismus hineinbringen, ist dieser Zusatz sinnvoll:
    Verwendung Flintenlaufgeschossen: Werden Flintenlaufgeschosse in Schrotflinten verwendet verdoppelt sich die Reichweite und der Waffenschaden erhält einen Bonus von +1.

Orok

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Re: Anmerkungen zu Talenten und Regeln
« Antwort #1 am: 25. Januar 2019, 08:01:11 »
Hallo Gaschantenreiter!
Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Du sprichst einige interessante Punkte an. Leider schaffe ich es frühestens heute Abend näher darauf einzugehen. Wollte nur Bescheid geben, dass du bemerkt worden bist ;)
Falls wer anders vorher schon etwas beantworten möchte, vielleicht auch jeweils nur einen einzelnen Punkt, lasst euch nicht abhalten :)
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PaterLeon

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Re: Anmerkungen zu Talenten und Regeln
« Antwort #2 am: 26. Januar 2019, 17:12:22 »

Die mögliche Anzahl an Fremdsprachen die in den Regeln definiert sind, ist meiner Meinung nach zu grob gerastert. Der Spieler muss dadurch für eine weitere Fremdsprache die über sein aktuelles Limit hinausgeht, seinen Linguistik Wert um mindestens zwei Stufen steigern, was er den Regeln nach, zudem nicht auf einmal darf. Sinnvoller erscheint da eine gleichmäßigere Steigerung mit sinnvollen Zwischenwerten.
Die maximale Anzahl an Fremdsprachen, die ein Charakter erlernen kann, richtet sich nach seinem Wert in der Fertigkeit Linguistik gemäß der folgenden Tabelle:
0-1 : keine Fremdsprache
2-3 : eine Fremdsprache
4: zwei Fremdsprachen
5: drei Fremdsprachen
6: vier Fremdsprachen
7: sechs Fremdsprachen
8: acht Fremdsprachen
9: zwölf Fremdsprachen
10: sechzehn Fremdsprachen


Das ist wahrscheinlich Geschmacksache, aber ich halte die Regeln im Grundregelwerk schon für recht sinnvoll. Deine Hausregel ermöglicht es einem Charakter, zwischen zwei Sitzungen mindestens eine neue Fremdsprache zu erlernen. Wenn die Zeit dazwischen ingame nicht wenigstens einige Wochen beträgt, halte ich es für nicht authentisch, dass ein Charakter in so kurzer Zeit so viele neue Sprachen auf dem Niveau einer Muttersprache erlernen könnte.

In unserer Gruppe war man immer sehr darauf bedacht, auch nur die Fertigkeiten steigern zu können, die man im Spiel auch aktiv gefördert hat. Daher ist es schon sinnig, dass nicht mit jedem neuen Erfahrungspunkt eine neue Sprache erlernt werden kann, sondern der Charakter dafür eben auch einige Zeit braucht. ;)

Gaschantenreiter

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Re: Anmerkungen zu Talenten und Regeln
« Antwort #3 am: 26. Januar 2019, 19:13:02 »
Da bin ich absolut bei dir, PaterLeon. Sowohl bei den Fertigkeiten, als auch der benötigten Zeit zum Erlernen einer Sprache, die in meinen Runden meist Monaten ingame Zeit benötigt. Das Über-Nacht Lernen ist auch nicht Intention der Zwischenstufe, sondern mehr ein kontinuierliches Steigern der Sprachfertigkeit. Die Regeländerung führt die Problematik auch nicht ein, sie ist auch in den Grundregeln enthalten, denn wenn ein Charakter nach den unveränderten Regeln seinen Linguistik wert von 5 auf 6 steigert, kann er ja auch nicht sofort zwei neue Sprachen, nur weil ihm nun erlaubt ist sie zu lernen. Auch hier muss der Charakter ingame viel Zeit aufwenden um sie zu erlernen.

PaterLeon

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Re: Anmerkungen zu Talenten und Regeln
« Antwort #4 am: 26. Januar 2019, 22:33:54 »
Ja, vielleicht war das ein Denkfehler meinerseits. Wobei ich immer noch davon überzeugt bin, dass 2 Punkte je Stufe dieses Problem etwas entzerren. Aber letztlich ist der Sprung von weniger zu mehr Fremdsprachen am Ende natürlich genauso groß. Es liegt wohl letztlich daran, wie es ausgespielt wird. Wenn man es so herum betrachtet, könnte deine Regelung eine sinnhafte Ergänzung sein.  ;)