Autor Thema: Ein paar Fragen zu Tharun.  (Gelesen 76320 mal)

GSandSDS

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #135 am: 24. Januar 2014, 18:01:49 »
Ich habe das kleine Sorgenpaket (Stichwort: Spielbarkeit vs. Gesellschaftssystem) mal nach innen weitergeleitet.
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Arne Gniech

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #136 am: 24. Januar 2014, 19:25:14 »
Verglichen mit Aventurien oder Myranor denke ich schon, dass die tharunische Gesellschaft insgesamt einen ganzen Zacken grausamer, hierarchischer und freudloser ist - zumindest für das einfache Volk von Tharun. Die Götterordnung der Acht repräsentiert und heiligt diese gesellschaftliche Strenge und lässt kaum einen anderen Gedanken, eine andere Sehnsucht zu.
Dennoch hat auch dieses sehr machtvolle Denk- und Herrschaftssystem seine Lücken, Schlupfwinkel und seine Rebellen - im Inneren wie auch in den Wäldern.
Wir werden im Regelband zum Thema "Tharunische Helden" etliche Anregungen geben, wie sich in Tharun aus unserer Sicht abenteuerlich spielen lässt. Auf der HeinzCon planen wir dazu auch einen Workshop "Helden in der Hohlwelt".

Finarfin

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #137 am: 24. Januar 2014, 19:51:09 »
Die dürften sich tatsächlich nicht viel tun. Nach heutigen Maßstäben betrachtet wären ja eigentlich alle aventurischen und myranischen Herrschaftsformen reichlich unfaire Schweinesysteme. Der Unterschied dürfte vor allem auch darin bestehen, dass das tharunische Gesellschaftssystem ehrlich und frei heraus als Schweinesystem benannt ist. Ob einzelne Adelige aus dem "guten" Mittelreich sich im Zweifelsfalle besser machen als tharunische Inselfürsten, wär die Frage.
Will man die Sache nicht ganz so dunkeldüster sehen, könnte man vielleicht postulieren, dass es im Falle der gelungenen Revolution zwar unter den Menschen keine großen gesellschaftlichen Veränderungen gibt, (bis hin dazu, dass vielleicht ein zwölfgöttlich gesegneter Tharun eingesetzt wurde), die Dinge sich aber insgesamt etwas zum Helleren wenden....
Ich denke auch, dass sich Marakai, Bronnjaren und i.d.R. auch mittelreichische Barone nicht viel tuen. O.k., der Sexismus ist da so eine Sache, das ist in Aventurien i.d.R. besser, aber insgesamt ist der Unterschied nur der, dass die Unfreiheit in Aventurien romantisiert, in Myranor ignoriert und in Tharun realisiert wird.

Zitat
@Alte Karten:
Finden die sich vielleicht auf der Cedrik-Seite? (Bin mir da grad nicht soooo sicher....)
http://www.cedrik.net/rpg/dsa/tharun/index.html

Leider nein ...

Ein Dämon auf Abwegen

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #138 am: 24. Januar 2014, 22:51:14 »
Durch die Zwölfe sind schon etwas Netter als die Acht: Rondra hat z.B. Schutz der Schwachen als Teil des Moralkodex, Shin-Xirit statt dessen Gehorsam, Praios ist (theoretisch zumindestens) ein Gott des Gesetzes, Arkan'Zin ist ein Rachegott mit Dämonischen Dienern und selbst der Freundliche Pateshi ist deutlich weniger Gnädig als z.B. Peraine oder Tsa.

Zitat
aber insgesamt ist der Unterschied nur der, dass die Unfreiheit in Aventurien romantisiert, in Myranor ignoriert und in Tharun realisiert wird.
Wobei es in Aventurien und Myranor aber auch Freie gibt, in Tharun nicht. Für die Landbevölkerung würde sich mit der 12 Göttlichen Ordnung vielleicht nicht viel ändern für die Städter eventuell schon.


GSandSDS

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #139 am: 24. Januar 2014, 23:10:39 »
Durch die Zwölfe sind schon etwas Netter als die Acht: Rondra hat z.B. Schutz der Schwachen als Teil des Moralkodex, Shin-Xirit statt dessen Gehorsam, Praios ist (theoretisch zumindestens) ein Gott des Gesetzes, Arkan'Zin ist ein Rachegott mit Dämonischen Dienern und selbst der Freundliche Pateshi ist deutlich weniger Gnädig als z.B. Peraine oder Tsa.
Auch die myranischen Interpretationen der Acht Götter sind durchaus freundlicher als in der tharunischen Weltanschauung, gut vermutlich mit Ausnahme von Arcansin. So hat Shinxir in Myranor auch den Aspekt "Schutz", Bracoracus den Aspekt "Verteidigung der Gemeinschaft" und Numinorus wird beispielsweise von den Kentori als weniger launisch gehalten als der Oktadengott Chrysir (wobei der aus ähnlichen Gründen im Imperium wieder Efferd vorgezogen wird, und Efferd jedem Tharuner wohl gnädiger vorkommt als Numinoru - da springt man glatt im Dreieck ;))
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Ein Dämon auf Abwegen

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #140 am: 25. Januar 2014, 08:58:43 »
Aber es ging ja darum was sich ändert wenn die Tharuner zum aventurischen Glauben bekehrt werden.


Zitat
Auch die myranischen Interpretationen der Acht Götter sind durchaus freundlicher als in der tharunischen Weltanschauung, gut vermutlich mit Ausnahme von Arcansin. So hat Shinxir in Myranor auch den Aspekt "Schutz"
Die Shinxir-Gweihten können ja nicht man Shin-Xasas herbeirufen, was wissen die den schon.

Zitat
Bracoracus den Aspekt "Verteidigung der Gemeinschaft"
Wenigstens auf eine möglichst brutale und blutige Art und Weise?

Zitat
Numinorus wird beispielsweise von den Kentori als weniger launisch gehalten als der Oktadengott Chrysir
Jupp Numinoru ist nicht launisch sondern konstant schlecht drauf :P

GSandSDS

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #141 am: 25. Januar 2014, 10:14:30 »
Die Shinxir-Gweihten können ja nicht man Shin-Xasas herbeirufen, was wissen die den schon.
Genug um Liturgien und Anrufungen zum direkten Schutze anderer einzusetzen. Ein Tharuner weiß ja nicht mal, dass das überhaupt zum Portfolio Shin-Xirits gehört. :P

Wenigstens auf eine möglichst brutale und blutige Art und Weise?
Aber sowas von. So gehört sich das ja auch. ;D

Jupp Numinoru ist nicht launisch sondern konstant schlecht drauf :P
Hätte jetzt gerne irgendeine alberne Antwort gegeben, aber nein, offenbar ist "Namanora" für die Kentori im neutralen Sinne einfach nur unergründlich. Als Repräsentant der Weite des Alls und Erschaffer aller Kentori-Steppen werden ihm von den Kentori offenbar keine engeren Aufgaben zugeordnet. Er wird auch weniger klassisch verehrt als mehr tiefgehend respektiert. Hier scheinen leichte Anleihen eines LOS mit drin verwoben zu sein, auch wenn Namanora wie jeder Gott letzten Endes einen Kanon an Aspekten besitzt.
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Moros

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #142 am: 25. Januar 2014, 12:44:03 »
Geht es jetzt wirklich darum, dass die Götter "böse" sind? Haben sie sich je selbst zu Wort gemeldet oder habe ich etwas überlesen, als ich nur Ingame Quellen zum Wesen der Göttern gelesen habe? Dass die Götter in Myranor meistens freundlicher dargestellt werden, als in Tharun liegt doch hauptsächlich daran, dass die dahinter stehende Organisation sie so darstellt, oder nicht? Die Götter selbst scheint es ja anscheinend nicht zu stören ... (Ansonsten hätte z.B. Praios ja vielleicht ein Problem als Brajan zur Legitimation der Magierherrschaft dargestellt oder zusammen mit Sindayru angerufen zu werden).

Ich vermute solange sich die grundlegende Einstellung der Bevölkerung und/oder der herrschenden Elite nicht ändert, würden wohl auch die 12 Götter oder jede andere Anzahl Gottheiten nichts ändern.

Zitat
Die Shinxir-Gweihten können ja nicht man Shin-Xasas herbeirufen, was wissen die den schon.

Ich weiß nicht, ob die myranischen Geweihten dies können, aber zumindest bei den Shinxirithos-gläubigen Lakiaten tauchen diese hin und wieder auf oder sie sind zumindest hinreichend bekannt, sodass sie als Sendboten von diesem gelten können. (MyGö S. 113)

Waldviech

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #143 am: 25. Januar 2014, 14:10:53 »
Bei den "bösen" Göttern spielt in der Wahrnehmung vielleicht auch mit rein, dass dies eine der grundlegenden Design-Prämissen der alten DSA-Professional-Boxen war. Die Corestory war ja: Die bösen "Neugötter" haben den guten Zwölfen die Hohlwelt geklaut und herrschen da jetzt fies rum. Also werden die hochstufigen Helden nach Tharun geschickt, wo sie sich natürlich La-Resistance anschließen und die Weltrevolution einleiten. Ich finde die Möglichkeit, dass die Missstände auch einfach an menschlicher Schlechtigkeit liegen könnten und die Götter einfach mal weit entfernt sind, auch recht reizvoll.

GSandSDS

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #144 am: 25. Januar 2014, 14:15:53 »
Die Götter sind da vermutlich sehr opportunistisch. Frei nach dem Motto: "Ja, wenn die es auf diese Weise so wollen …", nehmen sie einfach, was sie kriegen können. Die alte H'Szinth war damals ja offenbar auch noch nicht so "nett" wie heute usw. Interessant wird es, wenn ein myranischer Priester des Numinorus, Shinxir, Patheshi oder ähnlich nach Tharun stößt und mit den dortigen Azarai gegeneinander gerät – beide von der Gottheit zu ihrem Streiter ernannt, und jeder meint, der jeweils andere wäre ein Ketzer. Aber wirklich neu ist das natürlich auch nicht (siehe Schisma der Boron-Kirche, juckt den Guten offenbar auch nicht groß).
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Waldviech

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #145 am: 25. Januar 2014, 14:24:16 »
Interessanterweise prädestiniert das eigentlich myranische Helden sehr viel eher dazu, die Zustände in Tharun zum Besseren zu wenden als aventurische Helden. Während letztere praktisch das Pantheon austauschen müssten (bzw. dazu neigen würden), könnten Myraner bestehende Strukturen eher "von innen heraus" reformieren. Das wäre vermutlich einfacher als die totale Umstülpung. Man müsste örtliche Machthaber "nur" davon überzeugen, dass die nette myranische Götterauslegung besser ist als die vernagelte tharunische. Und da gäbe es gute Argumente - wobei auch der Weg natürlich nicht einfach wäre....

Moros

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #146 am: 25. Januar 2014, 17:22:10 »
Ich finde die Möglichkeit, dass die Missstände auch einfach an menschlicher Schlechtigkeit liegen könnten und die Götter einfach mal weit entfernt sind, auch recht reizvoll.

Genau das wäre es doch! :) Ich schätze man hängt sich viel zu leicht an der Gut/Böse-Diskussion auf, obwohl es mir auch lieber wäre, wenn alles einfach offen gelassen werden würde. Die Götter "sind" einfach und nehmen ganz opportun, wie vorhin gesagt, jede Chance wahr Seelen abzugreifen. Dass die Leute sie nunmal in der Art und Weise anbeten, wie sie sind, kann ihnen herzlichst egal sein ... und mMn würde das Geheimnis um den Tharun

Spoiler
Der Tharun wäre nicht der erste Archäer, der die niederen Rassen dazu anleitet ein "besseres" Leben zu führen. Religion als Opium für das Volk, um des Machterhaltes willen.

 wunderbar zu dieser Interpretation passen.

Zitat
Interessanterweise prädestiniert das eigentlich myranische Helden sehr viel eher dazu, die Zustände in Tharun zum Besseren zu wenden als aventurische Helden. Während letztere praktisch das Pantheon austauschen müssten (bzw. dazu neigen würden), könnten Myraner bestehende Strukturen eher "von innen heraus" reformieren. Das wäre vermutlich einfacher als die totale Umstülpung. Man müsste örtliche Machthaber "nur" davon überzeugen, dass die nette myranische Götterauslegung besser ist als die vernagelte tharunische. Und da gäbe es gute Argumente - wobei auch der Weg natürlich nicht einfach wäre....

Nun, ich vermute es ist tatsächlich leichter so einen "schleichenden" Prozess zu vollziehen, da eine totale Umkehr des Glaubenssystems vermutlich zu Aufständen nicht nur unter der Priesterelite, sondern auch unter denen, die von ihr gefördert werden und von ihr Legitimität verliehen bekommen, führen würde. Es war ja auch nicht so, dass in Rom gesagt wurde: Ab heute ist das Christentum da und alle machen mit ;) Die neue Religion musste erst einen Anpassungsprozess durchmachen, bevor sie auch von der Führungsschicht und der breiten Bevölkerung akzeptiert wurde. Kaum jemand bricht auf die schnelle mit uralten Traditionen. Besonders Kaiser Konstantin hat sich in dieser Hinsicht, wenn man den üblichen Internetquellen glauben schenken darf, geschickt angestellt.

ChaoGirDja

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #147 am: 26. Januar 2014, 10:24:30 »
[...] und mMn würde das Geheimnis um den Tharun
Spoiler
Der Tharun wäre nicht der erste Archäer, der die niederen Rassen dazu anleitet ein "besseres" Leben zu führen. Religion als Opium für das Volk, um des Machterhaltes willen.
wunderbar zu dieser Interpretation passen.
Ernsthaft? Tharun = Myranor in härterund exotischer?
Oh man...

GSandSDS

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #148 am: 26. Januar 2014, 14:47:12 »
Spoiler
Der Tharun wäre nicht der erste Archäer, der die niederen Rassen dazu anleitet ein "besseres" Leben zu führen. Religion als Opium für das Volk, um des Machterhaltes willen.

So, Antwort auch hier Spoiler für alle, die nicht die tiefen Geheimnisse Tharuns gelesen haben. Der Tharun …

Spoiler
Ehrlich gesagt sehe ich persönlich im Tharun fast schon mehr eine tragische Figur. Gemäß Angaben in DWdS wurden die letzten überlebenden Archäer Tharuns von den Göttern verpflichtet. Der Tharun selbst ist vermutlich damit selbst ein Gefangener in dieser Welt. Jemand, der zwar eigentlich alle Macht hat, dazu praktisch unsterblich ist, aber einsam an der Spitze der Hierarchie thront mit niemandem auf Augenhöhe, umgeben von Leuten, die eigentlich nur seinen Platz einnehmen wollen, in einer Welt, in der sich eigentlich nie etwas ändert und die er nicht verlassen kann - denn das Gesetz der Götter ist praktisch unverrückbar (nicht mal die 8-Tage-Woche kriegt er richtig durchgesetzt, soviel zum Thema Reformen). Vordergründig hat er den tollsten Job der gesamten tharunischen Welt, hintergründig könnte er aber genauso gut ein wirklich armes Würstchen sein.
Zum Runterladen und Kennenlernen: Aventurien für AnfängerMyranor für Anfänger

Ein Dämon auf Abwegen

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Re: Ein paar Fragen zu Tharun.
« Antwort #149 am: 26. Januar 2014, 23:54:41 »
Zitat
Geht es jetzt wirklich darum, dass die Götter "böse" sind? Haben sie sich je selbst zu Wort gemeldet oder habe ich etwas überlesen, als ich nur Ingame Quellen zum Wesen der Göttern gelesen habe? Dass die Götter in Myranor meistens freundlicher dargestellt werden, als in Tharun liegt doch hauptsächlich daran, dass die dahinter stehende Organisation sie so darstellt, oder nicht? Die Götter selbst scheint es ja anscheinend nicht zu stören ...
Zumindetns tauchen in Tharun deutlich öfter irgendwelche Abgesanten der Götter (Arkanai, Shin-Xasas und Nanjas) auf als in den Anderen Settings.