Autor Thema: Das Probeabenteuer - ein paar Erfahrungen  (Gelesen 2479 mal)

nikioko

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Das Probeabenteuer - ein paar Erfahrungen
« am: 13. Oktober 2012, 21:15:42 »
Hallo,
am Donnerstag habe ich mit der neuen Gruppe das Probeabenteuer "Ein gefährlicher Ausflug" gespielt. Deshalb möchte ich hier ein wenig meine Erfahrungen zum Besten geben, falls jemand von Euch vorhat, das demnächst mal zu leiten.
Zunächst mal zur Spielzeit: Mit Erklärung des Settings, der Regeln und anschließendem Gedankenaustausch haben wir 4 Stunden gebraucht. Die reine Spielzeit dürfte also etwa bei 3,5 Stunden gelegen haben, was für einen Spielabend absolut in Ordnung ist. Gespielt wurde mit den Beispielcharakteren, am Start waren der Offizier, der Reporter und der Großwildjäger.
Soweit so gut, und nun tauchen schon die ersten Probleme auf: Zunächst einmal fehlten bei sämtlichen Waffen der Charaktere Angaben wie Magazingröße, weshalb wir da schätzen mussten. Leider tauchten die Waffen nämlich auch nicht in der Waffenliste des GRW auf, und nach der entsprechenden Waffe googeln konnte ich am Tisch auch nicht. Und dann kommt das nächste Problem: obwohl wir ziemlich starke Kämpfertypen (der Großwildjäger hat die ersten zwei Marsianer mit seinem Karabiner erst mal direkt über den Haufen geblasen) hatten, waren die Charaktere nach dem Kampf im großen und ganzen ziemlich schwer verletzt. Der Reporter, der die ganze Zeit in voller Verteidigung war, wurde sogar in den Minusbereich gehauen und wurde anschließend durch Medizin-Anwendung auf Gesundheit 1 stabilisiert. Der einzig schlüssige Grund für ihn, überhaupt noch mitzugehen, war die Sensationsstory, die er witterte. Da die anderen beiden auch ziemlich besch*** aussahen und darüber hinaus noch verletzt waren, habe ich als NSCs zwei mit Gewehren bewaffnete Matrosen mitgeschickt, damit die überhaupt eine Chance haben. Mit dem Tiger hatten sie nämlcih alle Mühe, denn der hat sich gleich mal auf den Hauptmann gestürzt und angefangen, an ihm rumzuknabbern. Das Vieh war ohnehin schon schwer zu treffen, und dann noch die Abzüge im Nahkampf, weshalb das gegen Ende eine ganz knappe Kiste wurde. Die jagenden Marsianer habe ich dann extra etwas einfacher gemacht, weil es sonst ein Gemetzel gegeben hätte. In der Höhle des Knoe Shoshu meinte der Reporter, dass es sicher eine gute Idee wäre, ein Foto von dem Vieh zu machen, wovon ihn Mr. Burlington verzweifelt versuchte, abzubringen. Als sich das Vieh gerade umdrehen wollte, rückte auch der Reporter vom Plan ab. Ich habe den Spielern danach klipp ung klar gesagt, dass das Vieh Hackfleisch aus ihnen gemacht hätte.
Weiter ging es den Tunnel entlang bis zu dem Lüftungsschacht zur Sklavengrube. Durch geschicktes Werfen von Kieselsteinen haben die Jungs auf sich aufmerksam gemacht und per Handzeichen gezeigt, dass sie Seile dabei haben. Die Gefangenen haben zu verstehen gegeben, dass sie die Wachen alle gleichzeitig ausknocken würden und dass es dann schnell gehen muss. Mit zwei Seilen mussten dann fünf Runden lang Sportlichkeitswürfe gemacht werden, wobei die Zahl der Erfolge die Zahl der geretteten Personen entsprach. Danach erschienen dann immer in Fünfergruppen Wachen und versuchten, zu dem Gefangenen zu gelangen. Der Offizier und der Jäger überließen den Matrosen die Seilarbeit und beschossen die Wachen, was auch gut geklappt hat. Mr. Tate war der letzte, der hochgezogen wurde und hat gerade noch einen Speerhieb abbekommen. Während die Gefangenen durch den Tunnel entkamen, hat der Hauptmann den Rückzug gedeckt. Nachdem er drei verfolgende Marsianer an der engsten Stelle des Gangs weggepustet hat, haben die gemerkt, dass das so keinen Sinn hat und sind umgedreht, um mit der Galeere die Verfolgung aufzunehmen. Der Rest war Railroading.
Insgesamt konnte die Gruppe froh sein, zwei schießwütige Charaktere dabei zu haben, das wäre sonst 100%ig in die Hose gegangen. Ich habe den Spielern aber gesagt, die Kampagne wird nicht so kampflastig, sie brauchen also keine kampfstarken Charaktere zu erstellen. Da sie ihr eigenes Schiff mit ihren eigenen Finanzen haben, können sie bei Bedarf eh Söldner anheuern. Das ist etwas, das ich aus Red Sands übernehmen möchte.
Was viel schwerer wiegt ist, dass die Charaktere für viele Proben gar nicht die entsprechende Fertigkeit hatten; und Würfeln auf Attribut war angesichts der Abzüge aussichtslos. Ich habe deshalb gegen das unmodifizierte Attribut gewürfelt.
EIne weitere Sache, die mir aufgefallen ist, ist inhaltlicher Natur: Erst wird beschrieben, dass Mr. Tate und die zwei Damen entführt werden, und im nächsten Abschnitt heißt es, Mr. Tate und Mr. Fontleroy bleiben beim Schiff. Ich habe das so abgeändert, dass Mr. Tate tatsächlich entführt wurde, und ihn durch den Kapitän ersetzt, den ich dafür haben überleben lassen.
So, das war's erstmal, ich hoffe, ich habe nichts Wichtiges vergessen.

Orok

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Re: Das Probeabenteuer - ein paar Erfahrungen
« Antwort #1 am: 14. Oktober 2012, 08:07:31 »
Moin Moin!
Ja das Probeabenteuer...ist so eine Sache für sich. Ich selber habe es auch schon geleitet.
Rein Inhaltlich: es gibt im alten Forum seit ca 2,5 Jahren eine Fan-Errata. Da sich seitens des Verlages da nichts getan hat habe ich die irgendwann selber eingefügt und das ganze in den Downloadbereich meiner Seite gepackt.
Zum Ablauf: Lief bei mir und meinen Spielern (fast alle Ubiquity-Neulinge) ziemlich ähnlich (welch Wunder), wenn auch irgendwie entspannter. Der Kampf ums Luftschiff wurde dadurch entschärft, dass ich mir aus dem alten GDW-GRW den Bodenplan eines Luftschiffes heraus-kopiert habe. Dadurch kamen die Spieler recht schnell auf die Idee sich in den Deckaufgängen zu verschanzen und die Hochlandmarsianer aus dem Himmel zu pusten. Wirkliche Opfer gab es in diesem Kampf nur seitens der Crew, und einen leicht verletzten Reporter (irgendwie ist der Char beliebt oder?) der den Kampfgeräuschen unter Deck auf den Grund gehen wollte. Auch bei mir war der Tiger eine etwas härtere Nuss und hat einen der Spieler gut angekaut, konnte aber dank der Erleichterungen für multiple Gegner (senken der Verteidigung) auch recht schnell erledigt werden. Durch Höhle schleichen und Wachen überwältigen ging dann auch ganz gut. Für die sichere Flucht sorgten dann einzelne Rückzuggefechte und ein aufgeschreckter Landkraken.
Das Fazit meiner Spieler war: Anfang (Party) und Ende (Luftschiffkavallerie) waren eher doof, Mittelteil trotz starkem Railroading durchaus spaßig. Ich persönlich fand das Abenteuer nach dem leiten eher mäßig, aber okay. Nachdem ich mich selber an einem komplett ausgearbeiteten Space-Abenteuer versucht habe, ist allerdings mein Respekt vor dem Starter etwas gestiegen.
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nikioko

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Re: Das Probeabenteuer - ein paar Erfahrungen
« Antwort #2 am: 14. Oktober 2012, 14:56:46 »
Tja, die Antwort meiner Spieler war: "Einführungsabenteuer eben". Und Railroading lässt sich bei einem Abenteuer, das Du in wenigen Stunden durch ahben willst, nicht vermeiden.