Autor Thema: Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds  (Gelesen 1727 mal)

Tobold Rumpel

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Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds
« am: 28. August 2016, 19:43:27 »
Hallo zusammen,

ich denke im Moment viel über das Regelsystem von meinem Lieblingsrollenspielhintergrund Space 1889 nach. Dabei würde ich viel lieber tiefer in den Hintergrund der Welt von Space 1889 eintauchen. Doch die Regelüberlegungen lassen mich nicht los:

Was passt besser zu mir Ubiquity oder Savage Worlds als Regelsystem? Beides gibt es ja für Space.

Ich hoffe hierbei auf eure Erfahrungen - die ihr hoffentlich mit mir teilt:

Das gefällt mir an Ubiquity:
(1) einfaches Kampfsystem
(2) die Talente gefallen mir zum größten Teil besser als in Savage Worlds

DAs gefällt mir nicht an Ubiquity:
(1) Gefühlt (vielleicht war das bisher aber auch einfach nur Zufall) kommt es verdammt selten zu richtigem Schaden. Oft kommt überhaupt kein Schaden zustande oder ein Patt. Ganz schlimm ist mir dabei das Szenario aus dem Abenteuer "Ätherkalkulator" in Erinnerung, wo alle Abenteurer bis zum Umfallen auf die Viecher eingeprügelt haben, aber jeder Angriff einfach abgeprallt ist.
---> Angenommen jemand greift mit 9T gegen 8 Abwehr (und dann noch gegen den Durchschnitt 4), werden selten mal 2 Schaden bei herausspringen.
---> Glückstreffer mit sofortigem Ableben gibt es dann wohl auch nicht.
---> Oder jemand schießt mit einer Pistole mit ins. 3T auf jemand mit Abwehr 9. Dann hat derjenige eigentlich keinerlei Chance zu treffen. Das finde ich seltsam (hier finde ich die Savage Worlds Regel für Fernkampfwaffen gegen einen festen Wert von 2 besser - könnte man sowas auch in Ubiquity implementieren und wenn ja, wie?)
(2) Ressourcen machen die Charaktererschaffung kompliziert, zumindest, wenn man sich viel Gedanken um soziale Stände macht und nicht den Standard-Mittelschichtler spielt. Außerdem kann man die Ressourcen ja eh verlieren (warum sollte ich sie also am Anfang wählen?) Außerdem kann man die auch als Belohnung für Abenteuer bekommen, ohne das so zu "verregeln". Auch dürfte z.B. ein Adliger in Whitechapel auch so seine Probleme im Umgang mit dem einfachen Volk bekommen können und nicht dauernd nur Bonuswürfel erhalten (weil er eben adlig ist) - ist z.B. ein Problem dieser "Verregelung der Ressourcen" beim Ubiquity.
(3) Spezialisierungen der Fertigkeiten sich m.E. zum größten Teil schwer voneinander abzugrenzen und machen deshalb zum größten Teil keinen Sinn für mich.
(4) Manche Fertigkeiten sind so unnötig wie ein Kropf. Wer sollte das lernen und warum? Z.B. Akrobatik, Bürokratie, Bühnenkunst, Kunst, Sprengstoffe ... (gerade die mittleren lassen sich doch eher beschreibend lösen, wenn das einen Charakter auszeichnen soll, kaum ein Abenteurer wird wohl ein Aktenschubser, Vollzeitbildhauer oder Theaterschauspielerin spielen.)


Das gefällt mir bei Savage Worlds:
(1) Die Chance ernsthaft zu Verwunden ist höher.
(2) Fertigkeiten sind wirklich nur jene, die auch oftmals eingesetzt werden können (im Vgl. mit Ubiquity).

Das gefällt mir nicht an Savage Worlds:
(1) Die Charaktere haben zu viele Möglichkeiten dem Schaden oder negativen Auswirkungen zu entgehen (was sich wohl angleichen lässt ... wie? Ich bin SW-Neuling)



Meine Ausführungen sind wohl ein bisschen wirr, doch ich hoffe, dass hier jemand meinen Horizont erleuchten kann. Ich bin gerade sehr am zweifeln, mit welchem Regelgerüst ich Space1889 spielen sollte. Irgendwie hat beides sein für und wider.


Wie seht ihr das?

Raindrop

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Re: Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds
« Antwort #1 am: 28. August 2016, 20:13:44 »
Hi!

Also, ich finde Savage Worlds klasse und werde nichts dagegen sagen. Nur dass es nicht richtig Wissensfertigkeiten gibt, stört mich.

Ubiquity kommt für mich aber vom Spielgefühl her sehr nah an Savage Worlds ran. Es ist ähnlich unkompliziert und bietet doch eine Menge Möglichkeiten (innerhalb eines Settings, aber eben auch settingübergreifend). Und der große Vorteil ist, dass du in den Uhrwerk-Abenteuern eben schon die Werte für Ubiquity geliefert bekommst. Es sei denn, du möchtest die Red-Sands-Kampagne spielen.

(1) Gefühlt (vielleicht war das bisher aber auch einfach nur Zufall) kommt es verdammt selten zu richtigem Schaden.
(4) Manche Fertigkeiten sind so unnötig wie ein Kropf. Wer sollte das lernen und warum? Z.B. Akrobatik, Bürokratie, Bühnenkunst, Kunst, Sprengstoffe ... (gerade die mittleren lassen sich doch eher beschreibend lösen, wenn das einen Charakter auszeichnen soll, kaum ein Abenteurer wird wohl ein Aktenschubser, Vollzeitbildhauer oder Theaterschauspielerin spielen.)

(1) Die Charaktere und Gegner in Ubiquity haben aber extrem niedrige Gesundheit. Jeder Punkt, den man verliert, tut weh. Dazu kommen die Schadenseffekte wie Rückstoß, Betäubt usw. Größere Waffen wie Gewehre sind sehr tödlich mit ihrem hohen Schadenswert.

(4) Bei Kunst (die es eigentlich so nicht gibt, weil man eine Spezialisierung wählen muss) weiß ich es nicht, aber sonst ist alles in meinen Runden schon öfter vorgekommen. Akrobatik, wenn jemand einen spektakulären Move machen will. Bürokratie, wenn du bei einem Kriminalfall Dokumente durchsehen musst. Bühnenkunst, wenn du in einer sozialen Szene wen durch eine Darbietung beeindrucken möchtest, und sei es jemand Abergläubischen durch ein 'magisches' Marsritual, eine vorgetäuschte Geistererscheinung etc. Sprengstoffe ... im Kampf oder um sich einen Zugang zu etwas freizusprengen ...

Ich hatte bei HEX schon einen Spieler, der prima eine Filmschauspielerin verkörpert hat.

Also letztlich sehe ich nicht den großen Unterschied der Systeme. SaWo vielleicht etwas besser bei Action, Ubiquity vielleicht etwas besser beim Storytelling - eben weil es mehr "Fluff"-Fertigkeiten hat.
Das Imperium? Im Niedergang? Nicht, dass ich wüsste.

Tobold Rumpel

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Re: Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds
« Antwort #2 am: 31. Mai 2019, 18:34:19 »
REGEL-ERGÄNZUNGEN IN SOZIALEN KONTEXTEN

Ich wollte nicht noch mal einen neues Thema aufmachen. Und es passt auch hier dazu.

Ich habe mir mal wieder SAVAGE WORLDS und das Settingbuch RIPPERS durchgelesen und bin wieder zu dem Punkt gekommen, wo ich sage: "Ubiquity gefällt mir persönlich besser als SAVAGE WORLDS."

Ich habe aber ein paar Aspekte aufgeschnappt, bei denen ich denke, wäre das nicht gut, das irgendwie in Space1889-Ubiyquity zu übernehmen.

1. Fertigkeit/Anwendung "Provozieren"
2. Settingregel Außenseiter
3. Stand und soziale Interaktion - Einschüchtern/Provozieren/Überreden

1.
Bei SAVAGE WORLDS gibt es als Fertigkeit auch "Provozieren". Das macht ja auch Sinn. Ich denke nicht, dass man das als Fertigkeit in UBIQUITY braucht, aber als Anwendungsmöglichkeit fände ich das durchaus interessant. Dafür wäre eine kleine Hausregel gut.

Spontan dachte ich an eine Vergleichende Probe Intelligenz vs. Willenskraft oder Intelligenz vs. Intelligenz. Vielleicht könnte das auch über Empathie modifiziert werden, weil dadurch klarer sein könnte, wie das Gegenüber sich reizen lässt. Genauso könnte man einen Bonus haben, weil man vielleicht schon in Erfahrung gebracht hat, womit man das Gegenüber reizen kann.

Habt ihr Ideen wie man das abdecken/regeln kann?


2.
Bei SAVAGE WORLDS "RIPPERS" gibt es die Settingregel Außenseiter. Dort wird beschrieben, dass ein Charakter in einem anderen Land (sinniger wäre wohl in einem anderen Kulturkreis) wohl (1.) weniger Hilfe in Not zu erwarten hat, (2.) eher über den Tisch gezogen und höhere Preise bezahlen muss, ...

In den Regeln steht auch noch, dass man nach einer gewissen Zeit des Aufenthalts diese Nachteile verliert (wobei sich mir dies logisch nicht erschließt - vielleicht im Umgang mit einzelnen Personen, die einen besser kennengelernt haben, aber mit der ganzen Kultur ???). Grundsätzlich sind die sozialen Fertigkeiten (auf Charisma basieren) mit -2 betroffen.


Ich könnte mir so etwas durchaus auch für SPACE 1889 vorstellen. Was meint ihr, macht das Sinn? Einen Malus von -1 oder sogar -2 könnte ich mir vorstellen in einem anderen Kulturraum (also Westlich, Östlich, Afrikanisch, Martialisch ...).


3.
Bei SAVAGE WORLDS "RIPPERS" gibt es verschiedene Einflussgrößen auf den Sozialen Umgang im Viktorianischen Setting. 3 Punkte davon möchte ich gerne zur Diskussion stellen, wie un-/sinnig diese (und damit auch für SPACE 1889) sind

3.1.
Einschüchtern soll vom Stand/Status beeinflusst werden 2/Stufe über bzw. -1/Stufe unter dem Anderen. Was haltet ihr von so einer Art von Modifikator? Ich sehe Einschüchtern eher auf einer einfacheren persönlichen interaktiven Ebene ablaufen, bei der nicht als erstes auf den Stand geachtet wird. Aber vielleicht habt ihr ja einen anderen Blick darauf.

3.2.
Provozieren soll vom Stand/Status beeinflusst werden -1/Stufe über bzw. +1/Stufe unter dem Anderen, was sich mir aber auch nicht erschließt. Euch?

3.3.
Überzeugen/Überreden soll vom Stand/Status beeinflusst werden -1/Standesunterschied. Was sich mir irgendwie erschließt. Umso weiter die Stände/Stati voneinander entfernt sind, umso weniger wird man wohl die andere Seite verstehen, ihr trauen, ...
Sollte das auch bei Ubiquity irgendwie berücksichtigt werden?

NurgleHH

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Re: Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds
« Antwort #3 am: 21. Juli 2019, 20:33:35 »
Als Anfänger bei SW bin ich auf diesen Thread gestoßen. Ich hatte als eine mögliche Welt den Roman “Darwinia” als Idee im Visier. Jedoch zeichnete sich im Laufe des Buches - es ist gut - ab, dass ich dies nicht als Welt für SW nehme. Ich bin wieder zurück zu Space1889 gekommen, denn ich fand das Setting seit GDW-Zeiten spannend. Nur ich komme mit dem Ubiquity-System nicht zurecht, habe mir mehrfach Mühe gegeben. Somit ist SW eine gute Alternative. Gibt es irgendwo ein Konverter von UBI zu SW???

Tobold Rumpel

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Re: Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds
« Antwort #4 am: 23. Juli 2019, 12:46:47 »
Gibt es irgendwo ein Konverter von UBI zu SW???

Nein, aber Space 1889 als Setting bei SAVAGE WORLDS („Space 1889 - Red Sands"). Nur auf Englisch bei drivethrurpg.com

NurgleHH

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Re: Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds
« Antwort #5 am: 24. Juli 2019, 13:45:49 »
Danke, das habe ich mir angeschafft.

Radar

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Re: Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds
« Antwort #6 am: 24. Juli 2019, 14:17:41 »
Es gibt auch einige Abenteuer die beide Versionen (UBI und SW) haben. Man kann beide nehmen und somit einige NSC schon fertig haben
“A true Englishman doesn't joke when he is talking about so serious a thing as a wager" (Phileas Fogg)

NurgleHH

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Re: Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds
« Antwort #7 am: 24. Juli 2019, 15:42:36 »
Es gibt auch einige Abenteuer die beide Versionen (UBI und SW) haben. Man kann beide nehmen und somit einige NSC schon fertig haben
Aha, welche denn???? Ich bin natürlich interessiert um Richtlinien für die Anpassung zu haben (aus Faulheit...)...

Radar

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Re: Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds
« Antwort #8 am: 25. Juli 2019, 09:33:43 »
Jede Abenteuer, die auf English veröffentlich ist, hat auch eine Version für SW, auch auf English. Ich bin faul für die Antwort  ;D
“A true Englishman doesn't joke when he is talking about so serious a thing as a wager" (Phileas Fogg)

NurgleHH

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Re: Regeln von Ubiquity vs. Savage Worlds
« Antwort #9 am: 25. Juli 2019, 23:10:03 »
Gefunden und bestellt, danke