Autor Thema: Fehlender Metaplot bei Numenera: Bug oder Feature?!  (Gelesen 1072 mal)

Aendymion

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Fehlender Metaplot bei Numenera: Bug oder Feature?!
« am: 15. August 2016, 12:30:52 »
Numenera fehlt ja laut vielen Kritikern der Metaplot und der Spielwelt wird vorgeworfen, sie sei zu beliebig bzw. zu wenig zusammenhängend. Habe mich mal mit dieser Frage beschäftigt:

https://aendymion.wordpress.com/2016/08/15/gedankensplitter-numenera-und-der-metaplot/

NurgleHH

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Re: Fehlender Metaplot bei Numenera: Bug oder Feature?!
« Antwort #1 am: 15. August 2016, 16:31:49 »
Interessante Betrachtung. Aber ist es nicht vielmehr so, dass Settings wie DSA und Forgotten Realms den Spielleiter in ein enges Kostüm zwängen und das freie Atmen schwer machen? Ich empfinde gerade diese Ur-Settings mit Millionen Seiten Hintergrund als zu erschlagend. Dazu die Spieler die die Hälfte der Sachen gelesen haben und immer mit "Aber in Buch XY steht aber..." nicht zu unrecht kommen. Ein Grund - für mich - ungern Filmsettings oder Buch-Settings a la Westeros zu spielen, da hier zu viel eingeschränkt wird. Im Moment lese ich mich noch ein bei Numenera und finde es etwas unfertig geschrieben, aber ziemlich gut in seiner Gestaltungsfreiheit. Es ist ein wenig wie der Übergang von einer Welt mit Filmen (One-Shots) in eine Welt mit Serien (Kampagnen). Bis zu komplexen Serien wie "Lost" hat es auch eindimensionale Serien wie "Magnum" geben müssen. Ich gebe Dir aber - bei meinem bisherigen Stand - recht, dass der Gute Herr Cook nach diesem Vorwort nicht 100% abgeliefert hat. Aber das kann er noch korrigieren.

queery

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Re: Fehlender Metaplot bei Numenera: Bug oder Feature?!
« Antwort #2 am: 19. August 2016, 20:37:50 »
Danke für den Interessanten Artikel. Hab ja schon dort geantwortet:
Zitat
Gute Frage. Ich würd sagen, dass es mit dem Orden der Wahrheit und seinem Versuch Stabilität in der Heimfeste zu organisieren und dafür sogar einen Kreuzzug zu initiieren und einer ominösen Organisation, die v.a. das Ziel hat Chaos un Krieg zu initiieren eine gute Möglichkeit für einen Meta- Plot gibt in dem sich eine lange Kampagne ansiedeln kann. Mit den von dir geschilderten Brüchen bieten sich die Möglichkeiten dabei auch allzu platte Überlegungen (Orden der Wahrheit = gut, Ominöse Organisation = Böse) aufzubrechen und ganz im Sinne von Numeneras Spielprinzip allzu große Gewissheiten immer wieder zu erschüttern. Der Kreuzzug entpuppt sich als religöse Intoleranz und Propaganda, irgendwann ararbeitet sich die Gruppe mehr über die Wahre Motivation des Ordens der Wahrheit und genauer seiner Unterschiedlichen Strömungen die intern um Vorherrschaft ringen heraus. Und die ominöse Organisation ist vielleicht ein wichtiger Unterstützer, wenn die Helden eine Rebellion gegen ein despotisches System anzetteln. Auf dem Weg lassen sich wirklich viele Grundlegende Frage aufwerfen: Was hat die Motivation der Organisationen mit der Vergangenheit der 9ten Welt zu tun? Ist Frieden und Stabilität immer vorzuziehen, auch wenn damit Ungerechtigkeit konserviert wird? Welche Geheimnisse und Artefakte aus der Vergangenheit sollten wir lieber unentdeckt lassen?

Aber: Allein von der Charakterentwicklung ist Numenera für mich eher ein System, in dem ich mir einfach und mit einem hohen Grad an kreativität einen Interessanten Charakter zusammenbaue und eine Weile aber nicht ewig spiele um dann wieder einen neuen Interessanten Charakter zu basteln. Das ich wie in meinen DSA- Runden Jahre/Jahrzehntelang mit dem selben Charakter spiele der immer und immer mächtiger wird ist m.E. in Numenera so nicht vorgesehen. Und dieser unterschied ist m.E. kein Defizit, sondern einfach ein anderer Ansatz.