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Spielsysteme => Sonstige Spiele => Thema gestartet von: barbarossa rotbart am 21. Januar 2014, 10:42:40

Titel: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 21. Januar 2014, 10:42:40
Was mir seit udS an Myranor nicht gefällt, ist die schleichende Romanisierung des Imperiums. Man hat doch schließlich mit DZ schon einer Römer-Kampagne für DSA. Da braucht man wirklich keine weitere.
Deshalb will ich hier das Imperium de-romanisieren, also alle Lateinischen Begriffe durch ihre pseudo-griechischen Gegenstücke aus dem HC ersetzen und notfalls neue entwickeln.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: h@derlump am 21. Januar 2014, 13:10:43
Noe, lass mal, immerhin "kommen" die DZ ja aus Myranor.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: GSandSDS am 21. Januar 2014, 13:20:59
Dem muss ich zustimmen. Das Bosparanische Reich hat ein myranisches Erbe, so liegt es rückwirkend betrachtet plausibel, dass es in Teilen noch den "römischen Stil" pflegte (halt nur in kleineren Dimensionen).
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 21. Januar 2014, 16:53:43
Sorry, aber die lateinischen Begriffe passen nur deshalb bei DZ, weil Bosparano auf Latein basiert. Sind für Myranor aber unpassend, weil Altgüldenländisch auf dem Griechischen basiert. Und viele andere Begriffe sind ja Pseudogriechisch geblieben.

Es geht mir darum, ein absolut und 100%ig überflüssigen Retcon rückgängig zu machen. DSA hat davon zwar so einige, aber die meisten lassen sich nicht mehr rückgängig machen, dieser hingegen schon, denn von vielen jetzt Lateinischen Begriffen kennen die Besitzer von HC noch die ursprünglichen Bezeichnungen, die z.T. wesentlich mehr Sinn machten.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: GSandSDS am 21. Januar 2014, 18:32:50
Bosparano fußt aber auch auf dem Alt-Güldenländischen. Und zwischen Alt-Güldenländisch und dem aktuellen Imperial liegen genauso viele Jahrtausende wie zwischen Alt-Güldenländisch und Garethi. Das aktuelle Imperial (Gemein wie Hiero) kann sich in der Zeit also theoretisch in jede erdenkliche Richtung entwickelt haben. Das sagt eigentlich gar nichts aus. Wie im anderen Thread schon mal erwähnt: Die Begriffe sind vermutlich weniger für die Myraner da, sondern eine Transkription für die Spieler, damit man mehr den kulturellen Flair einfangen kann, und der geht halt im Imperium Myralis halt immer noch stark ins Römische, während sich die Kultur in Aventurien seit dem Fall des Bosparanischen Reichs in eine andere Richtung entwickelt hat. Dass Alt-Güldenländisch mit Alt-Griechisch assoziiert wurde (aktuell gibt es, soweit ich weiß, nirgendwo eine offizielle Setzung), hat ebenso solche Flair-Gründe, denn Alt-Güldenländisch war bis dahin einfach nur die Sprache "die irgendwie mal Bosparano vorausging", ohne sich weiter groß Gedanken über das Güldenland zu machen.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 21. Januar 2014, 19:34:10
Keine Assoziationen? Wieviele Aureliani-Begriffe in DSA-Quellenbücher basieren auf dem Griechischen? Sehr viele! Selbst jetzt sind noch etliche Myranor-Begriffe griechischen Ursprungs.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: GSandSDS am 21. Januar 2014, 21:01:07
Keine Assoziationen?
Wie was "keine Assoziationen"? Jetzt hast du mich verwirrt.  ???
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 21. Januar 2014, 21:53:24
Tue ich doch gerne! ;)

Ich meinte damit, dass schon zu DSA2-Zeiten(!) Alt-Güldenländisch mit Alt-Griechisch assoziiert wurde.
Titel: Horasiate
Beitrag von: barbarossa rotbart am 21. Januar 2014, 22:36:18
Die folgende Tabelle ist durch den Vergleich von HC S.18 und UdS S.6 entstanden. Man hat bei UdS mehrere Horasiate zusammen gelegt und die Grenzen verändert. Die meisten Namen wurden zum Glück nicht verändert.
UdSHC
CanteraCantera
CentralisCentralis, Peranthis, Rhesias & Martigu
CorabeniusCorabeniu
CranareniusCranareniu
DemelionDemelion
Era'SumuEra'Sumu
GathiaddaGathiadda
GyldralandTrivina, Telaniu & Iolon
HældingardHaldinganu
HarpalisHarpalis
KaroniusKaróniu
KentorikanKentorikan & Seskeru
KoromanthiaKoromanthia
LakiaddaLakiadda
LorthalionLorthalis
MayeniosMayenios
NarinionNarinion & Avasis
NepretonNepreton
NyraliosNyravalion & Arktorismaniu
OchobeniusOchobeniu & Skiresis
RhacornosRhacornos
SeroviaSerovia
SevantiniusSevanyr
TharpuraTharpura
TholdaronTholdaron
ValantiaValantia
XarxaronXarxaron
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: GSandSDS am 22. Januar 2014, 00:37:11
Ich meinte damit, dass schon zu DSA2-Zeiten(!) Alt-Güldenländisch mit Alt-Griechisch assoziiert wurde.
Ich habe auch von der aktuellen offiziellen Setzung gesprochen. Ich kann mich an keine Stelle in den DSA4.1-Regelwerken erinnern, in denen steht "Garethi ist de Deutsch, Bosparano ist Latein usw." (nebenbei: Würde dann auch bei 'The Dark Eye' problematisch werden).

Oh, und was du aus dem HC zu zitieren scheinst, sind die Namen der alten Karte, die schon im HC betont das Imperium aus früherer Zeit zeigt, wo es noch viel mehr Horasiate gab. Zu den gegenwärtigen Zuständen dieser Regionen hat sich der HC in vielen Fällen beharrlich ausgeschwiegen.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 22. Januar 2014, 09:52:59
Die Karte, die übrigens die einzige Liste der Horasiate im HC ist, zeigt nicht nur die früheren, sondern auch die akruellen Horasiate, jedenfalls laut Bildunterschrift. Es gibt dort auch Horasiate in Gebieten, die von UdS nicht abgedeckt werden und deshlab in meiner Liste fehlen.
Mir ging es eigentlich nur um die Namen, die im HC z.T. doch exotischer und interessanter waren.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Theaitetos am 22. Januar 2014, 12:03:39
Ich habe auch von der aktuellen offiziellen Setzung gesprochen. Ich kann mich an keine Stelle in den DSA4.1-Regelwerken erinnern, in denen steht "Garethi ist de Deutsch, Bosparano ist Latein usw."

Wieso sollte das in einem Regelwerk stehen? Das ist eine informelle Übereinkunft, s.a. Bosparano (http://www.wiki-aventurica.de/wiki/Bosparano#Irdisches) und Aureliani (http://www.wiki-aventurica.de/wiki/Aureliani#Irdisches) im Wiki.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: GSandSDS am 22. Januar 2014, 12:26:43
Wieso sollte das in einem Regelwerk stehen? Das ist eine informelle Übereinkunft, s.a. Bosparano (http://www.wiki-aventurica.de/wiki/Bosparano#Irdisches) und Aureliani (http://www.wiki-aventurica.de/wiki/Aureliani#Irdisches) im Wiki.
Weil besagte informelle Setzungen hier auf einmal zur Grundlage für formelle Setzungen werden würden.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 22. Januar 2014, 12:43:12
Es ist eine informelle Setzung, da man festgestellt hat, dass die Autoren die Bosparano-Begriffe aus dem Lateinischen und die Aureliani-Begriffe aus dem Alt-Griechischen entnommen haben.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Quendan von Silas am 22. Januar 2014, 13:53:59
Weil besagte informelle Setzungen hier auf einmal zur Grundlage für formelle Setzungen werden würden.

Formelle Setzungen gibt es hier doch sowieso nicht. Das ist nur ein Privatprojekt von barbarossa rotbart, das er aufgrund persönlich wahrgenommenen Missständen angeht. Insofern ist hier doch alles informell.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: GSandSDS am 22. Januar 2014, 13:56:13
Formelle Setzungen gibt es hier doch sowieso nicht. Das ist nur ein Privatprojekt von barbarossa rotbart, das er aufgrund persönlich wahrgenommenen Missständen angeht. Insofern ist hier doch alles informell.
Das war reiner Konjunktiv. ;)
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 22. Januar 2014, 15:00:13
Damit hat Quendan vollkommen recht. Ich mache das deshalb, weil mich die mit UdS eingeführte Romanisierung stört und ich sie als überflüssig empfinde. dadurch hat man Myranor einiges seiner exotischen Atmosphäre genommen.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Quendan von Silas am 22. Januar 2014, 17:58:38
Das war reiner Konjunktiv. ;)

Alles klar, mein Fehler. ;)
Titel: Das Militär
Beitrag von: barbarossa rotbart am 22. Januar 2014, 18:41:45
UdSHC
ZenturieHektade/Eskadru
ZenturioHektagu/Eskadregu
SubzenturioHypohektagu/-eskadregu
TentoriumKirene/Hastade
TentorioKirenu/Hastadu
ManipelAstrade
Junior-TribunAstradu
KohorteLokede/Horizont
HipparchieKalpteru
HipparchKalptegu
Senior-TribunLokegu
StrategusStrategu
LegionGarde
LegionslegatStrategu(?)
Prior-ZenturioPro-Hektagu
Primar-ZenturioProto-Hektagu
ErzstrategusArchostrategu
die weiteren Begriffe kann man leider nicht anpassen, da sich die Struktur der Imperialen Militärs in UdS im Vergleich zum HC massiv geändert hat.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Raindrop am 22. Januar 2014, 20:35:10
Prima Arbeit, kann sich nochmal als sehr hilfreich erweisen (beide Tabellen).
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Tabuin am 22. Januar 2014, 20:52:28
Was man zu den obigen Tabellen wissen sollte:

Im militärischen Vergleich (http://community.uhrwerk-verlag.de/index.php?topic=467.msg5451#msg5451) werden Myriaden, Legionen, Garden und Sondertruppen wild durcheinander gemischt. Die Überschrift HC über der rechten Spalte ist daher schlichtweg falsch und irreführend, da z. B. Garde und Legion keineswegs austauschbar sind. Auch werden in der Tabelle Begriffe genutzt, die im HC gar nicht vorkommen und offenbar Eigenkreationen sind.

Für sein ganz privates Myranor kann jeder die Begriffe nutzen, die ihm persönlich gefallen, aber eine Rekonstruktion früherer Gegebenheiten, wie die Überschriften es offenbar suggerieren sollen, bieten die Tabellen nachweisbar nicht.1


1Myranor - Das Güldenland (2006), S. 31 f. "Die Macht der Myriaden"; vgl. besonders das Unterkapitel "Aufbau".
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 22. Januar 2014, 23:22:04
Dazu einige Erklärungen:
- Legion/Garde: Dies kommt daher, dass Einheiten, die im HC noch als Garde bezeichnet wurden, in UdS zu Legionen wurden. Somit ist Garde und Legion austauschbar! Und da für alle die höchste Organisationsstufe die Myriade ist, entspricht der Legionslegat einen Strategu.
- Zenturio/Hektagu: Hypo-, Pro- und Proto-Hektagu sind eine wörtliche Umsetzunge der betreffenden Ränge aus UdS.
- Sondereinheiten: Nach UdS in Manipel strukturiert, in HC eigene Struktur, wobei die Astarde eher dem Manipel entspricht als der Horizont, dessen Befehlshaber ein Lokegu ist. Damit entspricht der Horizont der Kohorte.
- Der Rest ist 100%ig richtig!

Und, Taburin, mir geht es um die De-Romanisierung, deshalb müssen zwangsläufig Eigenkreationen vorkommen, denn es macht keinen Sinn, wenn plötzlich von einem Prior-Zenturio die Rede ist, wenn vorher nur von Hektagui gesprochen wurde.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Wanderer am 09. Februar 2014, 22:08:54
Mich stört die Romanisierung nicht. Ich spreche weder Latein noch Griechisch und habe nichts gegen die neu eingeführten Begriffe. Die Myr-Produkte der letzten Jahre gefallen mir soweit auch ganz gut.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Mythos am 10. Februar 2014, 07:47:38
Mich stört die Romanisierung auch ziemlich. Box und HC haben ein Imperium vermittelt, dass viel näher an der griechischen Kultur (und Exotik) lag als jetzt. Und genau das fand ich so toll daran. Umsetzungen nach Art vom Römischen Imperium gab es hingegen gefühlt schon zig Male.

Für Cantera gab es aber eine Andeutung, mein ich, dass dort immer noch die alten Begriffe benutzt werden. Daher wartete ich eigentlich gespannt auf die RSH zu Cantera. Meine Hoffnung war, dass sich die Andeutung bestätigt und auch eine Liste mit Begriffen vorgestellt wird. Immerhin würden dann wenigstens ein oder einige Horasiate griechischer sein als die Allgemeinheit. Aber inzwischen Frage ich mich eher, was überhaupt aus den RSHs geworden ist.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Finarfin am 10. Februar 2014, 12:47:36
Ich bin ein großer Fan der Romanisierung Myranors, was sich nicht nur in den militärischen Begriffen niederschlägt - dies sehe ich als eine nette und sinnvolle Ergänzung zur übrigen Romanisierung - sondern auch in der Gesellschaftsstruktur.
Schon im HC hatten wir eine Teilung in Optimaten (Achtung, Latein), Honoraten (Achtung, Latein) und Bürger, die der römischen Teilung in Senatoren, Ritter und Bürger entspricht. Die weitere Ausgestaltung der Stadtregierung ähnelt sehr der römischer Provinzstädte, das Arenawesen (schon in der alten Box) auch, die Gebäudestruktur der Städte etc. die Tempelanlagen sowie die Strukturen der Priesterschaft etc. pp.

Um all dies rückgängig zu machen, müsste man das halbe UdS einstampfen, da alle Lücken aus dem HC römisch gefüllt wurden, die eh schon römischen Elemente verstärkt wurden.

Historische Anleihen sind im Rollenspiel sehr sinnvoll, da die Spieler so viel schneller die passenden Bilder vor Augen haben, und die römische Anleihe bietet sich für Myranor deutlich an, besser als die griechische:
Zwar haben wir mit den Diadochenreichen auch große Flächenstaaten griechischer Zeit, doch sind die Diadochenreiche eben nicht das Bild, das 90% der Bevölkerung als erstes vor Augen hat, wenn das alte Griechenland erwähnt wird. Da dominieren Sparta und Athen der klassischen Zeit (also um 500 v.Chr.). Doch die dazu passenden Anleihen waren bis auf vereinzelte Wortstämme sehr, sehr dürftig, seit je her. Mein Eindruck aus dem HC war stets ein Römisches Reich mit chinesischen oder byzantinischen Elementen (v.a. die Rolle des Kaisers) sowie StarWars-Komponenten.
"Griechisch" waren ausschließlich die Wortstämme im Militär, mehr nicht. Gut, das hätte man lassen können, aber nachdem man mit einigem Sachverstand und Fachwissen die vielen Leerstellen mit römische Elementen gefüllt hat - wobei das römische Element mMn schon seit dem HC stärker war als das griechische - in erster Linie römische Elemente hinzugefügt hat (s.o.), macht die Anpassung der Begriffe im Vokabular durchaus Sinn. Schon im HC war bei den Hinweisen im Namensgenerator klar gemacht worden, dass der Norden eher lateinische, der Süden eher griechische Endungen benutzt. Nur war bis dahin ausschließlich der Süden beschrieben, nun kommt der auch nach HC-Aussagen viel römischere Norden deutlich stärker in den Fokus, Centralis selbst liegt vergleichsweise weit im Norden, so dass im Nachhinein die griechischen Begriffe eher südliches Lokalkolorit sind. In Wien essen die Leute ja auch keine Tomaten, sondern Paradeiser. Damit ist die Romanisierung noch nicht einmal eine so große Angelegenheit, wie in diesem Faden behauptet wird.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 10. Februar 2014, 12:55:06
Alles kann man natürlich nicht rückgängig machen. Was mich aber an UdS stört, ist, dass man die Lücken mit römischen Material füllte, dass man die Struktur des imperialen Militärs total umbaute und das man Begriffe aus dem HC durch andere (echte lateinische) ersetzte.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Raindrop am 10. Februar 2014, 14:49:23
Norden eher römisch, Süden eher griechisch fänd ich einen guten Kompromiss. Und an den Rändern dann eben ins Asiatische übergehend.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Finarfin am 10. Februar 2014, 16:51:56
Zumal das römische Reich eh in die lateinische West- und die griechische Osthälfte geteilt war:
Wo in lateinischen Inschriften der Kaiser als Imperator bezeichnet wurde, steht in den griechischen Inschriften βασιλεύς.
Dann kann die Hundertschaft im Norden Myranors eben Centuria heißen und im Süden Ηκτάδη.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 10. Februar 2014, 17:18:16
Aber dafür müsste es zwei verschiedene Hauptsprachen in Imperium (und ich rede nicht von Gemein- und Hiero-Imperial) geben. Außerdem hätte man einige Hintergrund-Konzepte aus dem HC nicht ändern dürfen!
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Finarfin am 10. Februar 2014, 17:24:11
Die verschiedenen Begriffe sind eben Lokalkolorit, vgl. Tomate und Paradeiser.

Welche Hintergrundkonzepte wurden denn verändert? Bisher wurden doch nur Konzepte hinzugefügt, soweit ich das überblickt habe.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 10. Februar 2014, 17:37:04
Die verschiedenen Begriffe sind eben Lokalkolorit, vgl. Tomate und Paradeiser.
Nein, ist es nicht! Gerade bei den Begriffen, um die es geht, kann es kein Lokalkolorit sein.
Welche Hintergrundkonzepte wurden denn verändert? Bisher wurden doch nur Konzepte hinzugefügt, soweit ich das überblickt habe.
Die beiden prominestensten Beispiele:
1. Militär: Dies wurde total umgebaut und an das römische System angepasst.
2. Imperiale Verwaltung: Auch hier wurde viel umgebaut.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Finarfin am 10. Februar 2014, 22:29:36
Nein, ist es nicht! Gerade bei den Begriffen, um die es geht, kann es kein Lokalkolorit sein.
Das dachte ich bei Tomaten auch. Sind aber am Ende nur Vokabeln, die nichts an den handlungsabläufen ändern.

Zitat
Die beiden prominestensten Beispiele:
1. Militär: Dies wurde total umgebaut und an das römische System angepasst.
ABgesehen vom Vokabular: Was wurde verändert, was nicht ebenso gut eine Ergänzung oder Erweiterung sein kann? Denn für einen totalen Umbau müssten ja schon Strukturen abgeschafft und durch neue ersetzt werden, und dies in erheblichen Umfang.

Zitat
2. Imperiale Verwaltung: Auch hier wurde viel umgebaut.
Was denn? Bisher sehe ich da nur eine Konkretisierung der unteren Verwaltungsebenen, die vorher ja gar nicht beschrieben waren.
Uuh, ja, die Territorien, aber die widersprechen nicht den alten Setzungen, da sie ja nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurden. Da wurde zuvor mit der rein optimatischen Regierung lediglich nur der Normalfall beschrieben, quasi das Ideal.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: barbarossa rotbart am 10. Februar 2014, 22:51:04
Vergleiche mal HC S.31ff. (insbesondere den Kasten auf S.33) mit UdS S.41ff. und auch HC S.20f. mit UdS S.38ff. & 44ff.
Wenn Dir da dir Unterschiede nicht auffallen ...
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Finarfin am 10. Februar 2014, 22:53:30
Mein UdS ist z.Z. verliehen.
Also schreib es.

Edit:

Nach dem Blick ins HC könnten sich ja eim Militär neben den Namen auch die Einheitsgrößen verschoben haben, was auch keine große Rolle spielt.
Bei Der Verwaltung wurde die Rolle des Magnaten anscheinend verändert. Das Grundlegende Konzept: Oben regieren Optimaten, die lästigen Details regeln die Honoraten und es gibt einen Stadtrat, sind erhalten geblieben. Insgesamt ist die Beschreibung im HC so oberflächlich, dass sie an Bedeutung für den Spieltisch eh nicht mit UdS mithalten kann.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Godag@st am 02. April 2014, 00:27:07
Ein umstrittenes und aus meiner Sicht wichtiges Thema, deshalb will ich hier meine Meinung dazu abgeben:

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Manche mögen die zunehmende Romanisierung von Myranor, andere nicht. Ich kann das Hauptargument dafür (bessere Vertrautheit und Verständlichkeit des Settings) nachvollziehen. Aber ich muss mich leider unter den Stimmen einreihen, denen das nicht gefällt.

Ich fand Myranor, wie es sich im Hardcover von 2006 präsentierte, einfallsreicher, exotischer und spannender. Klar, einen starken römischen Einfluss gab es auch dort bereits. Aber er wurde durch fremdartige Namen verschleiert und war mit Anleihen aus anderen Settings vermischt: griechische Elemente, asiatische, Steampunk usw. Dieser Mix war, wie ich fand, gut gelangen, und es wurde auch eine gute Balance zwischen Vertrautem und Fremdartigem getroffen. Bei Unter dem Sternenpfeiler dagegen treten die anderen Elemente sehr in den Hintergrund und es dominiert völlig einseitig und erdrückend das römische Vorbild. Jetzt gibt es nicht nur Optimaten und Honoraten, sondern diverse andere eins zu eins von den Römern übernommene Begriffe: das Manipel, die Kohorte, die Legion, der Zenturio, der Tribun... Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich uninspiriert und einfallslos.

Jetzt kann man natürlich sagen: "Sind doch nur Begriffe! Ist doch nur Semantik!" Aber ich finde, man sollte die Macht der Semantik nicht unterschätzen. Der Trick des HC, eigentlich bekannte Dinge mit exotischen Namen zu verschleiern und dadurch exotischer wirken zu lassen, hat durchaus gut funktioniert. Er hat, wie ich schon schrieb, eine Balance aus Vertrautem und Fremdartigem erzeugt. In UdS wurde die Balance dagegen so weit in Richtung des Vertrauten verschoben, dass das Setting nicht nur vertrauter, sondern fast schon altbacken wirkt.

Zitat von Tabuin aus einem anderen Thread (http://community.uhrwerk-verlag.de/index.php?topic=465.0):

Dafür haben die neu eingeführten Begriffe den großen Vorteil, dass die Anzahl der fragenden Gesichter bei Spielrunden deutlich weniger geworden sind. Nicht zuletzt durch historisierende Kinofilme und die Comics von Asterix sind viele der Begriffe bekannt und erleichtern das Spielen im myranisch militärischen Umfeld erheblich. Das konnten die früheren Begriffe schlichtweg nicht leisten. Da ging vermeintliche Exotik massiv auf Kosten der Verständlichkeit. Das wurde geändert.

Bösartig könnte man sagen: das Setting wurde absichtlich weniger anspruchsvoll gemacht ("dumbing down"), damit sich auch Spieler zurechtfinden, die nur Asterix und Gladiator kennen. Wie gesagt, ich kann das Argument nachvollziehen. Es erhöht sicher den Mainstream-Appeal der Spielwelt. Aber es geht halt leider einiges von der (nicht nur vermeintlichen) Exotik und Eigenständigkeit verloren, die Myranor vorher ausgezeichnet hatten.

So, genug gemeckert. Wie gesagt, das ist letztlich Geschmackssache, und das hier Geschriebene ist auch nur meine persönliche, ganz subjektive Meinung. Es gibt auch Vieles an UdS, das mir gut gefällt. Der Band ist schön geschrieben und aufgemacht, und es ist offensichtlich, dass viel Herzblut drinsteckt. Ich finde es halt nur schade, dass das römische Vorbild mittlerweile so erdrückend ist und die anderen Elemente dagegen so zurückgetreten sind. Ich würde mir wünschen, dass Myranor in Zukunft wieder bunter, eigenständiger und exotischer wird.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Mardugh Orkhan am 02. April 2014, 08:11:38

 Jetzt gibt es nicht nur Optimaten und Honoraten, sondern diverse andere eins zu eins von den Römern übernommene Begriffe: das Manipel, die Kohorte, die Legion, der Zenturio, der Tribun... Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich uninspiriert und einfallslos.
...
Jetzt kann man natürlich sagen: "Sind doch nur Begriffe! Ist doch nur Semantik!"
Bösartig könnte man sagen: das Setting wurde absichtlich weniger anspruchsvoll gemacht ("dumbing down"), damit sich auch Spieler zurechtfinden, die nur Asterix und Gladiator kennen. Wie gesagt, ich kann das Argument nachvollziehen. Es erhöht sicher den Mainstream-Appeal der Spielwelt. Aber es geht halt leider einiges von der (nicht nur vermeintlichen) Exotik und Eigenständigkeit verloren, die Myranor vorher ausgezeichnet hatten.
... Ich würde mir wünschen, dass Myranor in Zukunft wieder bunter, eigenständiger und exotischer wird.

Danke, sehr schön formuliert!
Von wegen Semantik: Von den Verwaltungsstrukturen selbst mal abgesehen könnte man natürlich die lateinischen Anleihen als "Gemein-Imperial" und die griechischen als "Hiero-Imperial" definieren.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: Tabuin am 02. April 2014, 12:17:12
Ein großer Unterschied zwischen HC und UdS sollte man bei aller Kritik nicht vergessen: UdS bringt das Imperium zur Geltung, welches in weiten Teilen aus dem myranischen Norden besteht. Der HC thematisiert in weiten Teilen das südliche Imperium und die südlich anschließende Regionen. Ein fairer Vergleich kann also erst stattfinden, wenn man UdS+Südband mit HC vergleicht. Dann wird, da bin ich mir sicher, auch der "römische Anteil" deutlich geringer ins Gewicht fallen. Makshapuram und andere Regionen werden sicher nicht auf Sizilien+Katzen reduziert werden. Viele der exotischen Regionen des HCs sind in UdS schlicht nicht enthalten. Man wird also sehen müssen, was noch kommt.
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: ChaoGirDja am 11. April 2014, 16:08:56
Ein umstrittenes und aus meiner Sicht wichtiges Thema, deshalb will ich hier meine Meinung dazu abgeben:

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Manche mögen die zunehmende Romanisierung von Myranor, andere nicht. Ich kann das Hauptargument dafür (bessere Vertrautheit und Verständlichkeit des Settings) nachvollziehen. Aber ich muss mich leider unter den Stimmen einreihen, denen das nicht gefällt.

Ich fand Myranor, wie es sich im Hardcover von 2006 präsentierte, einfallsreicher, exotischer und spannender. Klar, einen starken römischen Einfluss gab es auch dort bereits. Aber er wurde durch fremdartige Namen verschleiert und war mit Anleihen aus anderen Settings vermischt: griechische Elemente, asiatische, Steampunk usw. Dieser Mix war, wie ich fand, gut gelangen, und es wurde auch eine gute Balance zwischen Vertrautem und Fremdartigem getroffen. Bei Unter dem Sternenpfeiler dagegen treten die anderen Elemente sehr in den Hintergrund und es dominiert völlig einseitig und erdrückend das römische Vorbild. Jetzt gibt es nicht nur Optimaten und Honoraten, sondern diverse andere eins zu eins von den Römern übernommene Begriffe: das Manipel, die Kohorte, die Legion, der Zenturio, der Tribun... Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich uninspiriert und einfallslos.

Jetzt kann man natürlich sagen: "Sind doch nur Begriffe! Ist doch nur Semantik!" Aber ich finde, man sollte die Macht der Semantik nicht unterschätzen. Der Trick des HC, eigentlich bekannte Dinge mit exotischen Namen zu verschleiern und dadurch exotischer wirken zu lassen, hat durchaus gut funktioniert. Er hat, wie ich schon schrieb, eine Balance aus Vertrautem und Fremdartigem erzeugt. In UdS wurde die Balance dagegen so weit in Richtung des Vertrauten verschoben, dass das Setting nicht nur vertrauter, sondern fast schon altbacken wirkt.

Zitat von Tabuin aus einem anderen Thread (http://community.uhrwerk-verlag.de/index.php?topic=465.0):

Dafür haben die neu eingeführten Begriffe den großen Vorteil, dass die Anzahl der fragenden Gesichter bei Spielrunden deutlich weniger geworden sind. Nicht zuletzt durch historisierende Kinofilme und die Comics von Asterix sind viele der Begriffe bekannt und erleichtern das Spielen im myranisch militärischen Umfeld erheblich. Das konnten die früheren Begriffe schlichtweg nicht leisten. Da ging vermeintliche Exotik massiv auf Kosten der Verständlichkeit. Das wurde geändert.

Bösartig könnte man sagen: das Setting wurde absichtlich weniger anspruchsvoll gemacht ("dumbing down"), damit sich auch Spieler zurechtfinden, die nur Asterix und Gladiator kennen. Wie gesagt, ich kann das Argument nachvollziehen. Es erhöht sicher den Mainstream-Appeal der Spielwelt. Aber es geht halt leider einiges von der (nicht nur vermeintlichen) Exotik und Eigenständigkeit verloren, die Myranor vorher ausgezeichnet hatten.

So, genug gemeckert. Wie gesagt, das ist letztlich Geschmackssache, und das hier Geschriebene ist auch nur meine persönliche, ganz subjektive Meinung. Es gibt auch Vieles an UdS, das mir gut gefällt. Der Band ist schön geschrieben und aufgemacht, und es ist offensichtlich, dass viel Herzblut drinsteckt. Ich finde es halt nur schade, dass das römische Vorbild mittlerweile so erdrückend ist und die anderen Elemente dagegen so zurückgetreten sind. Ich würde mir wünschen, dass Myranor in Zukunft wieder bunter, eigenständiger und exotischer wird.
Schade das es keinen Danke-Bouton gibt :)
Sehr schön Formuliert, Danke :)
Titel: Re: Myranor de-romanisieren!
Beitrag von: ChaoGirDja am 11. April 2014, 16:13:10
Ein großer Unterschied zwischen HC und UdS sollte man bei aller Kritik nicht vergessen: UdS bringt das Imperium zur Geltung, welches in weiten Teilen aus dem myranischen Norden besteht. Der HC thematisiert in weiten Teilen das südliche Imperium und die südlich anschließende Regionen.
Und dennoch betreffen beide das Imperium und beide zentrale Bestandteile des Imperiums. Wie z.B. das Militär und den Politik-Apparat (wenn auch der in UdS deutlich ausgebaut wurde).
Diese Begrifflichkeiten* sind Regional nicht abweichend.... (sonst wären sie in UdS auch nicht zum größen Teil als "veraltet auch X gennant" in die Historie verbannt worden)
Und um diesen Teil vom HC geht es und ging es auch schon immer.
Das Maksapuram und co. ganz sicher exotischer werden als UdS ist keine Frage...


*Wenn es doch nur Begrifflichkeiten wären...
Den "Myramidonen(TM)" aus dem HC gibt es ja im UdS nicht mehr. Jetzt ist das nur noch der Überbegriff, das Äquivalent zum Begriff "Soldat". Im HC war es jedoch auch eine Truppengattung...