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Spielsysteme => Sonstige Spiele => Thema gestartet von: Lyrmathos te Onachos am 16. Januar 2014, 15:22:18

Titel: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Lyrmathos te Onachos am 16. Januar 2014, 15:22:18
Ist es für den Südband geplant, dass die alten Beschreibungen zu Makshapuram, den Eshbathi etc. aus den bisherigen Publikationen kanonisch bleiben. Kann man also das Material z.B. aus Handelsfürsten und Wüstenkrieger weiterhin nutzen, weil die Beschreibungen darauf aufbauen werden und nichts grundsätzliches verändern, vielleicht mit Ausnahme von Personen etc.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: GSandSDS am 16. Januar 2014, 16:24:40
Hmm, warum sollten sie unkanonisch werden, jetzt mal abgesehen davon, dass es in einem Südband vermutlich weitere Details geben wird? Im Nordband (also UdS) ist, soweit ich weiß, ja auch nichts aus dem HC unkanonisch geworden. Es wurden lediglich einige bis dahin nur am Rande erwähnten Dinge etwas näher beleuchtet.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Quendan von Silas am 16. Januar 2014, 17:30:24
Es gibt da keine aktuellen Planung irgendwelcher Änderungen. Diese sind nicht ausgeschlossen, aber werden höchstens dann kommen, wenn irgendwas bisher schon widersprüchlich oder unpassend war. Da ich da aktuell aber nichts auf dem Schirm habe, rechne ich da nicht mit irgendwas. Neue Bücher bauen bei uns ja sowieso auf den alten auf.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 19. Januar 2014, 10:46:14
Hmm, warum sollten sie unkanonisch werden, jetzt mal abgesehen davon, dass es in einem Südband vermutlich weitere Details geben wird? Im Nordband (also UdS) ist, soweit ich weiß, ja auch nichts aus dem HC unkanonisch geworden. Es wurden lediglich einige bis dahin nur am Rande erwähnten Dinge etwas näher beleuchtet.
Falsch, im Nordband ist so einiges verändert worden. Das Myranor-Bild aus Box und HC ist ein anderes als das in WnM und UdS vorgestellte. Dadurch, dass man die (pseudo-)griechischen Begriffe durch (pseudo-)lateinische ersetzt hat, hta man Myranor einiges seiner Exoptik genommen. Andere Änderungen betreffen die Rassen, die z.T. im HC viel interessanter waren als in WdM, die Rolle der Myrmidonen und auch die Geschichte des Imperiums.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: GSandSDS am 19. Januar 2014, 16:57:06
Falsch, im Nordband ist so einiges verändert worden. Das Myranor-Bild aus Box und HC ist ein anderes als das in WnM und UdS vorgestellte. Dadurch, dass man die (pseudo-)griechischen Begriffe durch (pseudo-)lateinische ersetzt hat, hta man Myranor einiges seiner Exoptik genommen. Andere Änderungen betreffen die Rassen, die z.T. im HC viel interessanter waren als in WdM, die Rolle der Myrmidonen und auch die Geschichte des Imperiums.
Zu Myrmidonen: Wenn ich mich recht entsinne, sind die neuen Begriffe lediglich ergänzend und zusätzlich zu den bisherigen Begriffen eingeführt. Die alten Begriffe wurden aber nicht vollständig gestrichen. Sie existieren immer noch als ältere Bezeichnungen, die lediglich aus der Mode gekommen sind. Bei der Geschichte Myranors bin ich mir gerade nicht so sicher, aber ich kann mich zumindest an keine große Retcon da erinnern, lediglich an das Hinzufügen und Umdeuten von Details (was aber eh meist nur wenig Auswirkungen auf die aktuelle Weltdarstellung hat).
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 19. Januar 2014, 17:29:25
Myrmidonen: im HC war der Myrmidone noch der 'normale' schwere Infanterist, in UdS ist dies der Hoplit und der Myrmidone wurde zum Überbegriff für alle einfachen Soldaten.
Miltärische Ränge: im HC basierten diese auf dem Griechischen (Hektagu, Lokegu, Strategu), waren aber z.T. etwas eigenes, im UdS wurden sie durch die real existierenden Ränge der Römischen Legionen ersetzt. Dadurch geht nicht nur viel an Exotik verloren, sondern es entsteht eine konfuse Mischung aus griechischen und lateinischen Begriffen...
Meranier/Nyranier: Die noch im HC existierende unterscheidung zwischen süd- und nordimperialen Menschen, wurde mit WnM abgeschafft, dafür wurden die Dorinther eingeführt, von den man vorher nie etwas gehört hatte. Und hier ist auch der Geschichts-Retcon zu finden.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Tabuin am 19. Januar 2014, 20:30:57
Miltärische Ränge: im HC basierten diese auf dem Griechischen (Hektagu, Lokegu, Strategu), waren aber z.T. etwas eigenes, im UdS wurden sie durch die real existierenden Ränge der Römischen Legionen ersetzt. Dadurch geht nicht nur viel an Exotik verloren, sondern es entsteht eine konfuse Mischung aus griechischen und lateinischen Begriffen...

Naja, die Zeiten der "real existierenden Ränge der römischen Legion" ... sind schon einige Zeit her. Dafür haben die neu eingeführten Begriffe den großen Vorteil, dass die Anzahl der fragenden Gesichter bei Spielrunden deutlich weniger geworden sind. Nicht zuletzt durch historisierende Kinofilme und die Comics von Asterix sind viele der Begriffe bekannt und erleichtern das Spielen im myranisch militärischen Umfeld erheblich. Das konnten die früheren Begriffe schlichtweg nicht leisten. Da ging vermeintliche Exotik massiv auf Kosten der Verständlichkeit. Das wurde geändert.

Wer sich die Mühe macht den Text einmal genauer zu lesen, wird feststellen, dass keine "konfuse Mischung" entstanden ist, sondern eine stringente Nutzung des bekannten römischen Systems eben diese konfuse Situation verhindert.  Das antike, römische System lieferte bereits zu Zeiten der Box eine historische Vorlage, aber wurde dann künstlich verfremdet. Dass der Stratege nun auch Strategus genannt werden kann und nicht mehr Strategu, ist sicher kein echtes, real existierendes Problem. Ich persönlich würde es eher unter "Erleichterung" einsortieren.

Bis zu UdS gab es bereits etwa 2.000 myranische Begriffe, was für Neueinsteiger eine echte Hürde darstellt. Mit UdS wurde da einiges besser und verständlicher gemacht. Wenn dafür die Exotik im Promille-Bereich Federn lassen musste ... ist das ein preiswerter Effekt.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 19. Januar 2014, 21:10:52
Das mag zwar der Hintergedanke gewesen sein, aber in meinen Augen war  es ein Fehler, weil dadurch sehr viel vom besonderen Flair verloren geht. Außerdem hatte man mit der Dunklen Zeiten-Box zu diesem zeitpunkt schon längst eine römische Kultur. Auch bezweifle ich, dass jeder Myranor-Spieler sich unter den lateinischen Begriffen etwas vorstellen kann.

Es ändert nichts daran, dass die Romanisierung Myranors (was in meinen Augen keine Vereinfachung ist) ein klassischer Retcon ist.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Raindrop am 19. Januar 2014, 22:22:00
Nicht nur in deinen Augen, ich sehe das alles ganz genauso.

Es ist halt etwas Mainstreamisierung, um neue Spieler zu gewinnen, was funktioniert hat. So feiern dann Spieler UdS oder Myranische Monstren, die Myranor früher nicht angerührt hätten.

Trotzdem finde ich, dass noch genügend Platz für verschiedene Spielstile ist. Das Alte kann neben dem Neuen existieren.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 19. Januar 2014, 22:35:29
Es ist halt etwas Mainstreamisierung, um neue Spieler zu gewinnen, was funktioniert hat. ...
Hoffentlich rächt sich dies nicht, denn so etwas rächt sich früher oder später (siehe D&D 4e, die Annäherung der Regeln an MMORPGs hat viele Spieler vertrieben).
Trotzdem finde ich, dass noch genügend Platz für verschiedene Spielstile ist. Das Alte kann neben dem Neuen existieren.
Leider funktioniert dies nicht.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Quendan von Silas am 19. Januar 2014, 22:53:10
Hoffentlich rächt sich dies nicht, denn so etwas rächt sich früher oder später (siehe D&D 4e, die Annäherung der Regeln an MMORPGs hat viele Spieler vertrieben).

Die Myranor-Verkaufszahlen sind so gut wie nie zuvor in den letzten Jahren. Seit UdS wurde das Spiel richtiggehend wiederbelebt. Und die allgemeine Rezeption von UdS ist auch hervorragend, ebenso wie bei einigen der im folgenden erschienenen Bände. Insofern: Nein, ich denke das rächt sich nicht. Auch wenn das für Einzelne eine Entwicklung sein mag, die nicht gefällt. Der Vergleich mit D&D4 passt halt insofern schon nicht, dass mit der neuen Regeledition alles umgekrempelt wurde und daraufhin Scharen an Spielern abgesprungen sind. Bei Myranor sind bei dezenten Änderungen im Hintergrund durch UdS und Folgeprodukte überhaupt erst neue Spieler dazugekommen.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 19. Januar 2014, 23:04:48
Aber Änderung im Hintergrund sind Retcons. Und es ist nicht gesagt, dass die Retcons für die besseren Verkaufszahlen verantwortlich sind.

Auch wenn ich jetzt einem der Macher widerspreche, die Romanisierung Myranors (und auch die vielen durch WnM Änderung eingeführten Änderungen) war nicht gerade sonderlich dezent.

Ich hoffe, dass es im Südband nicht solche massiven Änderungen geben wird, nur weil man dadurch hofft neue Kunden zu gewinnen.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Quendan von Silas am 19. Januar 2014, 23:38:58
Aber Änderung im Hintergrund sind Retcons. Und es ist nicht gesagt, dass die Retcons für die besseren Verkaufszahlen verantwortlich sind.

Klar, das weiß man nicht. Sie sind aber zumindest im vorliegenden Fall auch nicht für schlechtere Verkaufszahlen verantwortlich, soviel kann man wohl sicher sagen.

Was die Frage zum Südband angeht: Dort sind aktuell keine größeren Retcons geplant, wie ich oben ja schon mal sagte.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 20. Januar 2014, 10:01:08
Ich denke, dass die guten Verkaufszahlen von UdS da herrühren, dass dort das gesamte Imperium beschrieben wird und nicht, wie bisher, nur einige Provinzen.

Zum Südband: Es sind nicht die großen Retcons (wie sie z.B. beim Wechsel von DSA1 zu DSA2 gemacht wurden), die problematisch sind, sondern die kleinen.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Raindrop am 20. Januar 2014, 11:54:21
Ich denke, dass die guten Verkaufszahlen von UdS da herrühren, dass dort das gesamte Imperium beschrieben wird und nicht, wie bisher, nur einige Provinzen.

Ich vermute, weil die neu hinzugekommenen Regionen im Norden weniger exotisch sind und weil es eben ein farbiges Hochglanzprodukt mit übersichtlichem Layout ist.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 20. Januar 2014, 12:00:05
Die überflüssige Romanisierung hat folglich nichts mit dem Erfolg von UdS zu tun und war folglich so überflüssig wie ein Kropf.

Hoffen wir mal, dass für die bansumitischen Kulturen nicht etwas ähnliches gemacht wird.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Weltengeist am 20. Januar 2014, 12:00:34
Zum Südband: Es sind nicht die großen Retcons (wie sie z.B. beim Wechsel von DSA1 zu DSA2 gemacht wurden), die problematisch sind, sondern die kleinen.

Interessante Logik... ???

Meine 5 Obuli: Ich denke, "Unter dem Sternenpfeiler" ist deshalb erfolgreich, weil es erstmal seit dem Myranor-Hardcover (oder vielleicht sogar erstmals seit Einführung von Myranor überhaupt) aus einem Guss ist, optisch endlich zeitgemäß daherkommt und alles enthält, was man zum Spielen braucht. Ich finde den Band auch ziemlich gut gemacht (auch wenn ich gar nicht so viele Lesemärkchen reinkleben kann, wie ich mir wichtige Stellen markieren müsste). Vermutlich hat auch die zeitliche Nähe zu "Reise zum Horizont" geholfen. Dass der Erfolg des Bandes aber an irgendwelchen Settingänderungen hängt, bezweifle ich. Auch wenn sie mich selbst nicht sooo sehr gestört haben - ja, das Imperium als Römerreich finde ich auch nicht immer sooo toll, dafür sind ja aber auch viele coole Sachen an der Peripherie hinzugekommen. Und auf den Südband freue ich mich ohnehin wie Bolle.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Apalos am 20. Januar 2014, 16:29:31
Bis zu UdS gab es bereits etwa 2.000 myranische Begriffe, was für Neueinsteiger eine echte Hürde darstellt. Mit UdS wurde da einiges besser und verständlicher gemacht. Wenn dafür die Exotik im Promille-Bereich Federn lassen musste ... ist das ein preiswerter Effekt.

Nur damit die Anti-Redcon-Fraktion nicht die einzigen sind, die hier schreien - Danke für die Romanisierung. Die griechischen Begriffe empfand meine Spielrunde und ich als übermäßig abschreckend. Und wenn ich das richtig verstanden habe, substituieren die neuen Begriffe die alten nicht, sondern sind alternativ zu sehen, genauso wie bei Maßen und Gewichten.

Das mag zwar der Hintergedanke gewesen sein, aber in meinen Augen war  es ein Fehler, weil dadurch sehr viel vom besonderen Flair verloren geht. Außerdem hatte man mit der Dunklen Zeiten-Box zu diesem zeitpunkt schon längst eine römische Kultur. Auch bezweifle ich, dass jeder Myranor-Spieler sich unter den lateinischen Begriffen etwas vorstellen kann.

Es ändert nichts daran, dass die Romanisierung Myranors (was in meinen Augen keine Vereinfachung ist) ein klassischer Retcon ist.
Wenn ich das richtig verstehe, ist das aventurische alte Reich (Horasreich) eine ehem. Kolonie des Imperiums - von daher ist es für mich nur logisch, dass Alt-Bosparano und Myranisch-Imperial aus der gleichen Sprachfamilie stammen. Des weiteren stelle ich mir die Lamea-Kampagne ziemlich schwierig vor, wenn es gar keine sprachlichen Gemeinsamkeiten gibt. :) (Bin mir aber erst am Einlesen in Jenseits des Horizonts - die Helden sind noch nicht auf Myranor angekommen :) )
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 20. Januar 2014, 16:46:21
Du übersiehst da etwas. Latein, Deutsch, Griechisch etc. sind nur Platzhalter für die eigentlichen Sprachen. Hätte man dies wirklich konsequent umgesetzt, müsste man für Bosparano Alt- oder Mittelhochdeutsch verwenden.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: GSandSDS am 20. Januar 2014, 17:00:43
Du übersiehst da etwas. Latein, Deutsch, Griechisch etc. sind nur Platzhalter für die eigentlichen Sprachen. Hätte man dies wirklich konsequent umgesetzt, müsste man für Bosparano Alt- oder Mittelhochdeutsch verwenden.
Was man natürlich auch so deuten kann, dass sich inner-myranisch an den Begriffen (also in der imperialen Sprache) ggf. gar nicht so viel geändert hat. In erster Linie hat sich die Transkription der Begriffe für den Leser maßgeblich geändert.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Apalos am 20. Januar 2014, 18:21:28
Du übersiehst da etwas. Latein, Deutsch, Griechisch etc. sind nur Platzhalter für die eigentlichen Sprachen. Hätte man dies wirklich konsequent umgesetzt, müsste man für Bosparano Alt- oder Mittelhochdeutsch verwenden.
Da bin ich mir nicht ganz sicher - Ich habe grad keine Gelegenheit nachzuschauen ob Bosperano und Garethi zu einer Sprachfamilie gehören (also äquivalent zu Neudeutsch, Mittelhoch- und Altdeutsch) in "meinem" Myranor gehören aber zumindest Bosparano und die Imperial-Sprachen zu einer Sprachfamilie (wie gesagt, keine Ahnung ob RAW/RAI oder was auch immer, ich hab noch keinen Master in Myrana)
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 20. Januar 2014, 19:00:53
Siehe WdS S.195. Zur Garethi-Sprachfamilie gehören Garethi, Bosparano, Zyklopäisch und Aureliani, welches auch als Alt-Güldenländisch bekannt ist.
WnM S.179 sagt uns, dass Alt-Güldenländisch in Myranor als Alt-Imperial bekannt ist. Dort steht auch, dass Alt-Imperial, Hiero-Imperial und Gemein-Imperial auch zur Garethi-Sprachfamilie gezählt werden.

Da Bosparano (für das Latein verwendet wird) und Garethi (für das modernes Hochdeutsch verwendet wird) zur gleichen Sprachfamilie gehören, Latein und Deutsch aber nicht, sollte es einen doch nicht stören, wenn man Griechisch für die Imperial-Sprachen verwendet.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Varana am 20. Januar 2014, 23:23:37
Du übersiehst da etwas. Latein, Deutsch, Griechisch etc. sind nur Platzhalter für die eigentlichen Sprachen. Hätte man dies wirklich konsequent umgesetzt, müsste man für Bosparano Alt- oder Mittelhochdeutsch verwenden.
Was man natürlich auch so deuten kann, dass sich inner-myranisch an den Begriffen (also in der imperialen Sprache) ggf. gar nicht so viel geändert hat. In erster Linie hat sich die Transkription der Begriffe für den Leser maßgeblich geändert.
Und da wäre die Frage, was die ursprünglichen Begriffe (Griechisch durch den Fleischwolf gedreht) eigentlich suggerieren sollten. Irgendwas mit Griechenland kann's kaum gewesen sein, denn die Myriaden haben mit griechischem Militär rein gar nichts, mit römischen Legionen aber sehr viel zu tun; Byzanz kennt kein Schwein, das taugt nicht als Assoziation (und auch nicht als Parallele). Höchstens "das hier ist das Alte Grom (http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/AncientGrome), nicht das alte Rom" - also das Vorbild so weit zu verfremden, daß man eben nicht mehr gleich an Asterix denkt. Aber war das die Absicht? Und war's das wert, ein Set an Bezeichnungen einzuführen, die eigentlich (außer Stratege) keinem was sagten, weil man nur noch mit viel Mühe erkennen konnte, daß es überhaupt Pseudo-Griechisch sein sollte ("Kirene", "Lokede", "Kalpteru", "Eskadregu" (ist das überhaupt Griechisch?) - viel Glück, wobei die ersten noch ziemlich deutlich sind)?

Es lohnt sich mMn schon aufzupassen, daß man das Imperium nicht zu sehr romanisiert, aber ausgerechnet beim Militär sind die römischen Bezeichnungen halbwegs angebracht.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 21. Januar 2014, 09:12:27
Es spricht noch etwas gegen die Romanisierung. Es erzeugt Misverständnisse bei der Benutzung von altem (prä-UdS) Quellenmaterial und Abenteuern.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Tabuin am 21. Januar 2014, 09:52:54
Ein Mensch, der sich so ein komplexes Rollenspiel wie DSA zulegt und in der Lage ist, das exotische Myranor stilvoll und spannend zu präsentieren, wir nicht dadurch an einem schönen Abend gehindert werden, dass der Hektagu nicht mehr so heißt.

Bis man an dem Punkt angekommen ist, hat man sich das Regelwerk angesehen, Charaktere, evtl. sogar myranische Optimaten mit voller Bandbreite der magischen Möglichkeiten erstellt und durchdacht. Auch wird man sich in den Hintergrund des Abenteuers eingearbeitet haben, ja vielleicht sogar direkt ein eigenes entworfen und mit Infos unterlegt haben. So ein Mensch wird - wenn er UdS hat, dort kurz reinschauen, den einen Begriff durch den anderen ersetzen, evtl. seinen Spielern noch 1W3 Sätze dazu sagen und dann mit dem Abenteuer fortfahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Spielspaß dann an den paar neuen - und oftmals durch Allgemeinbildung und genrespezifische Publikationen, Filme etc. bereits bekannten - Begriffen scheitert ... ist doch extrem gering.

Da habe ich vollstes Vertrauen in die geistigen Fähigkeiten der Myranor-Spieler. Die schaffen das!
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Raindrop am 21. Januar 2014, 09:56:39
Höchstens "das hier ist das Alte Grom (http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/AncientGrome), nicht das alte Rom" - also das Vorbild so weit zu verfremden, daß man eben nicht mehr gleich an Asterix denkt.

Ich finde, das bringt es doch auf den Punkt. Für mich ist Myranor exotische Fantasy, und eben nicht Asterix oder Gladiator (wobei ich den zugegebenermaßen nicht gesehen habe). Rom-Einflüsse passen gut, wenn sie dezent mit anderen vermischt sind. Gerne auch einfach durch Umbenennungen.

Geht ja auch nicht nur um Militärränge. In Myrunhall stand sinngemäß auch etwas wie: Stellt euch vor, Myranor ist wie Rom. Beim Bild des Magnaten sagten meine Spieler gleich: Ah, Caesar!
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 21. Januar 2014, 10:03:51
Leider hat UdS dafür gesorgt, dass man an Asterix denkt.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Raindrop am 21. Januar 2014, 10:18:19
Asterix ist in Myrunhall sogar als Inspirationsquelle angegeben ;)

Für mich ist ein Film, der myranisches Flair vermittelt, eher sowas wie "Agora - Säulen des Himmels" über die Bibliothek in Alexandria. Das ist dann aber auch Römisches Reich. Und für ein Abenteuer aus Myrunhall hab ich den Plan einer römischen Villa verwendet, was auch sehr gut passte. Rom ist schon gut, aber halt im Mix mit Griechenland, Asien... Und halt nicht Asterix. Meine Meinung.

Ich kann aber eben auch mit den Änderungen leben. Letztlich ist es doch am Spielleiter, was er draus macht (wie Tabuin ja auch schreibt). Und die alten Bücher sind ja nicht zu Staub zerfallen.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Weltengeist am 21. Januar 2014, 10:28:44
Ein Mensch, der sich so ein komplexes Rollenspiel wie DSA zulegt und in der Lage ist, das exotische Myranor stilvoll und spannend zu präsentieren, wir nicht dadurch an einem schönen Abend gehindert werden, dass der Hektagu nicht mehr so heißt.

Für mich ist der Schlüssel zum Glücklichwerden mit vorgefertigten Settings ohnehin, einfach alles zu ignorieren, was mir nicht in den Kram passt. Das "kanonisch-Spielen" hat mir so dermaßen den Spaß an Aventurien verleidet, da fange ich jetzt bei Myranor gar nicht erst mit an. Bei mir heißt der Hektagu daher weiterhin so wie früher, es gibt weiterhin wilden römisch-griechisch-exotischen Namensmix, und wenn ich irgendeine Spezies käsig finde (z.B. Zwerge und Elfen in Myranor), dann gibt's die bei uns halt nicht! So! :P
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 21. Januar 2014, 10:38:58
Ganz meine Meinung!
Wenn ich Römer spielen will, spiele ich eine Dunkle Zeiten-Kampagne und nicht Myranor.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Mardugh Orkhan am 21. Januar 2014, 12:44:36
Nana, mit solchen Verallgemeinerungen wie "Byzanz kennt kein Schwein" wär ich eher vorsichtig. Jeder Medieval 2: Total War Spieler kennt Byzanz ;-) (und diese Verallgemeinerung stimmt).

Ansonsten stimmt natürlich dass man einfach gestrost alles ignorieren sollte, was einem an seinem Setting stört. Insbesondere gilt das bei mir für Asterix anleihen. Jedoch eher weil ich den Asterix stil zwar mag, aber nicht aks RPG bespielen will. Die Charaktere in Myranor sollen schon "realistisch" aussehen und keine untersetzten, knollennasigen Witzfiguren sein ;-). Aber letztlich liegt das Problem doch an Anleihen insgesamt. Wenn ich Fantasy (oder Sci Fi) will, stört das eher. "Mein" Imperium ist eben das myranische Imperium und kein "römisches" oder "byzantinisches" Imperium. Gerade deshalb fand ich die erfundenen Eigennamen nicht schlimm. Ganz im Gegenteil! Man hätte sie nicht ans griechische anlehnen müssen sondern hätte sie auch komplett aus der Luft greifen können!

Insofern fand ich den Zenturio im IMperium auch eher störend - und hab ihn weggelassen.

Tjo - insgesamt sehe ich auch eher keinen Grund den süden zu verändern. Denn nur weil ja das Imperium jetzt offiziell mehr Anleihen aus Rom bekommen hat, muss man ja nicht die Nachbarreiche ändern.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Varana am 21. Januar 2014, 16:58:59
Auch als Medieval 2-Spieler: Was weißt du aus dem Spiel über byzantinisches Militär, außer Warägern und Kataphrakten? :D Am ehesten noch die Flotte - Dromonen, griechisches Feuer, usw.
Aber okay. Wobei halt Byzanz eigentlich auch nicht als Parallele taugt. Die Myriaden sind römische Legionen mit Insektenpanzern, und waren es schon im HC.

Ja, "Agora" ist auch Rom, und auch zu einer Zeit, die in den Medien immer etwas untergeht (no pun intended, but deliberately kept in ;)). Mit dem Bezug auf Asterix meinte ich aber auch gar nicht so das Komische, sondern daß es eine der Hauptquellen dafür ist, daß man schon mal was von Centurio, Optio, Testudo und solchem Zeug gehört hat.

Daß römische Rangbezeichnungen im Militär aus Myranor eine Rom-Kampagne machen würden, ist vollkommen übertriebene Panikmache. Soll ich das ernst nehmen, oder was?
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Tabuin am 21. Januar 2014, 17:09:01
Beim Bild des Magnaten sagten meine Spieler gleich: Ah, Caesar!

Die Vorlage zu dem Bild war definitiv nicht Gaius Julius Caesar. Sowohl Figur, Darstellung als auch das Bild haben eine ganz andere Vorlage ... auch aus Rom, auch aus der Zeit des G. J. C.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 21. Januar 2014, 17:12:10
...
Daß römische Rangbezeichnungen im Militär aus Myranor eine Rom-Kampagne machen würden, ist vollkommen übertriebene Panikmache. Soll ich das ernst nehmen, oder was?
Ja! So etwas ist immer ernst zu nehmen.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Mardugh Orkhan am 21. Januar 2014, 17:49:55
Auch als Medieval 2-Spieler: Was weißt du aus dem Spiel über byzantinisches Militär, außer Warägern und Kataphrakten? :D Am ehesten noch die Flotte - Dromonen, griechisches Feuer, usw.
Aber okay. Wobei halt Byzanz eigentlich auch nicht als Parallele taugt. Die Myriaden sind römische Legionen mit Insektenpanzern, und waren es schon im HC.

Daß römische Rangbezeichnungen im Militär aus Myranor eine Rom-Kampagne machen würden, ist vollkommen übertriebene Panikmache. Soll ich das ernst nehmen, oder was?

Yihaa, muss man den mehr wissen ?  8-) Aber davon abgesehen hatte ich da schon auch genug Assoziationen zum myranischen Imperium. Vor allem weil es eben kein antikes Reich war, sondern ein Überrest eines ehemaligen Großreichs im Mittelalter. Deshalb fand ich diese Parallele (wenn man überhaupt welche braucht - aber wie gesagt nur als Parallele - nicht als äquivalent) auch besser als das alte Rom. Denn im allgemeinen ist Dere nunmal eher im Spätmittelalter. Zumal ja da schon Bosparan deutlich mehr Ähnlichkeiten hatte.

Aber es geht auch weniger um die Rangabzeichen als darum dass das myranische Imperium etwas in Richtung "Rom mit Katzenwesen(und neuerdings auch Zwergen und Elfen  >:()" treibt.
Wobei ich gerade bei Rängen und Titeln für sehr viel Kreativität bin: Wer weiß schon (außer Lateinern und Historikern), über wie viele Soldaten ein Centurio befiehlt ? Welcher Star Trek Zuschauer weiß wie viele Mannen einem Gul oder Daimon (oder wie auch immer man diese Ränge schreibt/ich kenn's nur vom Fernsehen ;)) unterstehen ? Trotzdem klingt das doch besser, als wenn die auch Captain/Hauptmann oder Colonel hießen.

Verständislose Blicke löst der Kontext auch sehr gut auf.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Sassi am 28. Januar 2014, 13:41:05
Die griechischen Begriffe empfand meine Spielrunde und ich als übermäßig abschreckend.

Wenn es denn wenigstens Griechisch gewesen wäre, das meiste ist ja wildes Fantasiegebilde mit Anklängen an griechische Wortstämme^^.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Sassi am 28. Januar 2014, 13:48:46
"Eskadregu" (ist das überhaupt Griechisch?)

Ich vermute (!), dasss es von "Eskadron", dem französischen Wort, aus dem im deutschen "Schwadron" wurde, abgeleitet ist (das seinerseits wohl aus dem Italienischen übernommen ist von "squadrone", das seinerseits auf dem lateinischen "Quadratus" basiert ... ) und damit den Mix noch ein bisschen inkonsequenter macht ... Ein zumindest ähnlich lautendes griechisches Wort kenne ich jedenfalls nicht  :o.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Weltengeist am 28. Januar 2014, 21:58:36
Warum genau ist das jetzt wichtig, dass Myranor-Begriffe korrektes Griechisch sind? Was genau ist schlimm daran, wenn Fantasie-Sprache mit Anleihen aus dem Griechischen/Lateinischen/whatever verwendet wird? ???
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: ChaoGirDja am 07. Februar 2014, 13:11:09
+1
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Finarfin am 10. Februar 2014, 22:52:55
Was die Vertrautheit der römischen Begriffe angeht:
Ca. 50% aller (Ex-)Gymnasiasten kommen wohl um die nicht herum, hinzu kommen Asterix und Consorten als Quellen. Das ist schon deutlich gängiger. Fremdartige Begriffe sind dann hilfreich, wenn die Fremdartigkeit einer Kultur betont werden soll, um das unbekannte Fremde vom vertrauten Eigenen abzugrenzen, z.B. in einem Entdeckerszenario. Klar, wenn es darum geht mit Aventuriern Myranor zu entdecken, muss man den Spielern den Zugang erschweren, damit sie ebenso wie die Helden diese völlig fremdartige neue Welt erst Schritt für Schritt erforschen müssen, was ist ein Lochegu, was ist ein Hektagu?
Wenn man aber IN der Welt spielt, mit Charakteren aus Myranor, muss man die Hürde senken. "So wie Rom" hilft einfach dabei, jeder hat sofort Bilder aus den (zugegebener Maßen eher schlechten) neueren Produktionen von Gladiator bis Pompeji vor Augen, da ist dann der Fan der Serie "Rom", der einen Titus Pullo spielen will, der nimmt einen Exlegionär aus einer horasialen Legion, die begriffe, nach denen er sucht, sind sofort klar, er stellt dem SL auf der Suche nach Konzepten die Fragen, die beide sofort richtig verstehen. Dann muss der Spieler nicht erst umständlich UdS gelesen haben, dann kann auch der Gelegenheitsspieler in der Runde sofort mit einem brauchbaren Konzept einsteigen, "Ich will einen Obelix" kein Problem, der SL weiß, was der Spieler will, UND, sehr wichtig, in der Antwort des SL findet der Gelegenheitsspieler seine Frage auch wieder, ohne dass der SL längere Vorträge über exotische Kulturen halten muss.

Natürlich, wenn jemand schon seit der DSA3.5-Box in Myranor spielt, ist das erst einmal alles ungewohnt, aber als Langzeitspieler hat der dann eh keine Probleme damit, sich in myranische Kontexte einzuarbeiten, das macht der ja seit Jahren. Bei der Fülle an Material, die er hat, wird der neue kram, der publiziert wird, eh nur noch Steinbruch für ihn sein, egal wie der Inhalt ist. Da waren so lange Zeit Leerstellen, die er in seiner Runde schon längst selbst gefüllt hat, dass sowieso jeder neue Satz mit seiner Haussetzung kollidiert.

BTW: Müssen wir diese Diskussion unbedingt in ZWEI Fäden parallel führen? (oder sind es noch mehr?)
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Raindrop am 11. Februar 2014, 00:22:34
Das liegt wohl daran, dass keiner der beiden Fäden eigentlich für diese Diskussion vorgesehen war ;) Dieser war erst mal nur eine praktische Frage, dann entstand die Diskussion, dann hat Barbarossa den anderen aufgemacht für eine Material- und Ideensammlung. Es wurde aber trotzdem dort auch diskutiert ;)

Ich glaube, das Problem sitzt einfach tiefer als nur römisch vs. griechisch. Wir Seit-der-3.5-Box-Spieler hängen einfach sehr an 'unserem' Myranor. Da kommt leicht das Gefühl auf, dass eine Vereinfachung uns etwas 'wegnimmt'. Myranor ist eben keine x-beliebige Rollenspielwelt.

Ich kann da nur empfehlen, mit Offenheit für Neues an die Sache ranzugehen. Wir können froh sein, dass es Myranor überhaupt noch gibt und dass jetzt mehr erscheint als je zuvor. Es gibt so viele tolle, neue, inspirierende Ideen, aus denen man sich bedienen kann. Und die Dinge, die einem am Herzen liegen, lässt man halt in seiner Spielwelt so.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Finarfin am 11. Februar 2014, 06:17:37
Eben, und ich habe Myranor erstmalig mit dem HC wirklich kennen gelernt, weil es zuvor mit seiner völligen Unkompatibilität zu DSA4 nicht nutzbar war. Damals suchte ich für eine eigene Welt einen Rassen/Kulturen-Steinbruch, was Myranor auch lange Zeit blieb, da das Fehlen eines funktionstüchtigen Magie-Systems und einer entsprechend regeltechnisch unterstützten Götterwelt unbenutzbar blieb.
Erst mit MyMa und MyGö wurde Myranor für mich überhaupt interessant, die Rom-Nähe der neueren Publikationen empfand ich als wohltuend, weil da endlich mal eine DSA-Hintergrundbeschreibung aus einem Guss kam bzw. sich auch so anfühlte, weil Regeln und Hintergrund ineinandergriffen (was bei DSA seit je her der Anspruch war, aber mit den neuen Myranorprodukten erstmalig auch erfüllt wurde): Ein Götterverständnis, das durch Götterregeln ergänzt wurde, das sich in eine Welt nach dem gleichen Prinzip einfügte: ROM! Da merkte man, dass da jemand ein Konzept hatte, kein "Ein wenig Tolkien, ein wenig Dragonlance, ein wenig Faerun, ein wenig Preußen, und bei der Hintergrundbeschreibung muss man sich ja nicht darauf beziehen, was magisch/karmal möglich ist"-Aventurien.
Wie sich das "alte" Myranor im Spiel anfühlte? K.A., ich erinnere mich nur an Magier, die nix können. Nach dem Regelwerk hätten sich die Optimaten niemals so lange an der Macht halten können, maximal wenige Jahrhunderte, denn die können nix. Ein paar Amaunir-Animisten hätten die ja locker besiegt. Nun passt alles wieder.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: ChaoGirDja am 11. Februar 2014, 10:27:20
Wobei halt die Frage bleibt, ob es nicht eine reine begriffliche Änderung getan hätte.
Hat man wirklich, vor allem im Militärischen Bereich, auch die Inhalte ändern müssen?
Hat man wirklich z.B. den Miramidonen vom "Rückrad des Militärs" zur "Spezialeinheit" "degradieren" müssen?
Hat wirklich unbedingt den mEn eigentlich sehr schön in den Hintergrund passenden Aufbau des Militärs ändern müssen?

Warum man die Begriffe verändert hat, verstehe ich. Ich mag es zwar nicht, aber kann damit leben.
Aber von dem was man sonst noch alles geretcond hat... davon ist bei weitem nicht alles Verständlich (oder erst recht Sinnvoll).
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Finarfin am 11. Februar 2014, 10:33:21
Wieso degradiert?
Die Myrmidonen sind die Soldaten der Myriaden. Nur haben die Horanthes eben ihre eigenen Legionen zusätzlich.
An der Ebene der Imperialen Armee wurde da doch nichts verändert.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Tabuin am 11. Februar 2014, 11:04:00
Die Myriaden waren, sind und bleiben das Rückgrat des imperialen Militärs. Das wird sich auch im kommenden Militärband nicht ändern! Ebenso werden wir auch die Garde-Regimenter des Thearchen nicht wegschreiben. (Keiner ist so blöd ein paar Hundert Tighrir, Leonir oder Pardir mitten in der Hauptstadt zu sagen: Du bist arbeitslos, sieh zu, wo Du was zu fressen findest.")
Legionen sind rein "regionale Privatarmeen", die weder in der Menge noch in der Ausrüstung gegen das imperiale Militär bestehen würden. Für das Setting haben sie höchstens den Vorteil, dass man Material für Grenzkonflikte etc. zur Verfügung hat bzw. das etwas zwischen der Ebene Dorfpolizist (Shinxir-, Brajan-Garde) und Bundeswehr (Myriade) vorhanden ist.

Die Myriaden wurden in ihrem Aufbau auch nicht wesentlich geändert. Nach wie vor bilden schwer gepanzerte Infanteristen die Mehrheit. Diese werden durch "Spezialisten" wie Schützen, Spießer, Pioniere ergänzt. Auch das gab es vorher schon, ebenso deren Namen (Keloten, Kataphrakten etc.). Geändert wurden die Größen der Teileinheiten, Titel der Offiziere und es wurde mehr im Detail beschrieben, wobei man sich da deutlich an der römischen Kaiserzeit orientiert hat. Das war im Prinzip vorher auch so, wurde aber absichtlich durch exotische Namen und die fehlende Detaildichte verschleiert, was vom Verlag explizit so gefordert war. Das kann man sich auf Cons von den damaligen Autoren gerne bestätigen lassen. Dieses zwanghafte "inhaltlich genauso,  auf den ersten Blick aber alles anders als bekannt" wurde dann bei UdS über Bord geworfen. Dann wurden die Dinge auch so benannt, wie sie ursprünglich gemeint waren.

Aber nach wie vor gilt gerade bei Myranor: Hast Du eine Idee, wie es besser sein könnte: Schreib mit! Ein Großteil der aktuellen Autoren kommt aus den Foren. :)
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: ChaoGirDja am 11. Februar 2014, 11:07:39
Die Myrmidonen sind die Soldaten der Myriaden.
*seufts*
Ja, wenn man den Myramidonen auf das Herunter bricht, dann hat nichts geändert...
Aber ihn auf das Herunter zu brechen ist schlicht FALSCH!
Lese bitte mal My-HC 31ff und UdS 41ff sorgfältig und parallel durch.
Die wird da etwas entscheidendes Auffallen:
DEN Myramidonen aus dem HC, gibt es in UdS NICHT mehr!
Es gibt den schwer gepanzerten Füßkämpfer mit Kentema und Bela nicht mehr.
Außer als Spezialeinheit (das wurde btw. auch von einem der Autoren hier irgendwo bestätigt)...
DER Myramidone, war im HC nicht einfach nur ein Soldat der Myramide. Denn "Myramidone" war auch Zeitgleich die Bezeichnung eines Truppenteils, den UdS sogar in der Form nicht mal mehr Beschreibt...
Natürlich hat UdS noch immer das schwere Fußvolk, keine Frage. Aber anstelle der Kentema, die Waffe des Militärs im HC und älter Schlechthin (die sogar Speziell dafür Entwickelt wurde), hat er nur einen Schwertstab, oder einen Speer und die Bela als Zweitwaffe ist ihm erstazlos Gestrichen worden.
Im Gegenzug ist nicht mehr klar, welche Waffe die Schützenregeminter nun führen (HC: Schwere Bela. UdS: Schusswaffen. Wft....).
Einzig die Kataphra(k/c)en scheinen den Wechsel ohne größere belssuren Überstanden zu haben (außer das auch sie die Kentema nicht mehr haben und sich jetzt mit k anstelle von c schreiben... olle olle)

Ich sage nicht das alle Änderungen doof sind.
Ich fand es im HC schon immer seltsam, das die Kirene nur auf 5 Man bestand und nicht aus 8. Das hat man nun geändert.
Leider meinte man auch Zeitgleich das Tentorium als Begriff besser sei, als Kirene... Was mir föllig unverständlich ist.
Kirene ist kurz und griffig, Tentorium erscheint dagegen eher unnütz unhandlich.
(und ja, es ist mir sch*** ob die Römer ihre kleinste Einheit so nannten oder nicht!)
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 11. Februar 2014, 11:18:04
... Geändert wurden die Größen der Teileinheiten, Titel der Offiziere und es wurde mehr im Detail beschrieben, wobei man sich da deutlich an der römischen Kaiserzeit orientiert hat...
Und dieses war alles komplett unnötig! Es ist so, als ob man sich für Aventurien dazu entschlossen hätte das Reisekaisertum, was man nach JdF eingeführt hat, rückwirkend so einzuführen, als hätte es es schon seit der Zeit Rauls gegeben.
Wieos musste man dies ändern?
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: GSandSDS am 11. Februar 2014, 11:20:21
Es gibt den schwer gepanzerten Füßkämpfer mit Kentema und Bela nicht mehr.

Tut mir leid, aber das ist so nicht ganz korrekt. Er gehört (im Gegensatz zum HC) lediglich nicht mehr zu den weit verbreiteten Typen. Aber dass es diesen Typen (ggf. in einigen Regionen) prinzipiell nicht mehr gibt, wurde nirgendwo gesagt. Selbst dass so etwas (ggf. vor Ort) dann als Spezialeinheit gelten müsste, steht nirgendwo.

Allerdings hätte ich mir hier zumindest eine kleine Textanspielung auf den Nah-/Fernkampf-Infanteristen aus alten Tagen gewünscht. So wie es jetzt ist, wurde eine bei den Spielern offenbar recht beliebter Professionvariante einfach würdelos aus dem Weltband geworfen und totgeschwiegen.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: ChaoGirDja am 11. Februar 2014, 11:39:09
Tut mir leid, aber das ist so nicht ganz korrekt. Er gehört (im Gegensatz zum HC) lediglich nicht mehr zu den weit verbreiteten Typen.
Deswegen ja auch der 2te Satz "außer als Spezialeinheit"...
Außerdem... ändert das nichts an der Aussage.
DEN Myramidonen (die majuskeln sind kein Zufall...) gibt es nicht mehr. Er ist nicht mehr das Rückrad der Arme, sondern DER Myramidone ist nur noch eine Sondertruppe.
Abgelöst hat ihn der Hopplit.

Allerdings hätte ich mir hier zumindest eine kleine Textanspielung auf den Nah-/Fernkampf-Infanteristen aus alten Tagen gewünscht. So wie es jetzt ist, wurde eine bei den Spielern offenbar recht beliebter Professionvariante einfach würdelos aus dem Weltband geworfen und totgeschwiegen.
Korrekt, sagte ich doch:
DER Myramidone wurde abgeschafft.
Heute ist er ein Hoplit...
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: ChaoGirDja am 11. Februar 2014, 11:55:49
Wobei das ganze nicht mal unbedingt der Hauptpunkt ist, der mich Stört...
Wenn ich die Beschreibung des Militärs im HC lese, dann sehe ich vor meinem geistigen Auge ein Feld voller Soldaten in Regelmäßigen Haufen (5x5) stehen. Alle mit einer Bella auf dem Rücken, einem achteckigen Schild in der einen, einer Kentema in der anderen Hand und angetan mit einer ziemlich Insektioden Rüstung und "Rang- und EInheitsfähnchen" auf den Schultern.

Wenn ich aber die Beschreibung in UdS lese, dann sehe ich die Forts  Babaorum, Laudanum und Aquarium, inc. ihrer Legionäre (fehlen nur noch die Dorfbewohner, die eines der Forts der kurz und klein schlagen).
Von insektoiden Rüstungen, Belas, Achekigen Schilden etc. pp., also Kurz und Knapp von Myranor, nicht die kleinste Spur.

Ob jetzt dieser dramatische Bildwandel gut, oder gar gewünscht, war...
Das lasse ich mal im Raum stehen.
Für mich bedeute er jedenfalls eine "entmyranorifizierung" der myransichen Militärs.
Ja sogar schlimmer noch: Wenn ich dieses Bild haben wollte, würde ich die dunkle Zeiten Box kaufen...
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 11. Februar 2014, 12:07:01
...
Ja sogar schlimmer noch: Wenn ich dieses Bild haben wollte, würde ich die dunkle Zeiten Box kaufen...
Genau, wir brauchen keine zwei Settings mit ähnlichem Hintergrund!
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: GSandSDS am 11. Februar 2014, 12:23:28
Von insektoiden Rüstungen, Belas, Achekigen Schilden etc. pp., also Kurz und Knapp von Myranor, nicht die kleinste Spur.

Also, zumindest die insektoide Rüstung wird in UdS in mehr als einem Satz erwähnt. Der achteckige Schild schwirrte mir hingegen auch im HC schon nicht vor Augen. Der fiel zumindest mir das erste mal auf, als ich das Myranische Arsenal las. ;)
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Finarfin am 11. Februar 2014, 15:18:47
...
Ja sogar schlimmer noch: Wenn ich dieses Bild haben wollte, würde ich die dunkle Zeiten Box kaufen...
Genau, wir brauchen keine zwei Settings mit ähnlichem Hintergrund!

Gerade DDZ ist aber als Setting völlig anders, da es ein im Untergang befindliches Reich darstellt, völlig ohne Tiermenschen, dafür mit Dämonenkulten an allen Ecken und Enden, zudem ohne die Perspektive für die Helden, etwas dauerhaftes zu erschaffen, da DDZ zeitlich dem aktuellen Aventurien vorgelagert ist. Egal, was ich in DDZ mache, 993 BF wird Hal I. Kaiser.

Klar, man kann es nicht allen recht machen. Wer die älteren Sachen liebt, hat diese ja. Die haben sich ja nicht dematerialisiert, als die neuen Sachen erschienen sind. Insofern kann man jetzt als SL entscheiden, ob man das alte oder das neue Myranor haben will. Wahlfreiheit ist doch cool!
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 11. Februar 2014, 15:52:37
Nein, sie sind ähnlich, weil beide, DDZ als auch Myranor, jetzt auf dem alten Rom basieren. Sie mag vielleicht vorher schon gewesen sein, aber die Unterschiede waren viel größer und man hatte sich bei Myranor eher an der östlichen Reichshälfte orientiert, während jetzt beide Kampagnen eher auf der westlichen Reichshälfte basieren.

Trotz des kommerziellen Erfolgs hat man seit WnM bei Myranor alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte...

Und ich frage noch einmal: Wieso hat man Sachen geändert, die man nicht hätte ändern müssen?
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Tabuin am 11. Februar 2014, 15:59:35
Im kommenden Myranor-Militärband wird es einige Seiten zu den Myriaden geben. Und soweit man das bereits jetzt - also in der Planung - sagen kann, werden sie i. d. R. in der rechten Hand eine Kentema führen und in der Linken einen achteckigen Schild. Dazu werden sie in Reih und Glied stehen. Die Fähnchen sind wohl eher Teil der Paraderüstung, da sie in der Schlacht die Sicht der hinteren Reihen - oftmals die Tokeden - erschweren. Diese Schützeneinheiten sind mit Schusswaffen ausgerüstet - deswegen heißen sie ja auch Schützen. Diese Schusswaffen werden zumeist Belari (Leichte Bela, Aerobela, Bela, Scharfschützen-Bela) sein, aber in seltenen Fällen können es wohl auch Leichte Armbrüste oder Bögen sein. Das wird darauf ankommen, wo sie eingesetzt sind. In feucht-kalten Regionen sind aufwändige Mechaniken einfach anfälliger als einfache Bögen. Und sie werden auch weiterhin mit ihren Panzern Insekten ähneln. Auch die schillernden Farben auf Panzern, Helmen und Schilden sowie die Markierungen auf den Schultern sind nach wie vor vorhanden.
Und auch ihre Schlagkraft hat sich nicht verschlechtert, was man in einem geplanten AB dazu selber miterleben werden kann.

... soweit die bisherige Planung. Es geht eben nicht darum alles anders zu machen. Und ... die Myriaden des Imperiums sind keine marianischen Legionen - werden sie auch nicht.

Für Fragen und Anregungen habe ich mal einen eigenen Thread aufgemacht. => hier (http://community.uhrwerk-verlag.de/index.php?topic=484.0) (bitte die Hinweise im ersten Posting dort beachten.)
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Varana am 11. Februar 2014, 16:03:06
Ich fand es im HC schon immer seltsam, das die Kirene nur auf 5 Man bestand und nicht aus 8. Das hat man nun geändert.
Weil auch in Myranor die Hände normalerweise fünf Finger haben. "Kirene" ist eine Verballhornung aus dem griechischen χειρ  (cheir), d.h. "Hand".
Aber das Pseudo-Griechisch bringt ja so viel, wenn man's nicht erkennt...

Und ich frage noch einmal: Wieso hat man Sachen geändert, die man nicht hätte ändern müssen?
Weil's besser ist. So.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 11. Februar 2014, 16:41:55
Und ich frage noch einmal: Wieso hat man Sachen geändert, die man nicht hätte ändern müssen?
Weil's besser ist. So.
Meinst Du das wirklich ernst? Denn diese Erklärung ist ziemlich bescheiden...
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: ChaoGirDja am 11. Februar 2014, 17:39:11
Von insektoiden Rüstungen, Belas, Achekigen Schilden etc. pp., also Kurz und Knapp von Myranor, nicht die kleinste Spur.
Also, zumindest die insektoide Rüstung wird in UdS in mehr als einem Satz erwähnt.
Weiß ich.
Aber der Satz kann sich gegen die AuO-Legionär-Assosiation nun mal nicht durchsetzen.
Zumindest bei mir...
Wäre vielleicht anders, wenn auf der Seite ein Bild des typischen Myramidonen zusehen wäre...
Das prägt im HC ja auch.

Die Fähnchen sind wohl eher Teil der Paraderüstung,[...]
Num um dasklar zu stellen: Ich sagte auch nicht, das sie die im Feld nutzten...
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Mardugh Orkhan am 11. Februar 2014, 17:41:00
Weil's besser ist. So.

Eher verschlimmbessert. So.

Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: ChaoGirDja am 11. Februar 2014, 17:44:20
Ich fand es im HC schon immer seltsam, das die Kirene nur auf 5 Man bestand und nicht aus 8. Das hat man nun geändert.
Weil auch in Myranor die Hände normalerweise fünf Finger haben. "Kirene" ist eine Verballhornung aus dem griechischen χειρ  (cheir), d.h. "Hand".
Und das... Interessiert... wen?
Wer kann den schon Alt-Grischisch?
Aber das Pseudo-Griechisch bringt ja so viel, wenn man's nicht erkennt...
Eben.
Und das dürfte für die absolute Mehrheit gelten.

Und ich frage noch einmal: Wieso hat man Sachen geändert, die man nicht hätte ändern müssen?
Weil's besser ist. So.[/quote]Du meinst "Weil man's kann".
Den besser ist an der neuen Legion... Pardong Myriade solls ja sein, nicht viel.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Finarfin am 11. Februar 2014, 18:02:51
Wer kann den schon Alt-Grischisch?

Also, allein in diesem Forum: Sassi, Varana, ich belegtermaßen.
Drei Leute in einem Forum eines Kleinverlages sind schon einmal nicht wenige.

Latein können deutlich mehr, also weckt das auch anwendbarere Assoziationen.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Tabuin am 11. Februar 2014, 18:40:25
Wer kann den schon Alt-Grischisch?

Also, allein in diesem Forum: Sassi, Varana, ich belegtermaßen.
Drei Leute in einem Forum eines Kleinverlages sind schon einmal nicht wenige.

Latein können deutlich mehr, also weckt das auch anwendbarere Assoziationen.

Ich auch ... ok, nicht fließend. ;) Aber Uni-Kenntnisse in Latein, Alt- und Neugriechisch sind vorhanden ...

Und bei den Autoren von Myranor hat gut die Hälfte ebenfalls die Uni mit passenden Studienfächern (Geschichte, Archäologie etc.) besucht gehabt. Da kann man auch von fundierten Kenntnissen der "Alten Kulturen" ausgehen.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Varana am 11. Februar 2014, 20:18:57
Mein Argument war: Die griechischen Bezeichnungen kann man sich eigentlich sparen, wenn sie keiner erkennt. Den Kleintrupp "Kirene" zu nennen, ist vergebliche Liebesmüh, wenn keiner damit die Hand assoziiert. Oder es überhaupt als Griechisch erkennt. Es hätte auch "Hübbeldipeng" sein können. Oder "Tentorium", was immerhin ein paar mehr Leuten was sagt, aber auch nicht allen.
(Dafür ist es auch ziemlich egal, wieviele Leute bei Myranor-Uhrwerk Griechisch können. Zielgruppe sind die Spieler. ;))
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 11. Februar 2014, 22:42:20
... In feucht-kalten Regionen sind aufwändige Mechaniken einfach anfälliger als einfache Bögen. ...
Dies ist dank der Existenz der Faust-Harpune unwahrscheinlich. Wenn man eine Bela für den Unterwassereinsatz konstruieren kann, kann man auch eine Bela konstruieren, die feucht-kalten Regionen funktioniert. Außerdem exiustiert die Bela laut MyAr in den betreffenden Regionen.
Es würde Sinn machen, wenn die Bela dem Kompositbogen ähnlich wäre, denn diese Waffe kann in feuchten Regionen nicht existieren.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 11. Februar 2014, 22:45:40
Mein Argument war: Die griechischen Bezeichnungen kann man sich eigentlich sparen, wenn sie keiner erkennt. Den Kleintrupp "Kirene" zu nennen, ist vergebliche Liebesmüh, wenn keiner damit die Hand assoziiert. Oder es überhaupt als Griechisch erkennt. Es hätte auch "Hübbeldipeng" sein können. Oder "Tentorium", was immerhin ein paar mehr Leuten was sagt, aber auch nicht allen.
(Dafür ist es auch ziemlich egal, wieviele Leute bei Myranor-Uhrwerk Griechisch können. Zielgruppe sind die Spieler. ;))
Gegenargument:
Mit den meisten lateinischen Bezeichnungen, die man stett der pseudo-griechischen aus dem HC eingeführt hat, können die meisten doch auch nichts anfangen (außer vielleicht mit denen, die man aus Asterix her kennen könnte). Da hätte man gleich bei den Begriffen aus dem HC bleiben können.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Sieben am 11. Februar 2014, 23:23:02
Über Geschmäcker kann man sich ja nu ewig streiten. Was solls? Es wurde geändert, weil es denen, die das entscheiden durften so lieber war. Ich finde Tabuins Erläuterung hierzu ganz einleuchtend. Mir persönlich waren die alten Begriffe auch etwas zu sperrig. Ich mag es, Tribune in Myranor zu haben, der Klang gefällt mir und es weckt nun mal abenteuerliche Assoziationen.
Und das Argument, die dunklen Zeiten sollten Rom-verwandtes Rollenspiel exklusiv abdecken ist so was von daneben. Mal abgesehen davon, dass Myranor vorher rauskam und auch damals schon römisch geprägt war, sind die Parallelen zwischen den beiden Settings doch ganz im Sinne des stimmigen Gesamtbildes einer zusammen hängenden Welt. Natürlich gleichen DDZ in diesem Bereich Myranor.
Und mal ehrlich. Ich weiß, dass es auf der anderen Seite des Thalassions furchtbar wichtig ist, ganz genau festzulegen, wer wann wo welche Begrifflichkeiten verwendet, aber auf dieser Seite ist das Setting offen genug, dass jeder sein Ding machen kann. Davon geht Myranor nicht unter (das ist ja schon mit WnM geschehen  :) ).
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Tabuin am 12. Februar 2014, 00:48:22
... In feucht-kalten Regionen sind aufwändige Mechaniken einfach anfälliger als einfache Bögen. ...
Dies ist dank der Existenz der Faust-Harpune unwahrscheinlich. Wenn man eine Bela für den Unterwassereinsatz konstruieren kann, kann man auch eine Bela konstruieren, die feucht-kalten Regionen funktioniert. Außerdem exiustiert die Bela laut MyAr in den betreffenden Regionen.
Es würde Sinn machen, wenn die Bela dem Kompositbogen ähnlich wäre, denn diese Waffe kann in feuchten Regionen nicht existieren.

Deswegen habe ich geschrieben "anfälliger" und nicht "existiert nicht". ;)
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 12. Februar 2014, 09:45:37
... In feucht-kalten Regionen sind aufwändige Mechaniken einfach anfälliger als einfache Bögen. ...
Dies ist dank der Existenz der Faust-Harpune unwahrscheinlich. Wenn man eine Bela für den Unterwassereinsatz konstruieren kann, kann man auch eine Bela konstruieren, die feucht-kalten Regionen funktioniert. Außerdem exiustiert die Bela laut MyAr in den betreffenden Regionen.
Es würde Sinn machen, wenn die Bela dem Kompositbogen ähnlich wäre, denn diese Waffe kann in feuchten Regionen nicht existieren.

Deswegen habe ich geschrieben "anfälliger" und nicht "existiert nicht". ;)
Und ich habe geschrieben, dass wegen der Faust-Harpune, die Bela nicht anfälliger sein kann. Die Bela ist schließlich kein Kompositbogen, der geklebt ist und der sich in Feuchtigkeit auflöst.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Tabuin am 12. Februar 2014, 13:15:21
... es ging schlicht um potentiell vereiste Mechanik und um durch Kälte verzogene Bestandteile aus Horn und Holz.

Es gibt keine Texte, welche die genauen Materialien auflisten. Das Holz der Harpune kann einfach eine andere Sorte sein, als bei den Belari - etwa natürlich impregniertes Kernholz. Die Harpune wird sicherlich nicht auf hohe Schussfrequenzen ausgerichtet sein, während das bei einer Bela für die Myriaden durchaus ein wichtiger Faktor ist. Das kann zu anderen Materialien führen.

Nur weil das grundlegende Prinzip vergleichbar, evtl. sogar identisch ist, heißt es nicht, dass dies auch für alle anderen Merkmale gilt.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 12. Februar 2014, 14:35:42
Interessanterweise sind laut MyAr Belas in den nördlichen Horasiaten erhältlich und werden laut Beschreibungstext auch massiv eingesetzt. Bögen verwenden laut Text dort nur noch jene, denen die Bela zu modern ist.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: GSandSDS am 12. Februar 2014, 15:26:01
Ich hätte mit einem Vorzug von Bögen jetzt auch vorzugsweise in Regionen wie ständig dampfenden Dschungeln gerechnet, wo es wirklich ständig feucht ist. Kalte aber häufig klare und trockene (und nur hin und wieder feuchte) Luft ist ja noch etwas anderes.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: barbarossa rotbart am 12. Februar 2014, 15:40:37
Ersten, spricht die Existenz der Faust-Harpune, die schließlich nichts anderes is als eine Unterwasser-Bela, gegen Probleme der Bela mit Feuchtigkeit.
Zweitens, macht  MyAr deutlich, dass überall, wo das Imperium noch herrscht, die Bela in all ihren Varianten erhältlich ist.
Titel: Re: Bleiben alte Produkte kanonisch?
Beitrag von: Kreggen am 13. Februar 2014, 19:17:38
Wie die meisten hier ja wahrscheinlich wissen, war ich seinerzeit mitverantwortlich für das HC. Danach ist Myranor im meiner Runde eingeschlafen, vielleicht weil ich mich viel zu viel mit dem HC beschäftigt hatte und quasi "den Kaffee auf" hatte. Nun hat sich wieder Interesse breitgemacht und ich habe mir "Myrunhall" zugelegt. Und war sehr erstaunt über den Begriff "Dorinther", der mir gar nix sagte, und ich hab die Meranier vermisst. Dank dem Threrad hier sehr ich nun etwas klarer. Was nicht so alles passiert, wenn man mal 8 Jahre nicht mehr in bestimmte Settings schaut ...  ;D