Autor Thema: Lohn in Tharun?  (Gelesen 4465 mal)

Agrimoth

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Re: Lohn in Tharun?
« Antwort #30 am: 01. März 2016, 22:49:11 »
Das größte Problem mit den Gutschriften ist nicht das irgendjemand den Handel mutwillig unterdrückt, sondern das für ...schriften die daran beteiligen schreiben können müssten. Und in meiner Vorstellung ist die Alphabetisierungsrate außerhalb der Azarai und Shindai extrem gering. Wenn nicht einmal bei Numenai, die ja am ehesten so etwas wie freie Fernhändler stellen, die meisten schreiben können (siehe die Beschreibung der Seekarten), wievile Städter würden dann in der lage sein irgendwelche Gutschriften anzufertigen. Und wenn man einen Scheck nicht selber lesen kann, und dein Geschäftspartner ihn nicht lesen kann hat es keinen Sinn so etwas anfertigen zu nutzen. Da tätigt man sein Geschäft eher im Beisein des alten Jockel. Der kann dann bestätigen, das die Bootsbauer den Holtsfällern einen Stamm gutes Yubaholz schulden. Und der weiß auch, das zu den Zeiten als der Vater des jetzigen Nyakai noch gelebt hat, drei Körbe Muschelfleisch im Wert einem halbem Yubabaum entsprechen. Wenn die Holzfäller Lust auf Muscheln haben oder es den Schmieden schmackhaft machen können steht das Geschäft.

Und gerade für kleinere Güter wir kein echter Handel benötigt. Vieles Produziert man selbst, und wird auch in der Stadt ein paar Kletterferkel halten. Ansonsten weiß die Schifbauersippe, dass der Herrscher ihnen die Hälfte der Getreidelieferungen des Dorfes Bada zugesprochen hat. Die können sie dann bei den Bäckern zuverlässig gegen Brot eintauschen. Nur wenn sie zum Tod des Sippenältesten eine Torte brauchen müssen sie sich was überlegen...

Und vorallem gehört es zum Rollenspiel wenn man für die Masha am Herscher vorbei ein Teeservice besorgen will, dass man nicht 8Brote auf den Tisch legt (zumal das Fehlen auch in der Küche auffallen würde), sondern sich überlegt, wie man darum herum kommt den Händler mit einem ganzen Rubin zu bezahlen (den er jederzeit nehmen würde). Aber ein Tarakfell würde ihm auch reichen und man kennt doch noch den Älesten der Jägersippe....

Erst wenn man zum Nyakai aufgestiegen ist sind wirtschaftliche Überlegungen auf einmal wichtig, aber das kann man dan ganz anders lösen.

Cifer

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Re: Lohn in Tharun?
« Antwort #31 am: 01. März 2016, 23:44:06 »
Für zeitversetzte Geschäfte, bei denen man etwas wertvolles gegen größere Mengen weniger wertvoller Dinge austauscht, gibt es übrigens noch die praktische Tradition des Kerbholzes.

Curcuma

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Re: Lohn in Tharun?
« Antwort #32 am: 02. März 2016, 14:47:17 »
"Gegen Brot eintauschen" ? Den ganzen Lohn ? Ich wuerde mich bedanken.....;)
Rechnen sind ja Zahlen !
Aber ich denke schon das Haendler und Bankhalter schreiben koennen.
Jede  Stadt ist vom Sinn her ein Handelszentrum bzw Warenumschlagplatz. Da MUSS man Buchhaltung kennen anders gehts nicht.
Da wird sich in Jahrhunderten schon eine exakte Oekonomie etabliert haben die über Schwarzmarktherumimprovisieren hinausgeht und wo ich nicht erst jedesmal jemand Muscheln oder Holz andrehen muß um Einkaufen gehen zu koennen.  Teilweise gibts das , speziell am Dorf.
Man kann vereinfacht  Zahlen und Symbole nehmen.
Aber jeder Bauer musste schon Ueberall zaehlen koennen.