Autor Thema: Wege nach Tharun - Errata  (Gelesen 14203 mal)

Ein Dämon auf Abwegen

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #15 am: 05. Februar 2015, 20:03:01 »
Das Abenteuer ist leider schlicht und ergreifend als nicht kanonisch. Das ist so ziemlich die einzige offzielle Quelle zu Tharun wo mWn so ziemlich alle Autoren der Meinung waren, dass sie komplett ignoriert werden soll.

Die Lebens- und die Todesrune sind so ziemlich die legendärsten Artefakte Tharuns und die waren schon nach den alten Boxen einzigartig und unglaublich mächtig.

Das die Lebensrune dann durch ein Wettbewerbsabenteuer nach Aventurien verfrachtet wird war schlicht und ergreifend nicht akzeptabel.

GSandSDS

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #16 am: 05. Februar 2015, 20:10:01 »
Thema Sonnenscherbe:
Irgendwo in Die Welt der Schwertmeister wird das Thema sogar nochmal aufgegriffen. An der Stelle geht es um einen pervertierten Körper-Runenstein, die jemand erfolglos in einen Leben-Runenstein umwandeln wollte. ;)
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zakkarus

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #17 am: 05. Februar 2015, 21:15:01 »
Tja, das die Lebensrune in Tharun einzigartig wäre damit doch auch erklärt - die zweite liegt wirkungslos auf Dere herum ... und wer weiß wie viele Runen in den tiefen Meeresschluchten auf einen mutigen Taucher warten :) Wobei - von einzigartig stand bei DSAP nichts.

Arne Gniech

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #18 am: 06. Februar 2015, 01:08:51 »
Es ist tatsächlich so, dass wir Tharun-Autoren, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der "Sonnenscherbe" schon offiziell mit dem Schreiben beauftragt waren (damals noch von Ulisses), mit dem Auftauchen des Leben-Runensteins in Aventurien nicht einverstanden waren, leider aber auch nicht vorher dazu konsultiert wurden. Wir haben daher - weil uns an einer möglichst widerspruchsfreien Welterzählung gelegen ist - im Band "Tharun - Die Welt der Schwertmeister" andeutet, dass es sich bei diesem vermeindlichen Leben-Runenstein um einem manipulierten, dabei vermutlich pervertierten Körper-Runenstein handeln könnte.

Teferi

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #19 am: 06. Februar 2015, 10:05:19 »
Es ist tatsächlich so, dass wir Tharun-Autoren, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der "Sonnenscherbe" schon offiziell mit dem Schreiben beauftragt waren (damals noch von Ulisses), mit dem Auftauchen des Leben-Runensteins in Aventurien nicht einverstanden waren, leider aber auch nicht vorher dazu konsultiert wurden. Wir haben daher - weil uns an einer möglichst widerspruchsfreien Welterzählung gelegen ist - im Band "Tharun - Die Welt der Schwertmeister" andeutet, dass es sich bei diesem vermeindlichen Leben-Runenstein um einem manipulierten, dabei vermutlich pervertierten Körper-Runenstein handeln könnte.

Gefällt mir sehr gut! :)

GSandSDS

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #20 am: 07. Februar 2015, 15:44:29 »
Thema: Anzahl möglicher Runenzauber

Da eine entsprechende Frage vor kurzem aufgetaucht ist:
Auf Seite 118 und 119 wird ja etwas über die maximal mögliche Anzahl an Runenzaubern gesagt. Das dort beschriebene AE-Maximum gibt dabei wirklich die maximale Anzahl aller Runenzauber vor, die man haben kann, also völlig unabhängig davon, ob es sich nun um ein Runendreieck oder ein Runenpentagramm oder gar eine hypothetisch noch höhere Form handelt. Die Zahlenleiste oben auf Seite 119 gibt hingegen nur die Anzahl der (theoretisch) möglichen Kombinationen beim Runendreieck an und stellt keine weitere künstliche Einschränkung dar (vielmehr eine natürliche).
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Finarfin

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #21 am: 08. Februar 2015, 21:29:59 »
So, gestern hatte ich Gelegenheit bei einem Kumpel in WnTh reinzulesen.

Positiv aufgefallen ist mir die Idee, die Kampfpositionen (deutsch: Huten) regeltechnisch zu verwerten.

Mir als historischem Fechter sind einige Aspekte dabei sehr positiv aufgefallen und andere sehr negativ. Ich wüsste gerne, auf welcher Grundlage Regeln und Huten zusammengebracht wurden. Kann ja sein, dass einer der Regelmacher sich z.B. mit Kenjutsu o.ä. auskennt und dass dort bestimmte Huten auf eine Weise genutzt werden, die mir als historischem Fechter (o.k., seit einem halben Jahr Ex-Fechter) nie in den Sinn gekommen sind.
Ggf. würde ich zu den dahinter stehenden Ideen mehr erfahren, bevor ich anfange, dort umfangreich zu hausregeln.

GSandSDS

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #22 am: 08. Februar 2015, 22:11:13 »
Also wirklich! Die Schwingen der Guerai sind doch keine Fechtwaffen. Tztztz!  ::) ;)
Das mit den Huten würde mich allerdings auch mal interessieren, also ob diese auf "echten" Grundstellungen basieren oder einfach nur Fantasie sind. Hatte irgendwie nie die Idee gehabt nachzufragen (der Schwertkampf war nicht mein Schwerpunktbereich). Ich kann mir allerdings sehr gut vorstellen, dass man sich hier auch an den Kamae (Grundhaltungen) beim Kendo orientiert hat. Womit wir aber natürlich wieder beim Thema "Fechten" wären. ;)

http://de.wikipedia.org/wiki/Kamae
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Finarfin

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #23 am: 08. Februar 2015, 23:05:39 »
Meine "Fecht"- (also fight-)Waffe ist ca. 1,5 kg schwer, 1,3m lang und wird zu zwei Händen geführt. (Das "Lange Schwert", bei DSA "Anderthalbhänder" genannt).

Die Huten gibt es alle (hätte ich WnTh in Händen, könnte ich in allen Fällen sagen, wie sie bei Liechtenauer heißen). "Hohe Schwinge" ist die "Hut am Tag", "Mutige Schwinge" ist "Tag über Kopf", dann verlassen mich die tharunischen Begriffe. Ich erinnere mich aber, nach Liechtenauers Terminologie "Hut albern" sowie "Pflug" bzw. "Langort" gesehen zu haben (der Unterschied war auf dem Bild nicht erkennbar, "Pflug" wäre sinnvoller) und etwas, dass entweder die "Schrankhut" oder die "Nebenhut" war (Das Bild sah nach "Nebenhut aus, war in der Reihe ganz links, aber diese ist als ein sog. Nebenleger nur ein Passierpunkt, durch den die Bewegung eines Haus hindurch geführt wird. Die "Schrankhut" sieht ähnlich aus, wird im Kampf sinnvollerweise durchaus eingenommen, aber passt nicht ganz zum Bild. Ich erinnere mich aber an ein Ninjutsu-Buch aus meiner Teeniezeit, in dem die "Nebenhut" unter anderem, blumigerem Namen als Kampfposition vorkam ...)

GSandSDS

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #24 am: 08. Februar 2015, 23:08:48 »
Hatte im letzten Beitrag noch etwas ergänzt. Stichworte: Kendo und Kamae.
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Finarfin

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #25 am: 09. Februar 2015, 06:20:56 »
Mir geht es v.a. um die Boni und Mali, die aus den Kamae resultieren bzw. um die Kenntnisgrundlage, auf der sie beruhen, im Extremfall "Kendo-Trainingserfahrung" vs. "Frei nach Schnauze".

GSandSDS

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #26 am: 09. Februar 2015, 06:57:33 »
Gut, das kann wohl nur derjenige beantworten, der die Schwingenhaltungen ursprünglich erdacht hat. Momentan gehe ich aber stark davon aus, dass die Schwingenhaltungen eine Art Zwischending aus Realismus und gamistischen Überlegungen sind. Zu den gamistischen Überlegungen würde dann beispielsweise gehören, dass sich die fünf Schwingenhaltungen alle deutlich genug voneinander unterscheiden und in etwa die gleiche Menge an an Vor- und Nachteilen bieten. Also auch dann, wenn es in der Realität eigentlich insgesamt bessere und schlechtere Haltungen darunter gibt.

Nachtrag: Oh, und man darf natürlich nicht vergessen, dass die tharunischen Schwingenhaltungen alle auf der SF Schwingentanz aufsatteln, das nicht umsonst wiederum Körperbeherrschung 12 und Tanzen 12 als Voraussetzungen hat. Die ganzen Kampfhaltungen gehen also schon in eine etwas andere Richtung als die ganzen irdischen Haltungen.
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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #27 am: 09. Februar 2015, 08:00:11 »
Also die Haltungen basieren mWn schon irgendwie auf Kendo (iirc gab es irgend jemanden im Umfeld der Redax der sogar auf internationalen Turnieren antritt aber das können dir nur Arne oder Gecq genauer erklären) Boni und Mali wurden aber schon so gewählt das sie in etwa balanciert sind, und das jede Haltung einen anderen Wert modiziziert und andere Manöver erleichtert.

Finarfin

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #28 am: 09. Februar 2015, 17:27:10 »
Also ist das mehr der Spielbalance und der Varianz der regeltechnischen Folgen geschuldet als weniger der Frage, wozu welche Hut/kamae tatsächlich dient bzw. was sie begünstigt?

GSandSDS

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Re: Wege nach Tharun (plus erste Errata)
« Antwort #29 am: 09. Februar 2015, 18:21:09 »
Ich glaube, das kannst du nur für dich selbst entscheiden, da es keine offizielle Transformierungsfunktion von "reale Physikgesetze" in "DSA-Regeln" gibt und die Tharun-Regeln jetzt auch nicht unbedingt als fernöstlicher Kampf-Simulator ausgelegt sind, sondern als Regelwerk zum Bespielen einer Fantasy-Welt. Wenn es dich aber wirklich so brennend interessiert, bringt dir vielleicht die englische Wiki hier etwas mehr:

http://en.wikipedia.org/wiki/Kamae

Dort sind bei Kendo die fünf gängigen Kamae (Jōdan, Chūdan, Gedan, Hassō und Waki) in eigenen Artikeln getrennt aufgeführt und werden ausführlich beschrieben. Schau nach, in wie weit die mit den Schwingenhaltungen überhaupt was zu tun haben.

Rein von den Bildern her, sieht man allerdins jetzt schon Ähnlichkeiten: Mutige Schwinge (Jōdan), Tiefe Schwinge (Chūdan), Harte Schwinge (Gedan), Hohe Schwinge (Hassō) und Harmonische Schwinge (Waki).
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